Amazon Fresh könnte nach seinem Aus in Deutschland eine zweite Chance bekommen. Der Onlinehändler beschäftigt sich offenbar erneut damit, frische Lebensmittel direkt an deutsche Haushalte zu liefern. Amazon-Deutschlandchef Rocco Bräuniger bestätigt, dass der Konzern den Markt beobachtet. Einen konkreten Neustart hat Amazon allerdings noch nicht angekündigt.
Für Euch könnte das langfristig bedeuten, dass Ihr Obst, Gemüse, Milchprodukte und andere Lebensmittel wieder über einen eigenen Amazon-Lieferdienst bestellen könnt. Doch was steckt tatsächlich hinter den Plänen, warum wurde Amazon Fresh 2024 eingestellt und welche Möglichkeiten gibt es schon heute?
Amazon Fresh: Was plant Amazon in Deutschland?
Laut einem Bericht der WELT vom 14. Oktober 2026 prüft Amazon eine mögliche Rückkehr in den deutschen Markt für frische Lebensmittel.
Amazon-Deutschlandchef Rocco Bräuniger erklärte gegenüber der Zeitung: „Wir beobachten den Markt.“
Der Konzern verweist dabei auf Erfahrungen aus anderen Ländern. Insbesondere in den USA und Großbritannien spielt das Geschäft mit Lebensmitteln bereits eine wichtige Rolle.
Eine offizielle Ankündigung für einen Neustart von Amazon Fresh in Deutschland gibt es bislang nicht. Auch ein möglicher Starttermin oder konkrete Liefergebiete stehen noch nicht fest.
Interessant ist allerdings, dass Amazon gleichzeitig seine Lieferlogistik weiter ausbaut. Schnellere Zustellungen könnten auch für einen künftigen Lebensmittelservice eine wichtige Voraussetzung schaffen.
Amazon setzt verstärkt auf Same-Day-Lieferungen
Amazon möchte immer mehr Artikel noch am Tag der Bestellung ausliefern. Dahinter steckt der Ausbau seines Logistiknetzwerks, mit dem Produkte schneller bei den Kunden ankommen sollen.
Wie weit der Konzern dabei bereits gekommen ist, zeigen die Zahlen für 2025. Laut einer offiziellen Amazon-Mitteilung vom Februar 2026 wurden in Deutschland mehr als 500 Millionen Artikel am selben oder am nächsten Tag an Prime-Mitglieder geliefert.
Außerdem erweiterte Amazon seinen Same-Day-Service auf mehr als 70 deutsche Städte.
Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass dort künftig auch frische Lebensmittel geliefert werden. Gekühlte Produkte benötigen zusätzliche Lager-, Kommissionierungs- und Transportbedingungen.
Trotzdem könnte das wachsende Logistiknetz einen erneuten Einstieg erleichtern.
Warum wurde Amazon Fresh 2024 eingestellt?
Für viele Kunden dürfte die mögliche Rückkehr überraschend sein. Schließlich hatte Amazon seinen eigenen Lebensmittel-Lieferdienst in Deutschland erst vor knapp zwei Jahren eingestellt.
Amazon Fresh startete im Mai 2017 und war unter anderem in Berlin, Hamburg und München verfügbar.
Über den Dienst konnten Kunden ihren Wocheneinkauf online zusammenstellen. Neben haltbaren Waren gehörten auch Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Tiefkühlartikel zum Sortiment.
Am 14. Dezember 2024 wurde Amazon Fresh in Deutschland eingestellt.
Amazon begründete die Entscheidung damals mit einer Überprüfung seines Lebensmittelangebots und Logistiknetzwerks. Statt weiterhin einen eigenen Frischelieferdienst zu betreiben, wollte sich der Konzern stärker auf haltbare Lebensmittel und Kooperationen konzentrieren.
Wie die Tagesschau zur Einstellung von Amazon Fresh berichtete, bestätigte Amazon den Rückzug seinerzeit ausdrücklich.
