Die Stromsteuer soll für alle sinken – zumindest wenn es nach der CDU und Bundeskanzler Friedrich Merz geht. Nach einer Klausurtagung am 12. Oktober 2026 kündigte Merz an, die Steuer auf das europäische Mindestniveau absenken zu wollen. Für einen Haushalt mit 4.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch wären dadurch rechnerisch rund 93 Euro Ersparnis im Jahr möglich. Allerdings gibt es einen entscheidenden Haken: Die Entlastung ist weder beschlossen noch steht ein verbindlicher Starttermin fest.
Für Millionen Haushalte wäre eine niedrigere Stromsteuer dennoch eine willkommene Erleichterung. Schließlich sind die Stromkosten in Deutschland weiterhin hoch. Wir erklären Euch, was die CDU konkret angekündigt hat, warum Privathaushalte bisher nicht bei der Stromsteuer entlastet wurden und wie viel Geld Ihr bei einer Umsetzung tatsächlich sparen könntet.
CDU will Stromsteuer auf EU-Mindestniveau senken
Nach der zweitägigen CDU-Präsidiumsklausur in Berlin erklärte Friedrich Merz am Montag, dem 12. Oktober 2026, dass seine Partei eine Stromsteuersenkung für alle Verbraucher anstrebe.
Die Steuer soll auf das europäische Minimum reduziert werden. Dabei geht es ausdrücklich nicht nur um Unternehmen, sondern auch um private Haushalte.
Allerdings knüpft Merz das Vorhaben an die finanzielle Entwicklung des Bundes. Zusätzliche Spielräume im Haushalt sollen genutzt werden, sobald die wirtschaftliche Entwicklung das zulässt.
Der Bundeskanzler verwies dabei auf eine verbesserte Wirtschaftsprognose. Entscheidend sei, ob sich das Wachstum dauerhaft stabilisiere.
Damit bleibt die Ankündigung zunächst eine politische Absichtserklärung. Ein verbindlicher Zeitpunkt oder eine neue gesetzliche Regelung für private Haushalte wurde nicht vorgestellt.
Wie die Tagesschau am 12. Oktober 2026 berichtet, will die CDU mit der geplanten Entlastung auch ein bereits früher gegebenes Versprechen einlösen.
Wie hoch ist die Stromsteuer aktuell?
Die Stromsteuer für private Haushalte beträgt in Deutschland regulär 2,05 Cent pro Kilowattstunde. Dieser Satz ist im Stromsteuergesetz festgelegt.
Das europäische Mindestniveau für nicht gewerblich verwendeten Strom liegt dagegen bei 0,1 Cent je Kilowattstunde.
Eine vollständige Absenkung auf diesen Wert würde die Steuerbelastung damit um 1,95 Cent je Kilowattstunde reduzieren.
Hinzu kommt ein weiterer Effekt: Da auf den Strompreis einschließlich Stromsteuer normalerweise auch 19 Prozent Umsatzsteuer anfallen, würde bei vollständiger Weitergabe der Entlastung zusätzlich Umsatzsteuer eingespart.
Damit ergibt sich eine mögliche Bruttoersparnis von ungefähr 2,32 Cent je Kilowattstunde.
Die rechtliche Grundlage für den bisherigen deutschen Regelsatz findet Ihr in § 3 des Stromsteuergesetzes.
Was genau ist die Stromsteuer?
Die Stromsteuer ist eine bundesgesetzlich geregelte Verbrauchsteuer auf elektrische Energie. Sie wurde 1999 eingeführt und wird normalerweise von den Stromversorgern abgeführt.
Für Euch als Verbraucher ist sie bereits Bestandteil des Strompreises. Ihr überweist die Stromsteuer also üblicherweise nicht separat an das Finanzamt.
Neben der Stromsteuer enthält Eure Rechnung weitere Bestandteile wie Energiebeschaffung, Vertriebskosten, Netzentgelte und andere staatlich bestimmte Preisbestandteile.
