Habt Ihr in diesem Sommer Frosty Pocket Slush-Eis im 150-ml-Beutel gekauft, solltet Ihr jetzt Eure Vorräte kontrollieren. Vier Geschmacksrichtungen werden wegen eines möglicherweise erhöhten Glyceringehalts zurückgerufen. Besonders wichtig: Betroffen sind alle Chargen mit drei konkret genannten Mindesthaltbarkeitsdaten.
Der Rückruf ist ungewöhnlich weitreichend: In der amtlichen Warnung werden 15 Bundesländer genannt. Verkauft wurde das betroffene Produkt laut veröffentlichter Rückrufinformation zwischen dem 21. Mai und 21. August 2026.
Weitere laufende Sicherheitsmeldungen findet Ihr gesammelt in der Preis-King-Übersicht zu aktuellen Produktrückrufen.
Diese Frosty-Pocket-Sorten sind vom Rückruf betroffen
Entscheidend ist nicht allein die Farbe der Verpackung. Prüft Produkt, Füllmenge und Mindesthaltbarkeitsdatum auf Eurem Beutel.
Zurückgerufen werden:
- Produkt: Frosty Pocket Slush-Eis
- Füllmenge: 150 ml
- Sorten: Waldfrucht, Zitrone, Erdbeere und Dracula Frosty
- MHD: 30.09.2027
- MHD: 30.10.2027
- MHD: 30.11.2027
- Chargen: alle Chargen mit den genannten Mindesthaltbarkeitsdaten
- Deklarierter Hersteller: Granizados Maresme S.L., Spanien
- Händler/Lieferant: Aktuell Vertriebs GmbH
- Verkaufszeitraum: 21.05.2026 bis 21.08.2026
- Quelle
Die Aktuell Vertriebs GmbH rät dazu, die betroffenen Produkte nicht zu konsumieren. Ihr könnt die Ware an die jeweilige Verkaufsstelle zurückgeben; der Kaufpreis soll vollständig erstattet werden. In der veröffentlichten Information wird allerdings nicht ausdrücklich angegeben, ob für die Erstattung ein Kassenbon erforderlich ist.
Warum wird das Slush-Eis zurückgerufen?
Grund für die Maßnahme ist ein möglicherweise erhöhter Gehalt an Glycerin.
Glycerin, auch Glycerol genannt, ist als Lebensmittelzusatzstoff E 422 in der Europäischen Union zugelassen und wird in verschiedenen Lebensmitteln eingesetzt. Ein Rückruf bedeutet deshalb nicht, dass Glycerin grundsätzlich ein verbotener oder automatisch gefährlicher Stoff wäre.
Entscheidend ist die aufgenommene Menge im Verhältnis zum Körpergewicht. Genau deshalb stehen bei glycerinhaltigen Slush-Produkten besonders jüngere Kinder im Fokus.
Wichtig: Die BfR-Daten beziehen sich nicht speziell auf Frosty Pocket
Hier lohnt sich eine klare Trennung: Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat allgemeine Messdaten von Slush-Ice-Getränken ausgewertet. Diese Untersuchungen dürfen nicht mit einem konkreten Messwert des zurückgerufenen Frosty-Pocket-Produkts gleichgesetzt werden.
Die öffentlich zugängliche Rückrufmeldung nennt einen möglichen erhöhten Glyceringehalt als Grund, veröffentlicht aber keine konkrete Glycerin-Konzentration für Frosty Pocket. Aussagen wie „das Produkt enthält X Gramm Glycerin“ wären deshalb nach aktuellem Informationsstand nicht belegt.
Warum Glycerin bei Slush-Ice für Kinder besonders relevant ist
Das BfR hat Messwerte aus 62 Slush-Ice-Proben ausgewertet, die von amtlichen Lebensmitteluntersuchungsbehörden in mehreren Bundesländern zwischen November 2023 und Oktober 2024 erhoben wurden.
Das Ergebnis liefert wichtigen zusätzlichen Kontext zum aktuellen Rückruf: Bei knapp 48 Prozent der untersuchten Proben lag der Glyceringehalt bei mehr als 25 Gramm pro Liter. Bei ungefähr einem Drittel der Proben konnte dagegen kein Glycerin nachgewiesen werden.
Für jüngere Kinder ist das Körpergewicht entscheidend. Das BfR rechnet beispielhaft vor, dass ein etwa fünfjähriges Kind mit 20 Kilogramm Körpergewicht bei einem Slush-Ice mit der durchschnittlich gemessenen Konzentration bereits mit knapp 200 Millilitern eine Glycerinmenge aufnehmen könnte, die der therapeutisch wirksamen Dosis entspricht.
Zum Vergleich: Ein Frosty-Pocket-Beutel enthält 150 Milliliter. Daraus lässt sich jedoch ausdrücklich nicht ableiten, dass ein einzelner Beutel des zurückgerufenen Produkts automatisch diese Dosis erreicht – dafür müsste der konkrete Glyceringehalt bekannt sein.
In wissenschaftlichen Untersuchungen wurden bei höheren Glycerin-Aufnahmen unter anderem Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Benommenheit beobachtet. Das BfR weist zugleich darauf hin, dass die Datenlage zur oralen Aufnahme von Glycerin bei Kindern begrenzt ist.
15 Bundesländer werden in der Rückrufmeldung genannt
Der Rückruf ist regional kaum begrenzt. Genannt werden:
Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen.
Damit umfasst die veröffentlichte Liste 15 der 16 Bundesländer. Mecklenburg-Vorpommern ist in der amtlichen Aufstellung nicht genannt. Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass eine Packung außerhalb der genannten Regionen allein aufgrund des Einkaufsortes sicher eingeordnet werden kann. Maßgeblich bleiben die Produktdaten auf der Verpackung.
