Das Deutschlandticket könnte 2027 erneut teurer werden. Aktuelle Berechnungen kommen auf 66,40 Euro pro Monat – das wären 3,40 Euro mehr als die derzeitigen 63 Euro. Für Euch wichtig: Dieser Preis ist noch nicht endgültig beschlossen. Der endgültige Betrag für das kommende Jahr soll spätestens bis zum 30. September 2026 feststehen.
Neu ist diesmal vor allem die Art, wie der Preis zustande kommt. Ab 2027 soll nicht mehr jedes Jahr aufs Neue politisch über eine konkrete Summe gestritten werden. Stattdessen wird das Deutschlandticket anhand eines Preisindexes fortgeschrieben, der Kostenentwicklungen im Nahverkehr berücksichtigen soll.
Das Deutschlandticket kostet aktuell 63 Euro
Seit Januar 2026 zahlt Ihr für das reguläre Deutschlandticket 63 Euro pro Monat. Es gilt bundesweit im teilnehmenden öffentlichen Nahverkehr – unter anderem in Bussen, Straßenbahnen, U-Bahnen, S-Bahnen sowie RB- und RE-Zügen. ICE, IC und EC sind grundsätzlich nicht enthalten; regional gibt es einzelne Ausnahmen.
Die Erhöhung auf 63 Euro gehörte bereits zu den größeren Verbraucheränderungen dieses Jahres. Einen Überblick über weitere Entwicklungen findet Ihr bei Preis-King in unserem Ratgeber zu den wichtigsten Neuerungen 2026 in Deutschland. Dort hatten wir die Preissteigerung von 58 auf 63 Euro bereits eingeordnet.
So könnte sich der Preis entwickeln
| Zeitraum | Monatspreis | Veränderung |
|---|---|---|
| Start im Mai 2023 | 49,00 € | – |
| ab Januar 2025 | 58,00 € | +9,00 € |
| ab Januar 2026 | 63,00 € | +5,00 € |
| mögliche Prognose 2027 | 66,40 € | +3,40 € |
Das zeigt auch den längerfristigen Effekt: Sollte die Prognose von 66,40 Euro eintreten, läge das Ticket rund 35,5 Prozent über seinem Einführungspreis von 49 Euro. Die bisherige Entwicklung von 49 über 58 auf 63 Euro ist dokumentiert; 66,40 Euro sind dagegen weiterhin nur eine Prognose für 2027.
Was Euch 66,40 Euro tatsächlich kosten würden
Der Unterschied von 3,40 Euro pro Monat klingt zunächst überschaubar. Über ein volles Jahr wären das jedoch 40,80 Euro zusätzliche Kosten.
Bei 63 Euro zahlt Ihr derzeit 756 Euro im Jahr. Mit einem Monatspreis von 66,40 Euro wären es 796,80 Euro. Damit würde die 800-Euro-Marke für ein volles Jahr Deutschlandticket nur knapp unterschritten.
Für Pendler, die fast täglich Bus und Regionalbahn nutzen, kann das Ticket trotzdem wirtschaftlich interessant bleiben. Wer dagegen nur gelegentlich fährt, sollte spätestens bei einer weiteren Erhöhung prüfen, wie hoch die tatsächlichen Kosten einzelner Fahrten oder regionaler Tarifangebote ausfallen.
Passende aktuelle Sparmöglichkeiten rund um Bus und Bahn findet Ihr gesammelt in unserer Kategorie für Nah- und Fernverkehr-Angebote.
Das ist 2027 anders: Der Preis folgt erstmals einer Formel
Der entscheidende Unterschied liegt im neuen Deutschlandticket-Preisindex. Die Verkehrsministerkonferenz hat im März 2026 beschlossen, dass die künftige Preisentwicklung systematischer an den Kosten des ÖPNV ausgerichtet werden soll.
Der Kostenindex wird dabei aus drei großen Bereichen gebildet:
- 55 Prozent Personalkosten
- 20 Prozent Energiekosten
- 25 Prozent sonstige Kosten
Zusätzlich fließt ein sogenannter Wertfaktor ein. Er berücksichtigt unter anderem, dass Bund und Länder ihre Finanzierung des Deutschlandtickets mit jeweils 1,5 Milliarden Euro jährlich stützen.
