Flüge für wenige Euro gehören für viele Reisende inzwischen fast selbstverständlich zum europäischen Alltag. Doch genau dieses Geschäftsmodell gerät zunehmend unter Druck: teurerer nachhaltiger Flugkraftstoff, steigende CO₂-Kosten und strengere Umweltvorgaben erhöhen die Ausgaben der Airlines – und ein Teil davon könnte langfristig bei Euch als Passagieren landen. Das bedeutet allerdings nicht, dass der 20- oder 30-Euro-Flug von heute auf morgen verschwindet.
Wer flexibel reist, kann weiterhin sehr günstige Tickets finden. Auf Preis-King werden beispielsweise auch im August 2026 noch aktuelle Ryanair-Direktflüge ab 14,99 Euro pro Strecke aufgeführt. Gleichzeitig zeigen Branchenanalysen aber, dass gerade europäische Billigfluggesellschaften in den kommenden Jahren mit deutlich höheren regulatorischen Kosten rechnen müssen.
Warum Fliegen in Europa teurer werden könnte
Der Kostendruck hat mehrere Ursachen gleichzeitig. Kurzfristig können vor allem Kerosinpreise, geopolitische Krisen, verfügbare Flugzeugkapazitäten und die Nachfrage starke Auswirkungen auf Ticketpreise haben.
Langfristig kommt ein weiterer Faktor hinzu: Europa verschärft die Klimavorgaben für den Luftverkehr.
Nach Einschätzung von BloombergNEF könnten die weltweiten Umwelt-Compliance-Kosten der Airlines bis 2035 auf rund 48 Milliarden US-Dollar steigen. Das wäre ungefähr das Vierfache des für 2026 erwarteten Niveaus. Besonders stark betroffen seien europäische Fluggesellschaften, weil sie sowohl mit Vorgaben für nachhaltigen Flugkraftstoff als auch mit dem europäischen Emissionshandel konfrontiert sind.
Für Euch bedeutet das nicht automatisch, dass jedes Flugticket entsprechend teurer wird. Airlines können einen Teil zusätzlicher Kosten über effizientere Flugzeuge, eine andere Streckenplanung, Auslastung, Treibstoffabsicherung oder niedrigere Margen auffangen. Ein Teil dürfte aber zumindest auf manchen Strecken im Ticketpreis landen.
Wer regelmäßig nach günstigen Verbindungen sucht, findet auf Preis-King in der Übersicht zu aktuellen Flug-Schnäppchen und Flugangeboten weiterhin Angebote für Kurz-, Langstrecken- und Low-Cost-Flüge.
Nachhaltiger Flugkraftstoff wird verpflichtend
Einer der wichtigsten Kostentreiber ist Sustainable Aviation Fuel, kurz SAF. Dabei handelt es sich um Flugkraftstoffe, die im Vergleich zu herkömmlichem fossilem Kerosin über ihren Lebenszyklus deutlich geringere Treibhausgasemissionen ermöglichen können.
Die EU schreibt über die ReFuelEU-Aviation-Verordnung seit 2025 einen Mindestanteil von 2 Prozent SAF am an entsprechenden EU-Flughäfen bereitgestellten Flugkraftstoff vor. Bis 2030 steigt die Quote auf 6 Prozent, langfristig soll sie bis 2050 auf 70 Prozent anwachsen.
Erste Hinweise für 2025 deuten darauf hin, dass Europa die anfängliche 2-Prozent-Vorgabe erreicht oder sogar leicht übertroffen haben könnte. Zum Vergleich: 2024 lag der SAF-Anteil nach Angaben aus dem europäischen Luftfahrtumfeld noch bei rund 0,6 Prozent.
Das Problem: SAF ist noch deutlich teurer
Der entscheidende Punkt für Eure künftigen Ticketpreise ist nicht nur die Quote, sondern der Preis des Kraftstoffs.
Branchenvertreter bezifferten die Kosten von SAF zuletzt auf ungefähr das Drei- bis Fünffache von herkömmlichem Flugkerosin. Genau deshalb fordern europäische Airlines mehr Förderung und einen schnelleren Ausbau der Produktionskapazitäten.
Mit steigender Produktion könnte sich der Preisunterschied künftig verkleinern. Sicher vorhersagen lässt sich das jedoch nicht.
Auch deshalb ist die Aussage „Flüge werden jetzt zwangsläufig massiv teurer“ zu pauschal.

Steigende Umweltkosten und höhere SAF-Quoten könnten extrem günstige Flugtickets in Europa langfristig seltener machen.
Ryanair und andere Billigflieger stehen besonders unter Beobachtung
Ausgerechnet Low-Cost-Airlines könnten besonders empfindlich auf steigende Umweltkosten reagieren.
