Für Raucher könnte das kommende Jahr deutlich teurer werden. Die Bundesregierung plant bereits eine Erhöhung der Tabaksteuer ab Januar 2027. Nun zeichnet sich ab, dass die schwarz-rote Koalition die Steuersätze sogar stärker anheben möchte als ursprünglich vorgesehen. Eine Schachtel mit 20 Zigaretten könnte dadurch 2027 durchschnittlich 9,10 Euro kosten. Bis 2030 stehen sogar 11,78 Euro im Raum.
Wer täglich eine Schachtel raucht, müsste bei diesen Preisen künftig mehrere Hundert Euro zusätzlich pro Jahr einplanen. Wir zeigen Euch, welche Zigarettenpreise vorgesehen sind, was die neue Tabaksteuer für Euren Geldbeutel bedeuten könnte und welche Entscheidungen noch ausstehen.
Tabaksteuer 2027: Zigaretten könnten erstmals über 9 Euro kosten
Eine Packung mit 20 Zigaretten kostet in Deutschland derzeit durchschnittlich rund 8,05 Euro. Nach dem ursprünglichen Gesetzentwurf der Bundesregierung sollte der Durchschnittspreis zum 1. Januar 2027 auf etwa 8,77 Euro steigen.
Inzwischen liegt allerdings ein Änderungsantrag von CDU/CSU und SPD vor. Dieser sieht eine stärkere Anhebung der Tabaksteuer vor.
Nach der aktuellen Berichterstattung könnte sich daraus für 2027 ein durchschnittlicher Verkaufspreis von 9,10 Euro pro Schachtel ergeben.
Damit würden Zigaretten gegenüber dem heutigen Durchschnittspreis um etwa 1,05 Euro je Packung teurer. Das entspricht einer Verteuerung von rund 13 Prozent.
Die geplante Erhöhung ist jedoch noch nicht endgültig beschlossen. Auch der tatsächlich verlangte Verkaufspreis kann je nach Hersteller und Zigarettenmarke unterschiedlich ausfallen.
So könnten sich die Zigarettenpreise bis 2030 entwickeln
Die geplante Änderung des Tabaksteuergesetzes sieht keine einmalige Steuererhöhung vor. Stattdessen sollen die Steuersätze zwischen 2027 und 2030 jedes Jahr zum 1. Januar angehoben werden.
Für eine Schachtel mit 20 Zigaretten ergeben sich nach den bislang veröffentlichten Berechnungen folgende Preisprognosen:
| Jahr | Durchschnittlicher Packungspreis |
|---|---|
| 2026 | 8,05 € |
| 2027 – ursprünglicher Regierungsentwurf | 8,77 € |
| 2027 – verschärfter Koalitionsvorschlag | 9,10 € |
| 2028 – ursprünglicher Regierungsentwurf | 9,56 € |
| 2029 – ursprünglicher Regierungsentwurf | 10,42 € |
| 2030 – ursprünglicher Regierungsentwurf | 11,36 € |
| 2030 – verschärfter Koalitionsvorschlag | 11,78 € |
Die Angaben sind durchschnittliche Preisprognosen und keine feststehenden Verkaufspreise. Für 2028 und 2029 liegen hier die Werte des ursprünglichen Regierungsentwurfs zugrunde.
Die Zahlen machen deutlich: Sollte der verschärfte Vorschlag umgesetzt werden, könnte eine durchschnittliche Zigarettenschachtel 2030 fast zwölf Euro kosten.
Gegenüber dem derzeitigen Durchschnittspreis wären das rund 46 Prozent mehr.
Die Berechnungen des ursprünglichen Regierungsentwurfs findet Ihr direkt beim Bundesfinanzministerium.
Was kostet Rauchen ab 2027? So viel mehr zahlt Ihr im Jahr
Eine Preissteigerung von gut einem Euro klingt zunächst überschaubar. Wer regelmäßig raucht, merkt die zusätzlichen Kosten allerdings schnell.
Besonders deutlich wird das, wenn Ihr Eure Ausgaben nicht nur pro Packung betrachtet, sondern auf einen ganzen Monat oder ein Jahr hochrechnet.
Beispiel: Ihr raucht täglich eine Schachtel
Wir gehen von 20 Zigaretten pro Tag und einem durchgehend gleichbleibenden Durchschnittspreis aus.
| Zeitraum | Heute: 8,05 € | Ab 2027: 9,10 € |
|---|---|---|
| Pro Tag | 8,05 € | 9,10 € |
| 30 Tage | 241,50 € | 273,00 € |
| 365 Tage | 2.938,25 € | 3.321,50 € |
Die jährlichen Mehrkosten würden damit bei 383,25 Euro liegen.
