Zuckersteuer auf Softdrinks geplant: So viel teurer könnten Cola, Eistee und Energy-Drinks werden

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Cola, Limonade und Energy-Drinks könnten in Deutschland schon bald deutlich teurer werden. Die Bundesregierung arbeitet an einer Abgabe auf zuckergesüßte Getränke. Damit sollen Hersteller dazu bewegt werden, den Zuckergehalt ihrer Produkte zu reduzieren. Gleichzeitig erhofft sich die Politik zusätzliche Einnahmen zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung.

Für Kundinnen und Kunden von Lidl, Kaufland und anderen Supermärkten stellt sich damit vor allem eine Frage: Wie stark könnten die Preise für Softdrinks steigen?

Noch ist nicht jedes Detail beschlossen. Klar ist jedoch, dass sich die Bundesregierung bei der Ausgestaltung an den Empfehlungen der Finanzkommission Gesundheit orientieren will. Vorgesehen ist demnach eine gestaffelte Abgabe, deren Höhe vom Zuckergehalt des jeweiligen Getränks abhängt.

Zuckersteuer soll Hersteller zu neuen Rezepturen bewegen

Die geplante Abgabe soll vor allem zuckerhaltige Getränke wie Cola, Limonade, Eistee und klassische Energy-Drinks betreffen. Anders als bei einer pauschalen Steuer würde die Belastung voraussichtlich nach dem Zuckergehalt gestaffelt.

Das Prinzip: Je mehr Zucker ein Getränk pro 100 Milliliter enthält, desto höher fällt die Abgabe aus. Produkte mit wenig oder keinem Zucker könnten dagegen von der zusätzlichen Belastung verschont bleiben.

Damit verfolgt die Politik zwei Ziele:

Erstens sollen Hersteller einen finanziellen Anreiz erhalten, ihre Rezepturen zu verändern und weniger Zucker einzusetzen. Zweitens könnten die Einnahmen dazu beitragen, die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen abzufedern.

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken rechnet nach aktuellem Stand mit Einnahmen von rund 650 Millionen Euro. Ein Gesetzesentwurf wird vom Bundesfinanzministerium vorbereitet. Die endgültigen Grenzwerte, Ausnahmen und der tatsächliche Einführungstermin müssen jedoch noch festgelegt werden.

Diese Staffelung steht bei der Zuckerabgabe im Raum

Die Finanzkommission Gesundheit empfiehlt ein Modell, bei dem die Abgabe in mehreren Stufen erhoben wird. Diskutiert werden folgende Grenzen:

Zuckergehalt Mögliche Abgabe
Weniger als 5 Gramm je 100 ml keine Abgabe
5 bis unter 8 Gramm je 100 ml 0,26 Euro pro Liter
Ab 8 Gramm je 100 ml 0,32 Euro pro Liter

Reine Fruchtsäfte könnten von der Regelung ausgenommen werden. Ob auch Milchgetränke, pflanzliche Alternativen oder andere Getränkekategorien ausgenommen werden, ist bislang nicht abschließend geklärt.

Wichtig: Bei diesen Werten handelt es sich um das diskutierte Kommissionsmodell. Erst mit einem verabschiedeten Gesetz steht fest, welche Sätze tatsächlich gelten.

Was würde eine Zuckersteuer bei Lidl und Kaufland kosten?

Sollten Hersteller und Händler die zusätzliche Abgabe vollständig an ihre Kunden weitergeben, wären die Preisaufschläge vor allem bei großen Flaschen schnell sichtbar.

Ein Literpreis-Aufschlag von 32 Cent bedeutet bei einer 1,5-Liter-Flasche rechnerisch bereits 48 Cent zusätzliche Abgabe. Wird darauf zusätzlich Mehrwertsteuer fällig, könnte der Endpreis um etwa 51 Cent steigen.

