Wer bisher einen vermeintlich günstigen Flug gebucht hat, kennt das Problem: Sobald ein kleiner Rollkoffer hinzukommt, steigt der Ticketpreis. Ab dem 23. Oktober 2027 gelten neue EU-Handgepäckregeln, die Flugreisenden mehr Rechte und vor allem transparentere Preise bringen sollen. Doch Vorsicht: Einen kostenlosen Kabinentrolley für alle gibt es auch künftig nicht.
Wir erklären Euch, welches Handgepäck Ihr kostenlos mitnehmen dürft, welche Maße gelten, was sich bei Ryanair, EasyJet und anderen Fluggesellschaften ändert und wie Ihr beim Buchen zusätzliche Gepäckkosten vermeidet.
Neue EU-Handgepäckregeln: Was ändert sich ab Oktober 2027?
Die Europäische Union hat mit der Verordnung (EU) 2026/2202 neue Vorgaben für Flugreisende beschlossen. Die Regelungen werden ab dem 23. Oktober 2027 angewendet und sollen unter anderem verhindern, dass Passagiere erst während der Buchung von zusätzlichen Gepäckkosten überrascht werden.
Dabei geht es um zwei unterschiedliche Gepäckarten: den persönlichen Gegenstand, etwa eine kleine Handtasche oder einen Rucksack, und das größere Handgepäckstück, beispielsweise einen Trolley für das Gepäckfach über den Sitzen.
Die wichtigsten Änderungen:
- Kostenloser persönlicher Gegenstand: Eine kleine Tasche oder ein geeigneter Rucksack darf ohne Aufpreis mit in die Kabine.
- Handgepäck-Maße: Für den persönlichen Gegenstand nennt die EU höchstens 40 × 30 × 15 cm oder die Möglichkeit, ihn unter dem Vordersitz zu verstauen.
- Rollkoffer weiterhin kostenpflichtig: Fluggesellschaften dürfen größere Handgepäckstücke weiterhin separat berechnen.
- Mehr Preistransparenz: Flugpreise inklusive eines Handgepäckstücks müssen vor Beginn der Buchung standardmäßig angezeigt werden.
- Günstige Tarife bleiben möglich: Wer ohne zusätzliches Handgepäck reist, kann weiterhin einen entsprechend günstigeren Tarif wählen.
Die wichtigste Neuerung betrifft damit weniger die Größe Eures Koffers als vielmehr die Frage, wann Ihr den tatsächlichen Flugpreis inklusive Gepäck erkennen könnt.
Welches Handgepäck ist ab 2027 kostenlos?
Künftig haben Passagiere grundsätzlich das Recht, einen persönlichen Gegenstand ohne zusätzliche Gebühr in die Flugzeugkabine mitzunehmen.
Dazu gehören beispielsweise eine kleine Handtasche, ein kompakter Tagesrucksack oder eine Laptoptasche.
Diese Maße nennt die EU für kostenloses Handgepäck
Die Verordnung definiert einen persönlichen Gegenstand als Gepäckstück, das höchstens 40 × 30 × 15 cm misst oder unter den Sitz vor Euch passt.
Beide Möglichkeiten stehen in der gesetzlichen Definition. Die Maße sind also nicht mit einer zusätzlichen Pflicht gleichzusetzen, dass jede kleinere Tasche exakt diese Abmessungen haben muss.
Entscheidend ist, dass sich das Gepäckstück sicher verstauen lässt und die geltenden Sicherheitsanforderungen erfüllt.
Für Eure Reiseplanung ist eine kompakte Tasche besonders praktisch. Wer mit einem Modell innerhalb der genannten Maße unterwegs ist, schafft eine gut nachvollziehbare Grundlage für die Gepäckplanung.
Achtet beim Kauf eines neuen Rucksacks nicht nur auf die Herstellerbeschreibung. Auch gefüllte Außentaschen, ein stark ausgebeultes Hauptfach oder zusätzliche Anbauteile können die tatsächlichen Abmessungen verändern.
Was passt in einen kleinen Handgepäck-Rucksack?
Für einen Wochenendtrip mit wenig Gepäck kann ein kleiner Rucksack bereits ausreichen. Besonders dann, wenn Ihr am Reiseziel keine umfangreiche Kleidung oder besondere Ausrüstung benötigt.
Praktisch sind beispielsweise:
- Reisedokumente und Geldbörse
- Smartphone, Ladegerät und kleinere Elektronik
- Medikamente und persönliche Gegenstände
- Wechselwäsche und leichte Kleidung
- Ein kleiner Kulturbeutel mit zulässigen Flüssigkeiten
- Snacks und notwendige Reiseutensilien
Wie viel tatsächlich hineinpasst, hängt natürlich von der Form des Rucksacks und Eurer Packweise ab.