Deshalb bedeutet eine Senkung der Stromsteuer nicht automatisch, dass sämtliche Stromkosten in gleichem Umfang sinken.
Stromsteuersenkung 2026: So viel Geld könnten Haushalte sparen
Spannend ist vor allem die Frage, wie stark sich eine niedrigere Stromsteuer auf Eure Jahresabrechnung auswirken könnte.
Dazu lässt sich eine transparente Modellrechnung erstellen.
Wir gehen davon aus, dass die Stromsteuer von derzeit 2,05 Cent auf 0,1 Cent pro Kilowattstunde sinkt und der Steuervorteil einschließlich des Umsatzsteuereffekts vollständig an Euch weitergegeben wird.
| Jahresverbrauch | Mögliche Ersparnis pro Jahr |
|---|---|
| 1.500 kWh | ca. 35 € |
| 2.500 kWh | ca. 58 € |
| 3.500 kWh | ca. 81 € |
| 4.000 kWh | ca. 93 € |
| 5.000 kWh | ca. 116 € |
Berechnungsgrundlage: 1,95 Cent weniger Stromsteuer pro Kilowattstunde zuzüglich 19 Prozent Umsatzsteuereffekt. Die Ergebnisse sind gerundet.
Eine vierköpfige Familie mit einem Verbrauch von 4.000 Kilowattstunden könnte demnach rund 93 Euro jährlich sparen. Bei einem größeren Haushalt mit 5.000 Kilowattstunden wären es bereits rund 116 Euro.
Diese Ergebnisse decken sich mit einer früheren Berechnung des Vergleichsportals Verivox, das für einen Musterhaushalt mit 4.000 Kilowattstunden ebenfalls eine mögliche Entlastung von rund 93 Euro ermittelt hatte.
Wichtig: Es handelt sich nicht um bereits beschlossene Einsparungen oder garantierte Auszahlungsbeträge. Die Modellrechnung unterstellt eine vollständige Senkung und Weitergabe an Stromkunden über ein ganzes Jahr. Beginnt eine mögliche Entlastung erst im Laufe eines Jahres, wäre die Ersparnis für dieses Kalenderjahr entsprechend geringer.
Warum wurde die Stromsteuer bisher nicht für alle gesenkt?
Die Senkung auf das europäische Mindestniveau ist keine neue Idee.
Bereits im Februar 2025 hatte die CDU auf ihrem Parteitag ein entsprechendes Vorhaben beschlossen. Auch der Koalitionsvertrag von Union und SPD sieht eine Entlastung bei der Stromsteuer vor.
Bei der Umsetzung wurden jedoch Unterschiede zwischen Wirtschaftsbereichen und privaten Verbrauchern gemacht.
Seit dem 1. Januar 2026 gilt die niedrige Stromsteuer dauerhaft für begünstigte Unternehmen des produzierenden Gewerbes sowie der Land- und Forstwirtschaft.
Nach Angaben der Bundesregierung profitieren davon rund 600.000 Unternehmen.
Für gewöhnliche private Haushalte wurde der reguläre Stromsteuersatz dagegen bislang nicht entsprechend abgesenkt.
Die Bundesregierung hatte diese Entscheidung mit den begrenzten finanziellen Möglichkeiten begründet. Schließlich führt eine breite Steuersenkung zu geringeren Einnahmen des Bundes.
In ihren Informationen zu niedrigeren Netzentgelten und zur Stromsteuer erläutert die Bundesregierung die bereits geltenden Entlastungen.
Haushalte profitieren bereits von anderen Maßnahmen
Ganz ohne Veränderungen sind die Energiekosten 2026 allerdings nicht geblieben.
Die Bundesregierung beteiligt sich im Jahr 2026 mit 6,5 Milliarden Euro an den Kosten der Übertragungsnetze. Dadurch sollen die Netzentgelte und damit auch die Stromkosten für Verbraucher entlastet werden.
Wie stark sich das auf eine einzelne Rechnung auswirkt, hängt unter anderem vom jeweiligen Netzgebiet und Stromtarif ab.
