Der Non-Food-Discounter Kodi steckt erneut in finanziellen Schwierigkeiten. Das Unternehmen hat beim Amtsgericht Halle (Saale) ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Rund 50 der derzeit etwa 150 Filialen könnten geschlossen werden. Welche Standorte betroffen sind, steht bislang noch nicht fest.
Für Kundinnen und Kunden ändert sich zunächst wenig: Die Kodi-Filialen bleiben vorerst geöffnet und der Verkauf soll ohne Einschränkungen weiterlaufen. Auch die rund 1.200 Beschäftigten erhalten ihre Löhne und Gehälter für Juli, August und September 2026 über das Insolvenzgeld.
Warum ist Kodi erneut insolvent?
Nach Angaben des Unternehmens belasten mehrere Entwicklungen das Geschäft. Dazu gehören die zurückhaltende Konsumstimmung, hohe Energie- und Mietkosten, steigende Lohnnebenkosten sowie der zunehmende Wettbewerb durch Onlinehändler und andere Non-Food-Discounter.
Kodi verkauft vor allem Haushaltswaren, Reinigungsartikel, Schreibwaren, Dekoration und Produkte für den täglichen Bedarf. In diesem Segment konkurriert das Unternehmen unter anderem mit Action, Tedi, Woolworth und Mäc Geiz.
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Etwa jede dritte Kodi-Filiale steht auf dem Prüfstand
Kodi betreibt derzeit rund 150 Geschäfte. Nach Einschätzung der Geschäftsführung müssen voraussichtlich ungefähr 50 Filialen schließen. Damit wäre etwa jeder dritte Standort betroffen.
Eine konkrete Liste der gefährdeten Filialen wurde bisher nicht veröffentlicht. Kundinnen und Kunden sollten deshalb Meldungen über angeblich bereits feststehende Schließungen einzelner Standorte vorsichtig behandeln. Sobald Kodi eine offizielle Filialliste vorlegt, lässt sich genauer sagen, welche Städte betroffen sind.
Der Schwerpunkt des Kodi-Filialnetzes liegt in Nordrhein-Westfalen. Entsprechend könnten dort besonders viele Standorte auf dem Prüfstand stehen. Das ist derzeit jedoch lediglich eine naheliegende Schlussfolgerung aus der regionalen Verteilung und keine bestätigte Schließungsliste.
Kodi war bereits 2024 in finanziellen Schwierigkeiten
Die aktuelle Insolvenz ist nicht das erste Sanierungsverfahren des Unternehmens. Kodi hatte bereits im November 2024 ein Schutzschirmverfahren beantragt. Im März 2025 wurde das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet.
Im Zuge der damaligen Sanierung wurde das Filialnetz deutlich verkleinert. Von ursprünglich rund 240 Standorten blieben etwa 150 übrig. Rund 90 Filialen wurden geschlossen und mehr als 500 Arbeitsplätze abgebaut. Ein Investorenkonsortium übernahm anschließend die verbliebenen Geschäfte.
Dass Kodi nun erneut einen Insolvenzantrag stellen musste, zeigt, dass die vorherige Sanierung keine dauerhaft stabile wirtschaftliche Grundlage geschaffen hat.
Was bedeutet die Insolvenz für Kodi-Kunden?
Die wichtigste Nachricht für Kundinnen und Kunden: Die Filialen bleiben zunächst geöffnet. Einkäufe sind weiterhin möglich und der Geschäftsbetrieb soll vorerst regulär fortgesetzt werden.
Allerdings sind einige Punkte noch ungeklärt:
- Welche rund 50 Filialen tatsächlich schließen
- Wann mögliche Schließungsverkäufe beginnen
- Ob Gutscheine dauerhaft in allen Filialen eingelöst werden können
- Ob sich Rückgabe- oder Umtauschmöglichkeiten verändern
- Welche Produkte künftig noch verfügbar sein werden
Bei Gutscheinen empfiehlt es sich grundsätzlich, sie nicht unnötig lange aufzubewahren. Eine Insolvenz bedeutet zwar nicht automatisch, dass Gutscheine sofort wertlos werden. Sollten einzelne Filialen schließen oder der Geschäftsbetrieb später eingestellt werden, kann die Einlösung jedoch schwieriger werden.
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Drohen jetzt Räumungsverkäufe bei Kodi?
Aktuell gibt es noch keine bundesweit bestätigte Ankündigung für einen Räumungsverkauf. Möglich ist jedoch, dass betroffene Filialen vor ihrer Schließung Restbestände reduzieren. Entsprechende Rabatte sollten erst dann als bestätigt gelten, wenn sie direkt von Kodi oder vor Ort in einer Filiale angekündigt werden.