Wichtig: Die neuen Gepäckregeln ändern nicht automatisch die Sicherheitsvorschriften für Flüssigkeiten. Welche Mengen Ihr durch die Sicherheitskontrolle mitnehmen dürft, richtet sich weiterhin nach den dort geltenden Bestimmungen.
Bleibt der Rollkoffer im Flugzeug kostenpflichtig?
Ja. Ein kostenloser Kabinentrolley für alle Fluggäste ist durch die EU-Verordnung nicht vorgeschrieben.
Das ist ein entscheidender Unterschied zu manchen Erwartungen an die Reform.
Wer einen Rollkoffer in der Gepäckablage über dem Sitz verstauen möchte, kann dafür weiterhin eine Gebühr bezahlen müssen. Ob das Gepäckstück bereits im Ticket enthalten ist, hängt vom jeweiligen Tarif ab.
Die Fluggesellschaften dürfen außerdem weiterhin Größen- und Gewichtsvorgaben für dieses zusätzliche Kabinengepäck festlegen.
Eine europaweit einheitliche Maximalgröße für alle Trolleys führt die Verordnung nicht ein.
Deshalb solltet Ihr auch nach Oktober 2027 vor jeder Flugreise prüfen, welche Abmessungen Eure Airline zulässt und wie viele Gepäckstücke Euer Tarif umfasst.
Wer ohnehin einen neuen Reisekoffer sucht, findet bei Preis-King eine Übersicht mit verschiedenen Koffer-Angeboten.
Flugtickets ab 2027: Gepäckkosten sollen früher sichtbar werden
Der für Verbraucher besonders interessante Teil der Reform betrifft die Preisanzeige bei Flugbuchungen.
Bislang werden günstige Flugtarife häufig besonders auffällig beworben, während zusätzliche Leistungen erst im weiteren Buchungsverlauf ausgewählt werden.
Wer beispielsweise einen günstigen Flug findet, muss bei bestimmten Tarifen für einen Kabinentrolley zusätzlich bezahlen. Dadurch kann der endgültige Preis erheblich vom zunächst angezeigten Angebot abweichen.
Ab Oktober 2027 müssen Flugpreise, die ein Handgepäckstück umfassen, bereits vor Beginn des Buchungsvorgangs standardmäßig angezeigt werden.
Das macht es leichter, unterschiedliche Flugangebote miteinander zu vergleichen.
Bedeutet das automatisch günstigere Flugtickets?
Nein. Die EU schreibt nicht vor, dass die Fluggesellschaften ihre bisherigen Gepäckgebühren abschaffen oder Flugtickets günstiger anbieten müssen.
Ein Tarif inklusive Trolley kann weiterhin mehr kosten als ein einfacher Flug ohne zusätzliches Handgepäck.
Airlines dürfen ausdrücklich günstigere Angebote für Reisende bereitstellen, die freiwillig auf ein zusätzliches Handgepäckstück verzichten.
Damit könnte sich vor allem die Darstellung von Flugpreisen verändern. Ob einzelne Tickets dadurch teurer oder günstiger werden, lässt sich aus der neuen Regelung allein nicht ableiten.
Für Euch bedeutet das: Vergleicht künftig nicht nur den zuerst sichtbaren Betrag, sondern immer die Gepäckleistungen, die Ihr tatsächlich benötigt.
Ryanair, EasyJet und Wizz Air: Was bedeuten die neuen Regeln?
Besonders interessant ist die EU-Reform für Reisende, die regelmäßig mit Billigfluggesellschaften unterwegs sind.
Bei Airlines wie Ryanair, EasyJet und Wizz Air spielt die Unterscheidung zwischen einem kleinen persönlichen Gegenstand und zusätzlichem Kabinengepäck eine wichtige Rolle.
Die Tarifbedingungen können sich dabei von Airline zu Airline unterscheiden.
Ryanair: Kleiner Rucksack oder zusätzlicher Trolley?
Wer mit Ryanair unterwegs ist, kennt die unterschiedlichen Gepäckoptionen. Ein kleines Gepäckstück gehört zum Basistarif, während ein zusätzlicher Rollkoffer abhängig vom gebuchten Tarif oder einer Zusatzleistung mitgenommen werden kann.
Die neue EU-Regel führt nicht dazu, dass jeder günstige Ryanair-Tarif automatisch einen kostenlosen Rollkoffer enthalten muss.
Relevant wird dagegen die künftig verpflichtende Darstellung eines Flugpreises inklusive Handgepäck.
Wie sich die Airline im Alltag schlägt und welche Zusatzkosten bei der Buchung eine Rolle spielen, könnt Ihr auch in unserem Ratgeber zu den Ryanair-Erfahrungen nachlesen.
Was gilt bei EasyJet und Wizz Air?