Das ist Geld, das bei unverändertem Zigarettenkonsum zusätzlich aus dem Haushaltsbudget verschwindet.
Raucht Ihr beispielsweise nur zehn Zigaretten täglich, fallen die rechnerischen Mehrkosten bei gleichbleibendem Stückpreis ungefähr halb so hoch aus.
2030 könnten mehr als 4.000 Euro jährlich zusammenkommen
Noch deutlicher wäre die Belastung bei dem für 2030 diskutierten Durchschnittspreis von 11,78 Euro.
Bei einer Schachtel täglich ergibt sich folgende Rechnung:
- Pro Tag: 11,78 Euro
- 30 Tage: 353,40 Euro
- 365 Tage: 4.299,70 Euro
- Mehrkosten gegenüber heute: 1.361,45 Euro jährlich
Damit könnte allein eine tägliche Schachtel Zigaretten künftig mehr als 4.000 Euro im Jahr kosten.
Bei zwei rauchenden Personen in einem Haushalt, die jeweils eine Packung täglich verbrauchen, wären es rechnerisch sogar knapp 8.600 Euro jährlich.
Diese Beträge sind Modellrechnungen. Sie setzen voraus, dass der jeweilige Durchschnittspreis tatsächlich erreicht wird und sich der Zigarettenkonsum nicht verändert.
Warum soll die Tabaksteuer überhaupt steigen?
Die geplante Tabaksteuererhöhung verfolgt vor allem zwei Ziele: zusätzliche Einnahmen für den Bundeshaushalt und die Verringerung des Tabakkonsums.
Die Bundesregierung hat im Frühjahr 2026 mehrere Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung vereinbart. Die höhere Besteuerung von Tabakprodukten gehört dazu.
Der ursprüngliche Gesetzentwurf sah für 2027 zusätzliche Steuereinnahmen von rund 756 Millionen Euro vor.
Durch den verschärften Änderungsantrag der Koalitionsfraktionen könnten die erwarteten Mehreinnahmen im kommenden Jahr auf rund 1,52 Milliarden Euro steigen.
Für den gesamten Zeitraum von 2027 bis 2030 rechnen die Koalitionsfraktionen mit rund 11,7 Milliarden Euro zusätzlichen Steuereinnahmen.
Diese Zahlen wurden im Rahmen einer öffentlichen Anhörung des Finanzausschusses des Deutschen Bundestags am 5. Oktober 2026 bekannt gegeben.
Auch gesundheitspolitische Aspekte spielen eine Rolle. Fachleute des Deutschen Krebsforschungszentrums und der AOK begrüßen höhere Tabaksteuern als Maßnahme, um den Tabakkonsum zu reduzieren und insbesondere junge Menschen vom Rauchen abzuhalten.
Nicht nur Zigaretten: Auch Drehtabak, Zigarren und E-Zigaretten betroffen
Wer statt fertiger Zigaretten lieber selbst dreht, sollte die geplanten Änderungen ebenfalls verfolgen.
Denn der Gesetzentwurf betrifft mehrere Produktkategorien:
- Zigaretten: Jährliche Anhebung der Tabaksteuer von 2027 bis 2030.
- Feinschnitt: Höhere Steuersätze für losen Tabak zum Selbstdrehen.
- Zigarren und Zigarillos: Ebenfalls deutlich höhere steuerliche Belastungen vorgesehen.
- Wasserpfeifentabak: Weitere Steuererhöhungen geplant.
- Erhitzter Tabak: Anpassungen der Besteuerung über mehrere Jahre.
- E-Zigaretten-Liquids: Auch die steuerlich erfassten Substitute für Tabakwaren sollen stärker belastet werden.
Gerade beim Feinschnitt gibt es allerdings noch Diskussionsbedarf. Nach der aktuellen Berichterstattung soll über dessen Besteuerung vor der zweiten und dritten Lesung im Bundestag weiter beraten werden.
Ob Selbstgedrehte zukünftig noch denselben Preisvorteil gegenüber fertigen Zigaretten bieten, hängt deshalb von den endgültigen Steuersätzen, den Verkaufspreisen und dem jeweiligen Verbrauch ab.
Warum die höheren Zigarettenpreise umstritten sind
Die geplante Tabaksteuererhöhung stößt nicht überall auf Zustimmung.
Befürworter argumentieren, dass höhere Preise den Tabakkonsum reduzieren und gleichzeitig zusätzliche Einnahmen für den Staat schaffen können.
Andere sehen die wirtschaftlichen Folgen kritisch.