Mögliche Mehrkosten bei bekannten Getränken

Getränk Typischer Zuckergehalt Möglicher Aufschlag
1,5 Liter klassische Cola etwa 10 bis 11 g/100 ml rund 51 Cent
1,5 Liter gesüßter Eistee etwa 7 g/100 ml rund 42 Cent
0,33 Liter Energy-Drink etwa 10 bis 11 g/100 ml rund 11 Cent
2 Liter zuckerhaltige Limonade mehr als 8 g/100 ml rund 68 Cent

Die tatsächlichen Verkaufspreise könnten davon abweichen. Hersteller könnten einen Teil der Belastung selbst tragen, Verpackungsgrößen verändern oder Rezepturen anpassen. Auch unterschiedliche Preisstrategien von Lidl, Kaufland, Aldi und anderen Händlern sind denkbar.

Wer regelmäßig Getränke kauft, sollte daher die aktuellen Lebensmittel-Angebote bei Preis-King und speziell unsere Übersicht der Getränke-Schnäppchen im Blick behalten.

Eigenmarken könnten prozentual besonders stark betroffen sein

Besonders auffällig könnte die Preisentwicklung bei günstigen Eigenmarken ausfallen. Dazu gehören beispielsweise Freeway bei Lidl oder K-Classic bei Kaufland.

Die geplante Abgabe richtet sich nicht nach dem bisherigen Verkaufspreis, sondern nach der Getränkemenge und dem Zuckergehalt. Für eine günstige Cola fällt damit grundsätzlich dieselbe Abgabe pro Liter an wie für ein teureres Markenprodukt mit vergleichbarem Zuckergehalt.

Kostet eine 1,5-Liter-Flasche einer Eigenmarke beispielsweise weniger als einen Euro, wäre ein Aufschlag von rund 50 Cent prozentual enorm. Eine Marken-Cola, die bereits deutlich teurer ist, würde durch denselben absoluten Aufschlag prozentual weniger stark verteuert.

Aktuelle Aktionen findet Ihr regelmäßig in unseren Übersichten zu den Lidl-Angeboten und den Supermarkt-Schnäppchen.

Wie stark könnte die Zuckersteuer Familien belasten?

Für Haushalte, die nur gelegentlich Softdrinks kaufen, dürfte sich die zusätzliche Belastung in Grenzen halten. Bei einem hohen Verbrauch können sich die Aufschläge jedoch schnell summieren.

Kauft eine vierköpfige Familie beispielsweise jede Woche zwölf Flaschen mit jeweils 1,5 Litern zuckerhaltiger Limonade, entspricht das insgesamt 18 Litern. Bei einem Aufschlag von rund 32 Cent pro Liter entstehen rechnerisch etwa 5,76 Euro Mehrkosten pro Woche – vor möglichen weiteren Preisbestandteilen.

Auf ein Jahr hochgerechnet wären das knapp 300 Euro. Bei einem geringeren Verbrauch fällt die Belastung entsprechend niedriger aus.

Zusätzliche Getränkekosten treffen Haushalte in einer Phase, in der Lebensmittel ohnehin deutlich teurer geworden sind. Die Preise für Nahrungsmittel lagen nach einer Auswertung des Statistischen Bundesamtes im Juni 2025 insgesamt 36,3 Prozent über dem Niveau von Januar 2020. Mehr dazu lest Ihr in unserem Ratgeber zu den gestiegenen Lebensmittelpreisen in Deutschland.

Können Lidl und Kaufland die Zuckersteuer vermeiden?

Die wichtigste Möglichkeit heißt Reformulierung. Gemeint ist damit eine Veränderung der Rezeptur, durch die der Zuckergehalt unter einen relevanten Grenzwert sinkt.

Reduziert ein Hersteller den Zuckeranteil beispielsweise auf weniger als fünf Gramm pro 100 Milliliter, könnte das Getränk nach dem diskutierten Modell vollständig von der Abgabe befreit bleiben.