Auch bei EasyJet und Wizz Air müsst Ihr zwischen einem kleinen persönlichen Gegenstand und einem größeren Kabinengepäckstück unterscheiden.
Ab 2027 gelten die neuen europäischen Mindestanforderungen ebenfalls für Flüge, die unter den Anwendungsbereich der Verordnung fallen.
Die Airlines behalten aber grundsätzlich die Möglichkeit, größere Handgepäckstücke über gesonderte Tarife oder Zusatzleistungen anzubieten.
Welche konkreten Preise, Größen und Gewichtsgrenzen künftig gelten, solltet Ihr vor dem jeweiligen Flug anhand der aktuellen Gepäckbedingungen überprüfen.
Eine vollständige Vereinheitlichung der Gepäcktarife aller Billigfluggesellschaften ist nicht vorgesehen.
Was passiert, wenn im Flugzeug kein Platz mehr für Handgepäck ist?
Gerade bei stark ausgelasteten Flügen kann der Platz in den Gepäckfächern knapp werden.
Unter bestimmten Umständen dürfen Fluggesellschaften deshalb verlangen, dass eigentlich für die Kabine vorgesehenes Gepäck im Frachtraum transportiert wird.
Die neue EU-Regel sieht vor, dass dies ohne zusätzliche Gebühr erfolgen muss, wenn entsprechende Sicherheits- oder Kapazitätsgründe vorliegen.
Das bedeutet allerdings nicht, dass Ihr mit einem beliebig großen oder nicht gebuchten Koffer kostenlos zum Gate gehen könnt.
Wer die Gepäckbedingungen seines Tarifs nicht erfüllt, muss weiterhin mit zusätzlichen Gebühren rechnen.
Außerdem solltet Ihr wichtige Medikamente, Dokumente, Wertgegenstände und notwendige elektronische Geräte möglichst griffbereit aufbewahren, falls Euer Kabinenkoffer kurzfristig im Frachtraum transportiert werden muss.
Gelten die neuen Handgepäckregeln auch für internationale Flüge?
Die neuen Vorschriften sind nicht ausschließlich auf Flüge zwischen zwei EU-Mitgliedstaaten beschränkt.
Grundsätzlich fallen Flüge unter die EU-Fluggastrechte, wenn sie von einem Flughafen innerhalb des entsprechenden EU-Geltungsgebiets starten.
Bei Flügen aus einem Drittstaat in die EU kommt es unter anderem darauf an, ob die ausführende Fluggesellschaft ein EU-Luftfahrtunternehmen ist.
Ein Beispiel: Fliegt Ihr von Deutschland in ein Land außerhalb der EU, gelten für den Hinflug grundsätzlich die einschlägigen EU-Fluggastrechte.
Bei einem Rückflug aus einem Drittstaat hängt die Anwendung der EU-Regelungen dagegen auch von der ausführenden Airline ab.
Für Verbindungen aus Ländern wie der Schweiz oder Großbritannien können daher andere Voraussetzungen gelten. Bei solchen Flugreisen solltet Ihr die konkreten Gepäckbedingungen besonders sorgfältig kontrollieren.
Neue EU-Fluggastrechte: Auch bei Sitzplätzen und Bordkarten gibt es Änderungen
Die Verordnung beschäftigt sich nicht nur mit Handgepäck. Sie enthält weitere Regelungen, mit denen Flugreisende besser geschützt werden sollen.
Dazu gehört beispielsweise die Möglichkeit für Familien mit Kindern, unter den vorgesehenen Voraussetzungen ohne zusätzliche Sitzplatzgebühren zusammenzusitzen.
Auch bei Bordkarten soll die Nutzung einer Smartphone-App nicht zur einzigen Möglichkeit werden: Die neuen Vorgaben berücksichtigen ebenfalls selbst ausgedruckte Bordkarten.
Darüber hinaus werden weitere Fluggastrechte bei Flugproblemen, Betreuung und Erstattungen angepasst.
Für Reisende ist das besonders dann relevant, wenn ein Flug ausfällt, sich erheblich verspätet oder Schwierigkeiten bei der Beförderung entstehen.
So könnt Ihr schon vor Oktober 2027 Gepäckgebühren vermeiden
Bis die neuen Regelungen angewendet werden, bleibt es besonders wichtig, die aktuellen Tarifbedingungen der Fluggesellschaften zu prüfen.
Mit etwas Vorbereitung lassen sich unnötige Zusatzkosten vermeiden.
1. Vergleicht immer den Gesamtpreis. Ein günstiges Ticket lohnt sich nur dann, wenn die benötigten Gepäckleistungen nicht zu unerwarteten Mehrkosten führen.
2. Messt Euer Handgepäck vor der Reise. Berücksichtigt dabei auch Rollen, Griffe und Außentaschen, soweit diese zu den von der Airline kontrollierten Außenmaßen gehören.