Vertreter der Tabakwirtschaft warnen unter anderem vor einer Belastung von Herstellern, Fachgeschäften und Arbeitsplätzen.
Außerdem wird befürchtet, dass Verbraucher bei stark steigenden Preisen vermehrt auf günstigere Tabakprodukte aus dem Ausland oder auf illegale Angebote ausweichen könnten.
Ob und in welchem Umfang solche Ausweichbewegungen tatsächlich eintreten, lässt sich derzeit nicht sicher vorhersagen.
Bei der Anhörung des Finanzausschusses Anfang Oktober wurden beide Seiten deutlich: Während die Tabakwirtschaft vor erheblichen wirtschaftlichen Konsequenzen warnte, bezeichneten Gesundheitsexperten höhere Tabaksteuern als wirksames Instrument zur Verringerung des Rauchens.
Steht die Tabaksteuererhöhung für 2027 bereits fest?
Nein. Die neue Tabaksteuererhöhung ist nach dem Stand vom 9. Oktober 2026 noch nicht abschließend beschlossen.
Das Bundeskabinett hat den ursprünglichen Gesetzentwurf bereits am 6. Juli 2026 verabschiedet.
Am 24. September wurde das Vorhaben im Bundestag in erster Lesung behandelt und anschließend an die Ausschüsse überwiesen.
Am 5. Oktober fand eine öffentliche Anhörung im Finanzausschuss statt. Dabei wurde auch der weitergehende Änderungsantrag der Koalitionsfraktionen diskutiert.
Nach einem Bericht vom 9. Oktober soll der bisherige Widerstand innerhalb der Union gegen die stärkere Erhöhung weitgehend ausgeräumt sein.
Für die endgültige Einführung ist jedoch weiterhin der Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens erforderlich.
Der vorgesehene Starttermin für die neuen Steuerstufen ist der 1. Januar 2027.
Hinzu kommt: Selbst wenn die neuen Steuersätze beschlossen werden, sind die genannten Durchschnittspreise nicht automatisch verbindliche Ladenpreise. Hersteller beziehungsweise Einführer bestimmen die Verkaufspreise ihrer Produkte selbst.
Eine Packung kann deshalb auch künftig günstiger oder teurer sein als der errechnete Durchschnitt.
Fazit: Zigaretten könnten ab 2027 deutlich mehr kosten
Die geplante Tabaksteuererhöhung dürfte für regelmäßige Raucher finanziell spürbar werden. Bereits 2027 könnte eine durchschnittliche Schachtel mit 20 Zigaretten 9,10 Euro statt bisher rund 8,05 Euro kosten.
Bis 2030 steht nach dem verschärften Vorschlag sogar ein Durchschnittspreis von 11,78 Euro im Raum.
Wer täglich eine Schachtel raucht, müsste bei diesen Prognosen langfristig mit mehr als 1.300 Euro zusätzlichen Ausgaben jährlich gegenüber dem heutigen Preisniveau rechnen.
Entscheidend bleibt allerdings, welche Steuersätze der Bundestag tatsächlich beschließt und wie die Hersteller anschließend ihre Preise festlegen.
Was haltet Ihr von der geplanten Tabaksteuererhöhung? Sind höhere Zigarettenpreise aus Eurer Sicht sinnvoll oder wird Rauchen damit vor allem zu einer immer größeren finanziellen Belastung? Schreibt uns Eure Meinung in die Kommentare!
Quelle: T-Online

Christian Schröder
Gründer & Redakteur
Expertise: Deals, Gutscheine, Preisvergleiche, Verbraucher-News, Mobilfunk und Onlinehandel. Christian Schröder prüft Aktionsbedingungen, Vergleichspreise, Versandkosten und mögliche Folgekosten und bereitet relevante Informationen verständlich für Leser auf.
Christian Schröder ist seit 2016 bei Preis-King tätig und schreibt dort täglich über Angebote, Verbraucher-News, Produktrückrufe, Mobilfunk, Technik und aktuelle Entwicklungen im Onlinehandel. Zuvor betreute er bereits weitere Blogs und ist auch heute noch an verschiedenen redaktionellen Projekten beteiligt.
Durch seine Ausbildung zum Immobilienkaufmann verfügt er zusätzlich über Erfahrung in den Bereichen Verträge, Kosten, Finanzierung und wirtschaftliche Zusammenhänge. Bei Preis-King prüft und bewertet er unter anderem Aktionsbedingungen, Vergleichspreise, Versandkosten und mögliche Folgekosten.
Sein Ziel ist es, Informationen verständlich einzuordnen und Leser frühzeitig auf relevante Änderungen, Einschränkungen und mögliche Preisfallen hinzuweisen.