Eine solche Entlastung über die Netzentgelte ist aber etwas anderes als die jetzt diskutierte Stromsteuersenkung. Die beiden Maßnahmen dürfen deshalb nicht miteinander verwechselt werden.
Wann könnte die Stromsteuersenkung für alle kommen?
Einen verbindlichen Starttermin gibt es nach der Ankündigung vom 12. Oktober 2026 nicht.
Merz stellt die Umsetzung ausdrücklich unter einen Finanzierungsvorbehalt. Zunächst müsste die Bundesregierung also ausreichend finanzielle Spielräume sehen und sich auf eine konkrete Regelung verständigen.
Für eine gesetzliche Steuersenkung wären anschließend die erforderlichen parlamentarischen Schritte notwendig.
Damit bleiben vor allem drei Fragen offen:
- Zeitpunkt: Ab welchem Datum könnte eine niedrigere Stromsteuer gelten?
- Finanzierung: Wie will der Bund die wegfallenden Steuereinnahmen auffangen?
- Umsetzung: Wie und ab wann würde eine Änderung in den jeweiligen Stromtarifen berücksichtigt?
Solange diese Punkte nicht geklärt sind, solltet Ihr nicht mit einem festen Entlastungsbetrag für die kommenden Monate planen.
Eine Ankündigung der CDU ist noch kein verbindlicher Beschluss der Bundesregierung oder des Bundestages.
Warum die Stromsteuer allein nicht über hohe Strompreise entscheidet
Auch eine Senkung auf das europäische Mindestmaß würde Deutschland nicht automatisch zu einem Land mit besonders günstigem Haushaltsstrom machen.
Zum einen fällt die Stromsteuer nur auf einen Teil des gesamten Endkundenpreises.
Zum anderen können sich die übrigen Preisbestandteile unabhängig von einer Steueränderung verändern.
Wie teuer Strom hierzulande ist, zeigt eine Untersuchung von Verivox, über die wir bereits berichtet haben: Im zweiten Quartal 2026 lag der deutsche Haushaltsstrompreis im internationalen G20-Vergleich bei durchschnittlich 35,6 Cent je Kilowattstunde.
Dieser Wert beschreibt allerdings einen bestimmten Vergleichszeitraum und keine aktuell für jeden Kunden verfügbare Tarifkondition.
Mehr zu dieser Untersuchung erfahrt Ihr in unserem Ratgeber zu den Strompreisen in Deutschland und dem G20-Vergleich.
Die geplante Stromsteuersenkung könnte somit einen Teil der Belastung reduzieren. Sie würde aber weder die Strombeschaffungskosten noch alle regionalen Preisunterschiede beseitigen.
Was Ihr jetzt tun könnt, um Eure Stromrechnung zu reduzieren
Auf die politische Entscheidung habt Ihr als Verbraucher zunächst keinen direkten Einfluss. Auf Euren eigenen Stromvertrag dagegen schon.
Vor allem dann, wenn Ihr seit längerer Zeit denselben Tarif nutzt, kann sich eine Überprüfung lohnen.
Arbeitspreis und Grundpreis vergleichen
Schaut auf Eurer letzten Stromabrechnung nach, wie viel Ihr tatsächlich pro Kilowattstunde bezahlt und wie hoch der jährliche Grundpreis ausfällt.
Anschließend könnt Ihr die Konditionen mit anderen Angeboten vergleichen.
Dabei zählt nicht nur der beworbene Arbeitspreis. Ein hoher Grundpreis kann einen scheinbar günstigen Tarif deutlich verteuern.
In unserer Übersicht für Strom- und Gasverträge findet Ihr aktuelle Angebote und Vergleichsmöglichkeiten.
Auf Laufzeit und Preisgarantie achten
Ein Stromvertrag sollte nicht nur im ersten Jahr günstig aussehen.