Auch die begrenzte Nachfrage und die Herausforderungen beim wirtschaftlichen Betrieb eines eigenen Frischelieferdienstes spielten laut der späteren WELT-Berichterstattung eine Rolle.
Ein neuer Anlauf müsste deshalb vor allem eine Frage beantworten: Wie lassen sich frische Lebensmittel zuverlässig und gleichzeitig wirtschaftlich an Eure Haustür liefern?
Kann man bei Amazon heute noch Lebensmittel bestellen?
Ja, Ihr könnt weiterhin Lebensmittel über Amazon bestellen. Allerdings müsst Ihr zwischen haltbaren Produkten und frischen Lebensmitteln unterscheiden.
Haltbare Artikel wie Kaffee, Nudeln, Konserven, Getränke oder Snacks sind weiterhin über den gewöhnlichen Amazon-Marktplatz erhältlich.
Bei frischen Lebensmitteln setzt Amazon dagegen auf die Zusammenarbeit mit spezialisierten Lieferdiensten.
Knuspr und tegut: Amazon bietet bereits Lebensmittellieferungen an
Bereits im November 2024 begann Amazon eine Partnerschaft mit dem Online-Supermarkt Knuspr. Zunächst konnten Prime-Mitglieder in ausgewählten Regionen Lebensmittel über Amazon bestellen.
Am 19. Februar 2025 wurde das Angebot erweitert.
Laut der offiziellen Amazon-Pressemitteilung öffnete der Konzern die Lebensmittellieferungen von Knuspr und tegut auch für Kunden ohne Prime-Mitgliedschaft.
Zu den damals genannten Regionen gehörten unter anderem:
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Berlin und Umgebung
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München und Umgebung
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Frankfurt am Main beziehungsweise das Rhein-Main-Gebiet
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Würzburg und ausgewählte weitere Liefergebiete
Welche Anbieter an Eurer Adresse tatsächlich verfügbar sind, hängt von der Postleitzahl ab.
Unter Amazon Lebensmittel & mehr könnt Ihr prüfen, ob eine entsprechende Bestellmöglichkeit angeboten wird.
Wichtig: Bei diesem Modell werden frische Lebensmittel von den jeweiligen Partnern bereitgestellt und zugestellt. Es handelt sich nicht um eine Wiedereröffnung des früheren eigenständigen Amazon-Fresh-Dienstes.
Amazon Fresh: Welche Lieferkosten und Mindestbestellwerte gelten?
Ob sich ein Lebensmittel-Lieferservice von Amazon lohnt, hängt nicht nur vom Produktpreis ab. Liefergebühren und Mindestbestellwerte können den Einkauf spürbar verteuern.
Beim Start der erweiterten Partnerangebote im Februar 2025 veröffentlichte Amazon folgende Konditionen:
| Anbieter | Mindestbestellwert | Kostenloser Versand ab |
|---|---|---|
| Knuspr über Amazon | 39 € | 79 € |
| tegut über Amazon mit Prime | 35 € | 80 € |
| tegut über Amazon ohne Prime | 60 € | 120 € |
Diese Werte stammen aus der damaligen Amazon-Mitteilung und sind keine bestätigten Preise für einen möglichen neuen Amazon-Fresh-Dienst. Auch die aktuellen Partnerkonditionen können abweichen.
Knuspr nennt auf seiner eigenen Website im Oktober 2026 beispielsweise weiterhin einen Mindestbestellwert von 39 Euro sowie eine kostenlose erste Lieferung für Neukunden.
Bevor Ihr bestellt, solltet Ihr deshalb immer die tatsächlich angezeigten Konditionen prüfen.
Für einen künftigen Amazon-Fresh-Neustart sind weder Mindestbestellwerte noch Lieferpreise bekannt.
Warum könnte Amazon ausgerechnet jetzt zurückkehren?
Der deutsche Markt für Online-Lebensmittel hat sich seit dem ursprünglichen Start von Amazon Fresh deutlich verändert.
Immer mehr Verbraucher haben sich daran gewöhnt, alltägliche Einkäufe über Apps und Onlineshops zu erledigen.