3. Prüft, ob ein kleiner Rucksack ausreicht. Für kurze Reisen braucht Ihr möglicherweise keinen zusätzlichen Rollkoffer.
4. Bucht notwendiges Gepäck rechtzeitig. Vergleicht die Gebühren während der Online-Buchung mit den später angebotenen Optionen. Nachträgliche Buchungen oder Gebühren am Flughafen können teurer ausfallen.
5. Beachtet die Tarifbedingungen für Hin- und Rückflug. Besonders bei unterschiedlichen Fluggesellschaften können andere Gepäckvorgaben gelten.
Wer gerade günstige Reisen sucht, findet bei Preis-King außerdem regelmäßig neue Flugangebote und Reiseschnäppchen.
Häufige Fragen zu den neuen Handgepäckregeln 2027
Ab wann gelten die neuen EU-Handgepäckregeln?
Die neuen Vorschriften werden ab dem 23. Oktober 2027 angewendet. Bis dahin solltet Ihr die jeweils gültigen Gepäckbedingungen Eurer Fluggesellschaft beachten.
Ist Handgepäck ab 2027 kostenlos?
Ein persönlicher Gegenstand darf grundsätzlich kostenlos mit in die Kabine. Für ein zusätzliches größeres Handgepäckstück wie einen Rollkoffer dürfen Airlines weiterhin Gebühren verlangen.
Welche Maße gelten für kostenloses Handgepäck?
Die EU nennt für persönliche Gegenstände eine maximale Größe von 40 × 30 × 15 cm oder alternativ die Möglichkeit, das Gepäckstück unter dem Vordersitz zu verstauen.
Darf ich einen kostenlosen Trolley mitnehmen?
Nicht automatisch. Ob ein Kabinentrolley ohne Zusatzkosten mitgenommen werden darf, hängt weiterhin vom Flugtarif und den Bedingungen der Fluggesellschaft ab.
Werden Flüge durch die neuen Regeln günstiger?
Das ist nicht garantiert. Vorgeschrieben wird vor allem eine transparentere Preisanzeige. Wie hoch Flugpreise und Gepäckgebühren tatsächlich ausfallen, bestimmen die jeweiligen Angebote und Tarife.
Fazit: Mehr Transparenz beim Handgepäck, aber kein kostenloser Rollkoffer für alle
Die neuen Handgepäckregeln ab Oktober 2027 bringen wichtige Verbesserungen für Flugreisende. Ein persönlicher Gegenstand darf grundsätzlich kostenlos mit an Bord, während die Preise für zusätzliche Handgepäckstücke bereits vor Beginn der Buchung besser erkennbar sein müssen.
Das kann besonders bei der Suche nach günstigen Flügen helfen. Allerdings bleibt der Unterschied zwischen einer kleinen Tasche und einem größeren Kabinentrolley bestehen.
Wer mit möglichst wenig Gepäck verreist, kann weiterhin von günstigen Basistarifen profitieren. Reisende mit Rollkoffer sollten dagegen konsequent die Gesamtkosten vergleichen.
Wie reist Ihr am liebsten? Reicht Euch ein kleiner Rucksack oder nehmt Ihr grundsätzlich einen Trolley mit? Schreibt uns Eure Erfahrungen mit den Gepäckgebühren der Fluggesellschaften in die Kommentare!
Quellen
- EUR-Lex: Verordnung (EU) 2026/2202
- Rat der Europäischen Union: Neue Fluggastrechte und Handgepäck
- Berliner Zeitung: Handgepäckregeln ab Oktober 2027

Christian Schröder
Gründer & Redakteur
Expertise: Deals, Gutscheine, Preisvergleiche, Verbraucher-News, Mobilfunk und Onlinehandel. Christian Schröder prüft Aktionsbedingungen, Vergleichspreise, Versandkosten und mögliche Folgekosten und bereitet relevante Informationen verständlich für Leser auf.
Christian Schröder ist seit 2016 bei Preis-King tätig und schreibt dort täglich über Angebote, Verbraucher-News, Produktrückrufe, Mobilfunk, Technik und aktuelle Entwicklungen im Onlinehandel. Zuvor betreute er bereits weitere Blogs und ist auch heute noch an verschiedenen redaktionellen Projekten beteiligt.
Durch seine Ausbildung zum Immobilienkaufmann verfügt er zusätzlich über Erfahrung in den Bereichen Verträge, Kosten, Finanzierung und wirtschaftliche Zusammenhänge. Bei Preis-King prüft und bewertet er unter anderem Aktionsbedingungen, Vergleichspreise, Versandkosten und mögliche Folgekosten.
Sein Ziel ist es, Informationen verständlich einzuordnen und Leser frühzeitig auf relevante Änderungen, Einschränkungen und mögliche Preisfallen hinzuweisen.