Der Grund ist einfach: Ihr Geschäftsmodell basiert auf sehr niedrigen Basistarifen, hoher Auslastung und konsequent niedrigen Betriebskosten. Gleichzeitig bedienen Anbieter wie Ryanair einen besonders preissensiblen Kundenkreis.
BloombergNEF erwartet für europäische Billigfluggesellschaften vergleichsweise hohe Umweltkosten pro angebotenem Sitzkilometer. Für Ryanair werden für 2035 beispielsweise etwa 2,1 US-Cent Umweltkosten pro Sitzkilometer prognostiziert. Bei easyJet sind es rund 2,15 US-Cent.
Air Quality News berichtet unter Berufung auf BloombergNEF zudem von einer Prognose, wonach Ryanairs Betriebskosten bis 2036 unter dem Einfluss verschärfter Umwelt- und Emissionsvorgaben deutlich steigen könnten. Die genaue Entwicklung hängt allerdings von zahlreichen Faktoren ab und ist keine Vorhersage Eures zukünftigen Ticketpreises.
Wenn Ihr speziell nach Angeboten des Billigfliegers sucht, könnt Ihr auf Preis-King die Ryanair-Angebote und Rabattaktionen verfolgen. Gerade der heutige Unterschied zwischen extrem günstigen Aktionspreisen und langfristig steigenden Airline-Kosten zeigt, warum die Entwicklung interessant ist.
Einige Airlines verlangen bereits Umweltzuschläge
Die Entwicklung ist nicht nur theoretisch.
Lufthansa hat bereits einen Environmental Cost Surcharge eingeführt. Laut BloombergNEF reicht dieser je nach Verbindung von 1 bis 72 Euro pro Passagier. Damit sollen unter anderem Kosten für SAF und Emissionszertifikate gedeckt werden. Auch Air France-KLM gibt entsprechende Umweltkosten bereits zumindest teilweise an Passagiere weiter.
Gerade hier zeigt sich, wie unterschiedlich Airlines reagieren können.
Billigfluggesellschaften müssen besonders vorsichtig kalkulieren: Wird ein Ticket, das bisher beispielsweise 30 oder 40 Euro kostete, nur um einige Euro teurer, entspricht das prozentual bereits einem erheblichen Aufschlag. Bei einem 600-Euro-Langstreckenticket fällt derselbe absolute Zuschlag wesentlich weniger ins Gewicht.
Was bedeutet das konkret für Reisende aus Deutschland?
Für Euch in Deutschland ist die Entwicklung besonders relevant, weil ein großer Teil der klassischen Kurz- und Mittelstrecken innerhalb Europas stattfindet.
Damit liegen viele Verbindungen genau in dem Markt, in dem EU-Emissionshandel und SAF-Vorgaben unmittelbar eine Rolle spielen.
Das muss nicht bedeuten, dass günstige Wochenendtrips nach Spanien, Italien oder Griechenland verschwinden. Wahrscheinlicher ist, dass sich extreme Niedrigpreise künftig schwerer dauerhaft anbieten lassen oder stärker auf einzelne Termine und schwach ausgelastete Verbindungen konzentrieren.
Schon heute zeigt sich, wie groß die Spannweite sein kann: Während Preis-King noch Low-Cost-Flüge im zweistelligen Eurobereich auflistet, enthalten aktuelle Pauschalreisen Flug und Unterkunft teilweise weiterhin zu überraschend niedrigen Gesamtpreisen. Einen guten Überblick bekommt Ihr in den aktuellen Urlaub- und Reiseangeboten sowie bei den günstigen Pauschalreisen mit Flug.
Billigflüge verschwinden deshalb nicht automatisch
Trotz aller neuen Kosten gibt es einen wichtigen Gegenpunkt: Airlines haben einen starken wirtschaftlichen Anreiz, ihre Flugzeuge möglichst voll zu bekommen.
Ein leerer Sitz lässt sich nach dem Start nicht mehr verkaufen. Deshalb dürfte es weiterhin Aktionspreise, kurzfristige Sonderangebote und günstige Tickets auf schwach ausgelasteten Verbindungen geben.
Entscheidend könnte künftig noch stärker werden, wie flexibel Ihr bei Reisedatum, Abflughafen und Ziel seid.
Wer beispielsweise mehrere Abflughäfen vergleichen kann, unter der Woche fliegt oder bei seinem Reiseziel flexibel ist, dürfte weiterhin bessere Chancen auf günstige Tickets haben.
Für den Vergleich verschiedener Anbieter bietet Preis-King außerdem eine eigene Übersicht zu Skyscanner und dessen Flugsuche. Dort werden unter anderem flexible Suchfunktionen und Preisalarme thematisiert.