Lidl, Kaufland und andere Handelsketten haben den Zuckeranteil zahlreicher Eigenmarken bereits in den vergangenen Jahren verändert. Die geplante Abgabe könnte diesen Prozess beschleunigen.

Dabei gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • weniger Zucker und ein insgesamt weniger süßer Geschmack,
  • ein stärkerer Einsatz von Süßungsmitteln,
  • kleinere Verpackungen,
  • neue zuckerfreie Produktvarianten,
  • eine Kombination aus Zucker und Süßungsmitteln.

Aldi Süd unterstützt eine Zuckerabgabe grundsätzlich und schlägt eine Übergangsfrist von 18 Monaten vor. Dadurch sollen Hersteller genügend Zeit erhalten, ihre Produkte anzupassen. Auch das zeigt: Im Idealfall soll die Abgabe weniger Geld einbringen, weil möglichst viele Rezepturen rechtzeitig verändert werden.

Zuckerfreie Alternativen werden damit für viele Verbraucher interessanter. Passende Aktionen findet Ihr unter anderem in unserer Übersicht zu den zuckerfreien Probierwochen sowie bei den aktuellen Cashback-Angeboten.

Zero-Getränke könnten zum Preisvorteil werden

Produkte wie Cola Zero, Fanta ohne Zucker oder Sprite Zero enthalten in der Regel keinen beziehungsweise nur sehr wenig Zucker. Sie würden von einem nach Zuckergehalt gestaffelten Modell voraussichtlich nicht erfasst.

Dadurch könnte sich der Preisabstand zwischen klassischen und zuckerfreien Varianten deutlich verändern. Kostet die normale Cola durch die Abgabe rund 30 Cent mehr pro Liter, während die Zero-Variante unverändert bleibt, entsteht ein klarer finanzieller Anreiz zum Wechsel.

Allerdings hängt auch dies von der Preisgestaltung der Hersteller ab. Unternehmen könnten ihre Preise über das gesamte Sortiment hinweg neu kalkulieren. Es ist deshalb nicht garantiert, dass zuckerfreie Getränke dauerhaft exakt auf dem bisherigen Preisniveau bleiben.

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Mit Bonusprogrammen einen Teil der Mehrkosten ausgleichen

Sollte die Zuckerabgabe kommen, gewinnen Coupons, Wochenangebote und Kundenprogramme weiter an Bedeutung.

Bei Lidl können Kunden mit Lidl Plus Coupons aktivieren und Punkte sammeln. Wie das überarbeitete System funktioniert, erklären wir in unserem Ratgeber zum neuen Lidl-Plus-Punktesystem.

Auch Kaufland setzt verstärkt auf personalisierte Angebote, Punkte und App-Coupons. Ob sich die Nutzung lohnt und welche Einschränkungen gelten, zeigt unser Test der Kaufland Card Xtra.

Gerade bei haltbaren Getränken lohnt es sich außerdem, größere Mengen nur dann zu kaufen, wenn der Literpreis tatsächlich günstig ist. Nicht jede Großpackung ist automatisch ein Schnäppchen. Entscheidend bleibt der Vergleich des Grundpreises.

Zuckersteuer ab 2027: Was steht bereits fest?

Fest steht bislang, dass die Bundesregierung eine Abgabe auf zuckergesüßte Getränke einführen will und sich bei der Ausgestaltung an den Empfehlungen der Finanzkommission Gesundheit orientiert.

Noch nicht abschließend feststehen:

  • der konkrete Einführungstermin,
  • die endgültigen Steuersätze,
  • die genauen Zuckergrenzen,
  • mögliche Ausnahmen,
  • die Behandlung der Mehrwertsteuer,
  • die Weitergabe der Kosten an Verbraucher,
  • die Übergangsfristen für Hersteller.