Prüft daher auch Kündigungsfristen, Vertragslaufzeit und Preisgarantien. Besonders hohe Neukundenboni können den rechnerischen Preis im ersten Jahr stark beeinflussen.
Ein Beispiel für neue Tarifmodelle ist die Zusammenarbeit von Telekom und Rabot Energy. Dort werden neben klassischen Festpreistarifen auch dynamische Stromtarife angeboten.
Welche Besonderheiten dabei gelten, erklären wir im Artikel über die Telekom-Stromtarife mit Rabot Energy.
Den eigenen Stromverbrauch überprüfen
Mindestens genauso wichtig wie der Tarif ist Euer tatsächlicher Stromverbrauch.
Besonders Geräte, die dauerhaft laufen oder viel Energie benötigen, können sich deutlich auf die Jahresabrechnung auswirken.
Ein Strommessgerät hilft beispielsweise dabei, den Verbrauch einzelner Geräte zu ermitteln. Anschließend könnt Ihr entscheiden, ob sich ein Austausch oder eine Änderung der Nutzung lohnt.
Weitere Anregungen findet Ihr in unseren 24 Tipps zum Sparen von Gas und Strom.
Es lohnt sich allerdings nicht, funktionierende Haushaltsgeräte allein wegen einer erhofften kleinen Stromersparnis sofort auszutauschen. Die Anschaffungskosten müssen ebenfalls berücksichtigt werden.
Fazit: Merz stellt niedrigere Stromsteuer für alle in Aussicht – Entscheidung bleibt offen
Die Ankündigung von Friedrich Merz könnte für private Haushalte finanziell interessant werden. Eine Senkung der Stromsteuer von 2,05 auf 0,1 Cent pro Kilowattstunde würde bei vollständiger Weitergabe die jährliche Stromrechnung eines Haushalts mit 4.000 Kilowattstunden Verbrauch rechnerisch um rund 93 Euro reduzieren.
Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg. Die CDU will die Entlastung umsetzen, sobald der Bundeshaushalt ausreichend Spielraum bietet. Ob und wann das tatsächlich geschieht, bleibt offen.
Für Euch bedeutet das: Die mögliche Senkung ist eine positive Perspektive für die Stromkosten, aber noch keine feststehende Ersparnis. Wer seine Stromrechnung schon heute reduzieren möchte, sollte deshalb nicht auf einen politischen Beschluss warten, sondern den aktuellen Tarif und Verbrauch überprüfen.
Jetzt interessiert uns Eure Meinung: Findet Ihr eine mögliche Entlastung von rund 93 Euro im Jahr ausreichend, oder müsste die Politik bei den Stromkosten deutlich weitergehen? Und wie viel zahlt Ihr aktuell pro Kilowattstunde? Schreibt es uns in die Kommentare!

Christian Schröder
Gründer & Redakteur
Expertise: Deals, Gutscheine, Preisvergleiche, Verbraucher-News, Mobilfunk und Onlinehandel. Christian Schröder prüft Aktionsbedingungen, Vergleichspreise, Versandkosten und mögliche Folgekosten und bereitet relevante Informationen verständlich für Leser auf.
Christian Schröder ist seit 2016 bei Preis-King tätig und schreibt dort täglich über Angebote, Verbraucher-News, Produktrückrufe, Mobilfunk, Technik und aktuelle Entwicklungen im Onlinehandel. Zuvor betreute er bereits weitere Blogs und ist auch heute noch an verschiedenen redaktionellen Projekten beteiligt.
Durch seine Ausbildung zum Immobilienkaufmann verfügt er zusätzlich über Erfahrung in den Bereichen Verträge, Kosten, Finanzierung und wirtschaftliche Zusammenhänge. Bei Preis-King prüft und bewertet er unter anderem Aktionsbedingungen, Vergleichspreise, Versandkosten und mögliche Folgekosten.
Sein Ziel ist es, Informationen verständlich einzuordnen und Leser frühzeitig auf relevante Änderungen, Einschränkungen und mögliche Preisfallen hinzuweisen.