Pauschalreisen könnten für Preisjäger interessanter werden
Steigende einzelne Flugpreise bedeuten auch nicht zwangsläufig, dass Euer gesamter Urlaub im gleichen Verhältnis teurer wird.
Reiseveranstalter und Plattformen kombinieren Flug- und Hotelkapazitäten und können dadurch andere Einkaufskonditionen erhalten als ein Verbraucher, der jede Leistung separat bucht. Ob eine Pauschalreise tatsächlich günstiger ist, müsst Ihr aber immer für Euren konkreten Termin vergleichen.
Preis-King führt dafür eine eigene Übersicht günstiger Pauschalreisen. Auch auf der Seite mit Loveholidays-Angeboten für Flug und Hotel werden kombinierte Reisepakete gesammelt.
Gerade wenn reine Flugtickets auf einer Strecke teuer erscheinen, kann sich deshalb der Vergleich mit einem Komplettpaket lohnen.
Was Ihr tun könnt, um weiterhin günstig zu fliegen
Der wichtigste Hebel bleibt Flexibilität.
Wenn Ihr mehrere Reisetage, Flughäfen und gegebenenfalls verschiedene Reiseziele vergleichen könnt, seid Ihr weniger davon abhängig, was eine bestimmte Airline für genau eine Verbindung verlangt.
Preisalarme können ebenfalls sinnvoll sein. Ebenso lohnt es sich, nicht nur den nackten Flugpreis zu betrachten. Ein vermeintliches 20-Euro-Ticket kann nach Aufgabegepäck, Sitzplatzwahl und weiteren Extras deutlich teurer werden.
Vergleicht deshalb immer den tatsächlichen Endpreis für Eure benötigten Leistungen.
Gerade bei Urlaubsreisen sollte außerdem der Vergleich zwischen Einzelbuchung und Paket nicht fehlen.
Fazit: Günstige Flüge bleiben – aber der Kostendruck wächst
Das Ende günstiger Flüge ist derzeit nicht absehbar. Dafür ist der Wettbewerb zwischen Airlines zu groß, und freie Sitzplätze werden auch künftig kurzfristig zu niedrigen Preisen verkauft werden.
Gleichzeitig verändern sich die Rahmenbedingungen deutlich. SAF-Quoten steigen, CO₂-Kosten nehmen zu und europäische Airlines müssen Milliardenbeträge für die Dekarbonisierung des Luftverkehrs einplanen. BloombergNEF erwartet, dass die entsprechenden Umwelt-Compliance-Kosten der Branche bis 2035 weltweit auf rund 48 Milliarden US-Dollar steigen könnten.
Für Euch dürfte das vor allem bedeuten: Der extrem günstige Flug wird vermutlich nicht komplett verschwinden, könnte aber seltener, stärker terminabhängig und schwieriger zu finden werden.
Wer flexibel vergleicht, verschiedene Abflughäfen berücksichtigt und neben Einzel-Flügen auch Pauschalangebote prüft, hat weiterhin die besten Chancen, günstig zu reisen.
Wie seht Ihr die Entwicklung? Würdet Ihr auch bei höheren Ticketpreisen weiterhin genauso häufig fliegen – oder verändert ein steigender Flugpreis Eure Reiseplanung? Schreibt uns Eure Meinung und Eure Erfahrungen in die Kommentare.

Christian Schröder
Gründer & Redakteur
Expertise: Deals, Gutscheine, Preisvergleiche, Verbraucher-News, Mobilfunk und Onlinehandel. Christian Schröder prüft Aktionsbedingungen, Vergleichspreise, Versandkosten und mögliche Folgekosten und bereitet relevante Informationen verständlich für Leser auf.
Christian Schröder ist seit 2016 bei Preis-King tätig und schreibt dort täglich über Angebote, Verbraucher-News, Produktrückrufe, Mobilfunk, Technik und aktuelle Entwicklungen im Onlinehandel. Zuvor betreute er bereits weitere Blogs und ist auch heute noch an verschiedenen redaktionellen Projekten beteiligt.
Durch seine Ausbildung zum Immobilienkaufmann verfügt er zusätzlich über Erfahrung in den Bereichen Verträge, Kosten, Finanzierung und wirtschaftliche Zusammenhänge. Bei Preis-King prüft und bewertet er unter anderem Aktionsbedingungen, Vergleichspreise, Versandkosten und mögliche Folgekosten.
Sein Ziel ist es, Informationen verständlich einzuordnen und Leser frühzeitig auf relevante Änderungen, Einschränkungen und mögliche Preisfallen hinzuweisen.