Laut WELT erreichte der Onlinehandel mit Lebensmitteln in Deutschland 2025 einen Umsatz von rund 4,1 Milliarden Euro. Für das dritte Quartal 2026 wird unter Berufung auf den Bundesverband E-Commerce und Versandhandel ein Wachstum von 9,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal genannt.
Damit bleibt der Markt für große Händler interessant.
REWE, Picnic und Knuspr machen Amazon Konkurrenz
Amazon würde bei einem Comeback keineswegs auf einen unbesetzten Markt treffen.
Mit REWE, Picnic und Knuspr haben sich bereits mehrere Anbieter im deutschen Lebensmittel-Liefergeschäft etabliert.
REWE erweitert dabei sein Angebot kontinuierlich. Seit September 2026 arbeitet der Händler in ausgewählten Städten mit zusätzlichen Lieferplattformen zusammen, um Einkäufe besonders schnell zuzustellen.
Welche Städte zum Start dazugehören, erfahrt Ihr in unserem Ratgeber zur REWE Sofort-Lieferung mit Wolt, Uber Eats und Lieferando.
Picnic setzt dagegen auf geplante Liefertouren und den regelmäßigen Wocheneinkauf, während Knuspr mit einem umfangreichen Sortiment an Frischeprodukten und kurzen Lieferzeiten wirbt.
Aus Verbrauchersicht ist dieser Wettbewerb interessant: Mehr Anbieter könnten langfristig zu einer größeren Auswahl und attraktiveren Lieferangeboten führen.
Dass Amazon bei einem Neustart automatisch günstiger wäre, lässt sich daraus allerdings nicht ableiten.
Was könnte ein neues Amazon Fresh für Euch verändern?
Sollte Amazon tatsächlich erneut einen eigenen Lebensmittelservice starten, wären vor allem drei Punkte interessant.
1. Mehr Auswahl beim Online-Wocheneinkauf
Ein zusätzlicher Lieferdienst könnte Euch mehr Möglichkeiten bieten, den regelmäßigen Einkauf bequem von zu Hause aus zu erledigen.
Gerade größere Haushalte, Berufstätige oder Menschen mit eingeschränkter Mobilität könnten davon profitieren.
Entscheidend wäre allerdings, wie groß das Sortiment ausfällt und welche Regionen beliefert werden.
2. Schnellere Lieferung von frischen Produkten
Amazon investiert bereits erheblich in kürzere Lieferzeiten. Denkbar wäre deshalb ein Frischeangebot, das stärker auf schnelle Zustellungen ausgerichtet ist.
Ob der Konzern tatsächlich eine Lieferung am selben Tag oder innerhalb weniger Stunden anbieten würde, ist aber offen.
3. Möglicherweise zusätzliche Prime-Vorteile
Auch mögliche Vorteile für Prime-Mitglieder dürften viele Kunden interessieren.
Denkbar wären beispielsweise vergünstigte Liefergebühren oder exklusive Aktionen.
Solche Leistungen hat Amazon für einen neuen Frischelieferdienst bislang jedoch nicht angekündigt. Ihr solltet daher nicht davon ausgehen, dass eine Prime-Mitgliedschaft automatisch kostenlose Lebensmittelzustellungen ermöglichen würde.
Lebensmittel online bestellen: So könnt Ihr schon heute sparen
Ihr müsst nicht auf einen möglichen Neustart von Amazon Fresh warten, um beim Lebensmitteleinkauf Geld zu sparen.
Wichtig ist, dass Ihr nicht nur einzelne Angebotspreise betrachtet, sondern den gesamten Warenkorb einschließlich Lieferkosten.
Vergleicht beispielsweise identische Produkte nach Packungsgröße, Grundpreis und Liefergebühr. Besonders bei Getränken, schweren Vorratspackungen oder größeren Familienbestellungen kann sich ein Lieferdienst lohnen, sofern der Gesamtpreis stimmt.