Für Euch bedeutet das: Steigen Löhne, Energie oder andere Betriebskosten, kann sich dies künftig direkter im Ticketpreis bemerkbar machen.
Warum gerade 66,40 Euro im Raum stehen
Die Deutsche Umwelthilfe hat die beschlossene Formel anhand öffentlich verfügbarer Daten durchgerechnet. Dabei ergibt sich zunächst rechnerisch ein Wert von 66,42 Euro, der nach der vorgesehenen Rundung zu 66,40 Euro pro Monat führen würde. Das entspricht einer Steigerung von rund 5,4 Prozent gegenüber den derzeitigen 63 Euro.
Zu einem ähnlichen Ergebnis kam zuvor eine Berechnung des Tagesspiegels. Die Tatsache, dass verschiedene Berechnungen bei 66,40 Euro landen, macht den Wert zu einer plausiblen Orientierung – aber noch nicht zum amtlichen Ticketpreis für 2027.
Diesel verteuert die aktuelle Prognose
Besonders interessant ist ein Blick auf die Energiekosten. Nach der vorläufigen Berechnung der Deutschen Umwelthilfe stieg der verwendete Dieselpreisindex um rund 10,2 Prozent, während der entsprechende Strompreisindex um rund 5,2 Prozent sank.
Die DUH kommt deshalb in einem rein hypothetischen Vergleich zu dem Ergebnis, dass eine vollständig elektrifizierte Bus- und Zugflotte bei ansonsten gleicher Berechnung einen Preis von rund 64,70 Euro ergeben würde. Dieses Szenario bildet ausdrücklich nicht die tatsächliche heutige ÖPNV-Flotte ab, zeigt aber, welchen Einfluss die unterschiedlichen Energiepreise innerhalb der Formel haben können.
Auch die 66,40-Euro-Prognose selbst ist noch vorläufig: Zum Berechnungszeitpunkt lagen noch nicht sämtliche für den vorgesehenen Zeitraum benötigten Juli-Daten vor. Die DUH hat deshalb bei einzelnen Energiekomponenten einen um einen Monat verschobenen Zwölfmonatszeitraum verwendet.
Warum der Preis trotz staatlicher Milliarden steigen kann
Bund und Länder unterstützen das Deutschlandticket weiter mit Milliardenbeträgen. Der neue Index berücksichtigt allerdings ausdrücklich, dass diese Zuschüsse nicht automatisch im gleichen Umfang mit den Betriebskosten steigen. Dadurch können höhere Kosten stärker auf den Ticketpreis durchschlagen.
Ein zusätzlicher Dämpfungsmechanismus soll künftig auch die Entwicklung der Abozahlen berücksichtigen. Für die erste Preisberechnung 2027 spielt dieser Faktor nach aktuellem Stand allerdings noch keine entscheidende Rolle; er soll erst bei späteren Berechnungen wirksam werden.
Für wen lohnt sich das Deutschlandticket weiterhin?
Ob sich das Ticket bei 66,40 Euro noch lohnt, lässt sich nicht pauschal beantworten. Entscheidend ist, wie Ihr unterwegs seid.
Wenn Ihr täglich zur Arbeit, zur Ausbildung oder zur Universität pendelt und dabei mehrere Nahverkehrsmittel nutzt, kann ein bundesweit gültiges Abo weiterhin einen erheblichen praktischen Vorteil bieten. Besonders interessant bleibt das Ticket, wenn Ihr regelmäßig über die Grenzen einzelner Verkehrsverbünde hinweg unterwegs seid.
Nutzt Ihr Bus und Bahn dagegen nur an wenigen Tagen im Monat, lohnt sich ein Vergleich mit Einzelfahrkarten, Tageskarten oder regionalen Abos.
Noch wichtiger ist die Unterscheidung zwischen Nah- und Fernverkehr: ICE, IC, EC und FlixTrain gehören grundsätzlich nicht zum Deutschlandticket. Für diese Fahrten benötigt Ihr weiterhin separate Tickets.