Ein Start im Jahr 2027 wird politisch diskutiert und bei den erwarteten Einnahmen bereits einkalkuliert. Andere frühere Planungen nannten 2028. Solange kein Gesetz verabschiedet ist, sollten mögliche Preisaufschläge daher als Rechenbeispiele und nicht als feststehende neue Verkaufspreise betrachtet werden.

Fazit: Vor allem günstige Cola könnte deutlich teurer werden

Eine gestaffelte Zuckerabgabe könnte die Preise von Cola, Limonade, Eistee und Energy-Drinks spürbar erhöhen. Besonders groß wäre der prozentuale Effekt bei günstigen Eigenmarken von Lidl, Kaufland und anderen Discountern.

Eine 1,5-Liter-Flasche klassischer Cola könnte nach dem diskutierten Modell rund 50 Cent mehr kosten. Bei Familien mit hohem Softdrink-Verbrauch wären jährliche Mehrkosten von mehreren Hundert Euro möglich.

Ob diese Belastung tatsächlich an der Kasse ankommt, hängt jedoch davon ab, wie Hersteller und Händler reagieren. Senken sie den Zuckergehalt rechtzeitig, könnten viele Getränke abgabenfrei bleiben. Verbraucher müssten sich dann weniger auf höhere Preise als auf veränderte Rezepturen und einen stärkeren Einsatz von Süßungsmitteln einstellen.

Häufige Fragen zur geplanten Zuckersteuer

Wann soll die Zuckersteuer in Deutschland kommen?

Ein Start im Jahr 2027 ist im Gespräch. Ein verbindlicher Termin steht erst fest, wenn das Gesetzgebungsverfahren abgeschlossen ist.

Welche Getränke wären betroffen?

Voraussichtlich zuckergesüßte Getränke wie Cola, Limonaden, gesüßter Eistee und Energy-Drinks. Die genaue Abgrenzung steht noch nicht endgültig fest.

Werden Cola Zero und andere zuckerfreie Getränke teurer?

Nach einem gestaffelten Modell würden zuckerfreie Getränke voraussichtlich nicht direkt mit der Abgabe belastet. Hersteller könnten ihre allgemeinen Verkaufspreise dennoch neu kalkulieren.

Wie viel teurer könnte eine 1,5-Liter-Flasche Cola werden?

Bei einer Abgabe von 32 Cent je Liter könnte der Endpreis inklusive Mehrwertsteuer rechnerisch um ungefähr 51 Cent steigen.

Gilt die Abgabe auch für Eigenmarken von Lidl und Kaufland?

Ja, sofern die Produkte die festgelegten Zuckergrenzen überschreiten. Die Marke oder der bisherige Verkaufspreis spielen für eine mengenbezogene Abgabe grundsätzlich keine Rolle.

Können Hersteller die Abgabe umgehen?

Hersteller könnten den Zuckergehalt reduzieren und damit in eine niedrigere Abgabenstufe gelangen. Unterhalb des diskutierten Freibetrags wäre möglicherweise gar keine Abgabe fällig.

Christian Schröder

Christian Schröder

Gründer & Redakteur

Expertise: Christian ist erfahrener Schnäppchen-Experte und Gründer von Preis-King.com mit starkem Fokus auf Deals, Gutscheine und Preisoptimierung seit 2017. Dank seiner täglichen Deal-Recherche entdeckt Ihr mit ihm zuverlässig die besten Angebote im Netz – schnell, aktuell und mit echtem Sparpotenzial.

Christian Schröder beschäftigt sich seit 2017 täglich mit Angeboten, Gutscheinen, Cashback-Aktionen und Preisentwicklungen. Als Gründer von Preis-King prüft er Deals unter anderem anhand von Vergleichspreisen, Aktionsbedingungen, Versandkosten und möglicher Folgekosten. Sein Ziel ist es, Angebote verständlich einzuordnen und Leser frühzeitig auf Einschränkungen oder Preisfallen hinzuweisen.

Zuletzt aktualisiert: 18.07.2026
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