Für wen ist der Rückruf jetzt besonders wichtig?
Prüfen solltet Ihr Eure Vorräte vor allem dann, wenn Ihr zwischen Ende Mai und Ende August 2026 Frosty Pocket im 150-ml-Beutel gekauft habt.
Für Familien mit jüngeren Kindern ist die Meldung besonders relevant, weil Kinder aufgrund ihres geringeren Körpergewichts pro Kilogramm Körpergewicht schneller eine höhere Glycerindosis aufnehmen können.
Die Rückrufempfehlung gilt allerdings nicht nur für Kinder. Wenn Produkt, Sorte und MHD mit den Angaben des Rückrufs übereinstimmen, solltet Ihr den Beutel unabhängig vom Alter nicht mehr konsumieren.
So geht Ihr jetzt vor
Schaut zunächst nach, ob Ihr Frosty Pocket mit 150 ml Inhalt zu Hause habt. Kontrolliert danach die Geschmacksrichtung und schließlich das aufgedruckte Mindesthaltbarkeitsdatum.
Stimmt Euer Beutel mit einer der zurückgerufenen Varianten überein, solltet Ihr das Slush-Eis nicht mehr verzehren und zur Verkaufsstelle zurückbringen. Nach Angaben zum Rückruf wird dort der Kaufpreis vollständig erstattet.
Habt Ihr das Produkt bereits konsumiert und treten anschließend gesundheitliche Beschwerden auf, empfiehlt auch die veröffentlichte Verbraucherinformation, ärztlichen Rat einzuholen. Für Fragen zum Rückruf wird außerdem das Qualitätsmanagement der Aktuell Vertriebs GmbH unter [email protected] genannt.
Lebensmittelrückrufe häufen sich – die Gründe sind sehr unterschiedlich
Der Frosty-Pocket-Fall reiht sich in mehrere Lebensmittelwarnungen ein, über die Preis-King zuletzt berichtet hat. Daraus lässt sich nicht ableiten, dass Lebensmittel im Handel generell unsicherer geworden sind. Die einzelnen Fälle haben sehr unterschiedliche Ursachen und müssen getrennt betrachtet werden.
So findet Ihr bei Preis-King aktuell unter anderem den Lidl-Rückruf von Martínez Somalo Chorizo, den Rückruf des Milbona High Protein Pudding Schoko und die Warnung zu K-Classic Tiefkühl-Erdbeeren von Kaufland.
Auch der Nudossi-Rückruf wegen Salmonellen sowie der deutlich ausgeweitete Rückruf von Shinode Sushi Reis zeigen, warum sich ein regelmäßiger Blick auf aktuelle Verbraucherwarnungen lohnen kann.
Bei jedem Rückruf solltet Ihr jedoch die konkrete Produktbezeichnung, Packungsgröße, Charge und das MHD kontrollieren. Eine Warnung für ein einzelnes Produkt bedeutet nicht automatisch, dass andere Produkte derselben Marke oder eines Händlers ebenfalls betroffen sind.
Fazit: Drei MHD und vier Frosty-Pocket-Sorten jetzt kontrollieren
Der aktuelle Rückruf lässt sich vergleichsweise klar überprüfen: Betroffen sind Frosty Pocket Slush-Eis-Beutel mit 150 ml in den Sorten Waldfrucht, Zitrone, Erdbeere und Dracula Frosty mit den Mindesthaltbarkeitsdaten 30.09.2027, 30.10.2027 oder 30.11.2027. Für diese Daten werden alle Chargen genannt.
Positiv für Euch ist, dass die Produkte eindeutig anhand von Verpackung, Sorte und MHD überprüfbar sind und der Kaufpreis bei Rückgabe vollständig erstattet werden soll.
Eine wichtige offene Information bleibt dagegen die konkrete Höhe des festgestellten beziehungsweise vermuteten Glyceringehalts. Diese wird in den öffentlich zugänglichen Angaben nicht beziffert. Deshalb sollten allgemeine BfR-Messwerte zu Slush-Ice nicht als Messwerte dieses konkreten Produktes dargestellt werden.
Habt Ihr einen der betroffenen Frosty-Pocket-Beutel zu Hause oder habt Ihr das Slush-Eis in den vergangenen Monaten gekauft? Schreibt uns in die Kommentare, welche Sorte Ihr gefunden habt und ob die Rückgabe bei Eurer Verkaufsstelle problemlos funktioniert hat.

Christian Schröder
Gründer & Redakteur
Expertise: Deals, Gutscheine, Preisvergleiche, Verbraucher-News, Mobilfunk und Onlinehandel. Christian Schröder prüft Aktionsbedingungen, Vergleichspreise, Versandkosten und mögliche Folgekosten und bereitet relevante Informationen verständlich für Leser auf.
Christian Schröder ist seit 2016 bei Preis-King tätig und schreibt dort täglich über Angebote, Verbraucher-News, Produktrückrufe, Mobilfunk, Technik und aktuelle Entwicklungen im Onlinehandel. Zuvor betreute er bereits weitere Blogs und ist auch heute noch an verschiedenen redaktionellen Projekten beteiligt.
Durch seine Ausbildung zum Immobilienkaufmann verfügt er zusätzlich über Erfahrung in den Bereichen Verträge, Kosten, Finanzierung und wirtschaftliche Zusammenhänge. Bei Preis-King prüft und bewertet er unter anderem Aktionsbedingungen, Vergleichspreise, Versandkosten und mögliche Folgekosten.
Sein Ziel ist es, Informationen verständlich einzuordnen und Leser frühzeitig auf relevante Änderungen, Einschränkungen und mögliche Preisfallen hinzuweisen.