Auch Mindestbestellwerte solltet Ihr im Auge behalten. Zusätzliche Produkte nur wegen einer kostenlosen Lieferung in den Warenkorb zu legen, kann am Ende teurer werden.
Auf Preis-King findet Ihr regelmäßig aktuelle Lebensmittel-Angebote und Schnäppchen, die Euch beim Preisvergleich helfen können.
Wer häufig haltbare Lebensmittel oder Haushaltsartikel bei Amazon kauft, kann sich außerdem unsere Amazon Spar-Abo-Angebote ansehen. Dort gibt es regelmäßig Aktionen für Produkte des täglichen Bedarfs.
Das Spar-Abo ist allerdings ein anderes Bestellmodell als ein klassischer Frische-Lieferdienst. Es eignet sich vor allem für regelmäßig benötigte, lagerfähige Produkte.
Wann startet Amazon Fresh wieder in Deutschland?
Stand 15. Oktober 2026 gibt es keinen bestätigten Termin für eine Rückkehr von Amazon Fresh.
Amazon prüft nach den Aussagen seines Deutschlandchefs die Entwicklung des Marktes, hat aber bislang weder einen konkreten Start noch eine verbindliche Einführung angekündigt.
Auch mögliche Preise, Liefergebiete und das zukünftige Sortiment sind offen.
Deshalb wäre es verfrüht, bereits von einem feststehenden Comeback zu sprechen.
Sollte Amazon tatsächlich einen neuen Anlauf wagen, wären vor allem Informationen zu den ersten Lieferregionen, den Bestellbedingungen und den möglichen Prime-Vorteilen entscheidend.
Fazit: Amazon Fresh könnte zurückkommen – die Entscheidung ist noch offen
Ein Comeback von Amazon Fresh in Deutschland wäre eine spannende Entwicklung für den Online-Lebensmittelhandel. Amazon verfügt inzwischen über ein deutlich ausgebautes Netzwerk für schnelle Lieferungen und arbeitet bereits mit spezialisierten Lebensmittelanbietern zusammen.
Ob daraus tatsächlich wieder ein eigener Frischelieferdienst entsteht, bleibt abzuwarten.
Für Euch gilt deshalb: Bereits heute könnt Ihr in ausgewählten Regionen frische Lebensmittel über Amazon-Partner bestellen. Ein möglicher zusätzlicher Dienst wäre vor allem dann interessant, wenn Sortiment, Preise und Lieferbedingungen überzeugen.
Wie sieht es bei Euch aus? Würdet Ihr frische Lebensmittel wieder direkt bei Amazon Fresh bestellen oder bleibt Ihr lieber bei REWE, Picnic, Knuspr und dem Supermarkt vor Ort? Schreibt uns Eure Meinung in die Kommentare!

Christian Schröder
Gründer & Redakteur
Expertise: Deals, Gutscheine, Preisvergleiche, Verbraucher-News, Mobilfunk und Onlinehandel. Christian Schröder prüft Aktionsbedingungen, Vergleichspreise, Versandkosten und mögliche Folgekosten und bereitet relevante Informationen verständlich für Leser auf.
Christian Schröder ist seit 2016 bei Preis-King tätig und schreibt dort täglich über Angebote, Verbraucher-News, Produktrückrufe, Mobilfunk, Technik und aktuelle Entwicklungen im Onlinehandel. Zuvor betreute er bereits weitere Blogs und ist auch heute noch an verschiedenen redaktionellen Projekten beteiligt.
Durch seine Ausbildung zum Immobilienkaufmann verfügt er zusätzlich über Erfahrung in den Bereichen Verträge, Kosten, Finanzierung und wirtschaftliche Zusammenhänge. Bei Preis-King prüft und bewertet er unter anderem Aktionsbedingungen, Vergleichspreise, Versandkosten und mögliche Folgekosten.
Sein Ziel ist es, Informationen verständlich einzuordnen und Leser frühzeitig auf relevante Änderungen, Einschränkungen und mögliche Preisfallen hinzuweisen.