Bei vermeintlichen Online-Angeboten ist besondere Vorsicht angebracht. Kriminelle nutzen bekannte Marken und Unternehmenskrisen gelegentlich für gefälschte Onlineshops oder erfundene Ausverkäufe. Hinweise zur Überprüfung verdächtiger Anbieter findet Ihr in unserer regelmäßig gepflegten Fake-Shop-Liste.
Auch Mäc Geiz befindet sich in einem Insolvenzverfahren
Die erneute Kodi-Insolvenz ist auch deshalb bemerkenswert, weil die Kodi Beteiligungs GmbH erst im Februar 2026 den ebenfalls angeschlagenen Non-Food-Discounter Mäc Geiz übernommen hatte.
Mäc Geiz beantragte im Mai 2026 seinerseits ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Das Unternehmen betreibt rund 180 Filialen, vor allem in Ostdeutschland. Die Geschäfte blieben zunächst geöffnet, während das Filialnetz überprüft wurde.
Auf Preis-King findet Ihr außerdem weitere Informationen zur Mäc-Geiz-App mit Glücksrad und Gratisartikeln. Ob und wie lange sämtliche Funktionen und Aktionen während des Sanierungsverfahrens angeboten werden, sollte jeweils direkt in der App geprüft werden.
Weshalb geraten Non-Food-Discounter unter Druck?
Der Markt für günstige Haushalts- und Alltagsprodukte ist hart umkämpft. Während Verbraucher stärker auf ihre Ausgaben achten, steigen für Händler gleichzeitig die Kosten. Besonders belastend sind Mieten, Energie, Personal und Logistik.
Hinzu kommt der Wettbewerb durch expandierende Filialketten und große Onlineplattformen. Händler wie Action, Tedi oder Woolworth verfügen teilweise über größere Einkaufsvolumen und können Kosten auf mehr Standorte verteilen. Onlineanbieter konkurrieren zudem mit einer enormen Produktauswahl und aggressiven Preisen.
Preisbewusste Kundinnen und Kunden finden vergleichbare Aktionsware häufig auch bei Discountern. Einen Überblick bieten beispielsweise unsere Seiten mit den aktuellen ALDI-Angeboten und Lidl-Angeboten.
Wie geht es mit Kodi weiter?
Das Verfahren in Eigenverwaltung soll Kodi die Möglichkeit geben, das Unternehmen unter Aufsicht zu sanieren. Die Geschäftsführung bleibt dabei grundsätzlich im Amt, wird aber von Sanierungsexperten und einem vorläufigen Sachwalter begleitet.
Das erklärte Ziel ist der Erhalt des Unternehmens. Dafür werden allerdings erhebliche Einschnitte erwartet. Rund 50 Filialschließungen und der damit verbundene Abbau von Arbeitsplätzen gelten derzeit als wahrscheinlich. Ob die verbleibenden rund 100 Geschäfte langfristig fortgeführt werden können, hängt vom Verlauf des Insolvenzverfahrens und einem tragfähigen Sanierungskonzept ab.
Häufige Fragen zur Kodi-Insolvenz
Ist Kodi endgültig geschlossen?
Nein. Die Kodi-Filialen bleiben vorerst geöffnet und der Geschäftsbetrieb läuft zunächst weiter.
Welche Kodi-Filialen werden geschlossen?
Eine offizielle Liste der betroffenen Standorte wurde bisher nicht veröffentlicht. Nach Angaben der Geschäftsführung könnten rund 50 von 150 Filialen schließen.
Sind Kodi-Gutscheine weiterhin gültig?
Eine generelle Ungültigkeit wurde nicht bekannt gegeben. Wegen des laufenden Verfahrens ist es dennoch sinnvoll, vorhandene Gutscheine zeitnah einzulösen und sich die Annahme vorher von der jeweiligen Filiale bestätigen zu lassen.
Gibt es bereits einen Kodi-Räumungsverkauf?
Ein allgemeiner Räumungsverkauf wurde bislang nicht offiziell angekündigt. Einzelne Abverkäufe sind möglich, sobald die zu schließenden Standorte feststehen.
Was passiert mit den Beschäftigten?
Kodi beschäftigt nach eigenen Angaben rund 1.200 Menschen. Die Löhne und Gehälter sind für Juli, August und September 2026 durch Insolvenzgeld abgesichert. Mit den geplanten Filialschließungen wird jedoch auch ein Stellenabbau erwartet.
Wann gibt es eine Liste der geschlossenen Kodi-Filialen?
Ein Veröffentlichungstermin ist bislang nicht bekannt. Erst nach der Prüfung der einzelnen Standorte dürfte feststehen, welche Geschäfte weitergeführt werden.

Christian
Redakteur
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