Wer öfter mit der Deutschen Bahn im Fernverkehr unterwegs ist, findet auf unserer Übersichtsseite die laufenden Deutsche-Bahn-Angebote, Sparpreise und Rabattaktionen.
Deutschlandticket und Fernverkehr: Diese Alternativen könnt Ihr prüfen
Gerade wenn Ihr nur gelegentlich längere Strecken fahrt, muss ein Deutschlandticket nicht automatisch die günstigste Lösung für jede Reise sein.
Aktuell bietet die Deutsche Bahn beispielsweise einen Super Sparpreis Last Minute ab 6,99 Euro für bestimmte kurzfristige Fernverkehrsfahrten an. Das Angebot ist zum aktuellen Stand für Fahrten bis zum 13. September 2026 vorgesehen und unterliegt den jeweiligen Buchungsbedingungen und Verfügbarkeiten.
Für Familien kann derzeit außerdem die kostenlose Jugend BahnCard 25 für Kinder und Jugendliche interessant sein. Die Deutsche Bahn nennt für die Aktion aktuell den 30. September 2026 als Ende; die Jugend BahnCard ist ein Jahr gültig und läuft anschließend automatisch aus.
Und wenn Ihr im Fernverkehr ohnehin flexibel seid, könnt Ihr auch die aktuellen FlixTrain-Angebote und Sparmöglichkeiten vergleichen. Wichtig bleibt dabei: FlixTrain ist nicht im Deutschlandticket enthalten.
Fazit: 66,40 Euro sind plausibel – aber noch nicht beschlossen
Das Deutschlandticket könnte 2027 von 63 auf 66,40 Euro pro Monat steigen. Damit würden Euch bei ganzjähriger Nutzung 40,80 Euro mehr pro Jahr entstehen. Gegenüber dem ursprünglichen Einführungspreis von 49 Euro wäre das inzwischen ein Anstieg von rund 35,5 Prozent.
Entscheidend ist jedoch: 66,40 Euro sind derzeit eine Prognose und kein endgültig festgesetzter Preis. Neu ist vor allem der Mechanismus dahinter. Die künftige Preisentwicklung soll über einen festen Index stärker an Personal-, Energie- und weiteren Betriebskosten ausgerichtet werden. Der Preis für 2027 soll spätestens am 30. September 2026 veröffentlicht werden.
Für regelmäßige Pendler dürfte das bundesweit gültige Nahverkehrsabo auch nach einer moderaten Erhöhung interessant bleiben. Wenn Ihr dagegen nur gelegentlich unterwegs seid oder überwiegend ICE und IC nutzt, solltet Ihr stärker vergleichen – aktuelle Optionen findet Ihr jederzeit bei Preis-King unter den Angeboten für Nah- und Fernverkehr

Christian Schröder
Gründer & Redakteur
Expertise: Deals, Gutscheine, Preisvergleiche, Verbraucher-News, Mobilfunk und Onlinehandel. Christian Schröder prüft Aktionsbedingungen, Vergleichspreise, Versandkosten und mögliche Folgekosten und bereitet relevante Informationen verständlich für Leser auf.
Christian Schröder ist seit 2016 bei Preis-King tätig und schreibt dort täglich über Angebote, Verbraucher-News, Produktrückrufe, Mobilfunk, Technik und aktuelle Entwicklungen im Onlinehandel. Zuvor betreute er bereits weitere Blogs und ist auch heute noch an verschiedenen redaktionellen Projekten beteiligt.
Durch seine Ausbildung zum Immobilienkaufmann verfügt er zusätzlich über Erfahrung in den Bereichen Verträge, Kosten, Finanzierung und wirtschaftliche Zusammenhänge. Bei Preis-King prüft und bewertet er unter anderem Aktionsbedingungen, Vergleichspreise, Versandkosten und mögliche Folgekosten.
Sein Ziel ist es, Informationen verständlich einzuordnen und Leser frühzeitig auf relevante Änderungen, Einschränkungen und mögliche Preisfallen hinzuweisen.

