Amazon Prime Live-TV: So schaut Ihr ARD, ZDF und 500+ Sender ohne Zusatzkosten

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Wer Amazon Prime ohnehin bezahlt, hat möglicherweise längst eine Alternative zu einem Teil seines Kabel-TV-Angebots im Haus. In Prime Video steckt ein eigener Live-TV-Bereich mit ARD, ZDF, den dritten Programmen und mehr als 500 werbefinanzierten FAST-Kanälen.

Für manche Haushalte kann das ausreichen, um auf einen zusätzlichen Kabel-TV-Vertrag zu verzichten. Komplett ersetzt Amazon Prime klassisches Kabelfernsehen allerdings nicht: Vor allem bei großen Privatsendern wie ProSieben und Sat.1 gibt es eine wichtige Einschränkung.

Hinzu kommt eine Änderung, die leicht für Verwirrung sorgt: Amazon hat seinen eigenen linearen Prime-TV-Sender zum 1. August 2026 eingestellt. Das bedeutet aber ausdrücklich nicht das Ende von Live-TV bei Prime Video. Amazon bestätigt, dass ARD, ZDF, die dritten Programme und mehr als 500 FAST-Kanäle weiterhin verfügbar sind.

Live-TV steckt bereits in Prime Video

Prime Video wird von vielen vor allem mit Filmen, Serien und Amazon Originals verbunden. Der Dienst kann inzwischen aber deutlich mehr.

Im Bereich Live TV findet Ihr klassische laufende Fernsehprogramme sowie zahlreiche sogenannte FAST-Kanäle. Für Prime-Mitglieder fallen für die in der Mitgliedschaft enthaltenen Sender keine zusätzlichen Live-TV-Abogebühren an.

Das ist vor allem interessant, wenn Ihr Amazon Prime ohnehin wegen Versand, Shopping-Angeboten oder Prime Video bezahlt. Dann könnte ein zusätzlicher TV-Vertrag Leistungen enthalten, die Ihr zumindest teilweise bereits über Eure Prime-Mitgliedschaft bekommt.

Wichtig ist allerdings die Formulierung „ohne Zusatzkosten“: Amazon Prime selbst ist nicht generell kostenlos. Die reguläre Mitgliedschaft kostet aktuell 8,99 Euro pro Monat oder 89,90 Euro pro Jahr. Für berechtigte Neukunden gibt es einen kostenlosen Testzeitraum.

Welche Fernsehsender bekommt Ihr mit Amazon Prime?

Amazon bestätigt aktuell das Live-Programm von ARD, ZDF und den dritten Programmen. Hinzu kommen mehr als 500 FAST-Kanäle.

FAST steht für „Free Ad-Supported Streaming Television“. Dahinter stecken lineare Streaming-Kanäle, die wie klassisches Fernsehen rund um die Uhr ein festgelegtes Programm ausspielen und sich über Werbung finanzieren.

Anders als bei Netflix oder einer klassischen Prime-Video-Serie sucht Ihr Euch also nicht zwingend eine einzelne Folge aus. Ihr schaltet den Kanal ein und schaut das Programm, das gerade läuft.

Solche Sender konzentrieren sich häufig auf bestimmte Serien, Genres oder Themen. Im aktuell untersuchten Live-TV-Angebot finden sich beispielsweise Kanäle rund um Formate wie Mr. Bean, Top Gear, BBC Earth, Stromberg oder X-Factor.

Damit entsteht innerhalb von Prime Video ein TV-Angebot, das sich deutlich stärker wie klassisches Zappen anfühlt als normales Video-on-Demand.

So findet Ihr Live-TV bei Amazon Prime

Im Browser ist die Funktion besonders leicht zu finden. Öffnet Prime Video und sucht in der Navigation nach dem Bereich „Live TV“.

In der Prime-Video-App und auf Fire-TV-Geräten müsst Ihr gegebenenfalls zunächst Euer Profil auswählen. Anschließend lässt sich ebenfalls der Live-TV-Bereich öffnen.

Ihr benötigt dafür keinen separaten Kabelanschluss und keine klassische TV-Dose. Entscheidend sind eine ausreichend stabile Internetverbindung und ein kompatibles Gerät mit Zugriff auf Prime Video.

Auf einem modernen Smart-TV könnt Ihr dafür die entsprechende App nutzen. Bei einem älteren Fernseher lässt sich Streaming beispielsweise über einen HDMI-Stick oder eine andere kompatible Streaming-Lösung nachrüsten.

Den Live-Bereich findet ihr im Browser ganz leicht bei Amazon

Kann Amazon Prime den Kabelanschluss wirklich ersetzen?

Das hängt stark davon ab, welche Sender Ihr tatsächlich schaut.

Nutzung Prime Live-TV
ARD und ZDF Ja
Dritte Programme Ja
500+ FAST-Kanäle Ja
ProSieben und Sat.1 im enthaltenen Prime-Live-TV Nein
Klassische TV-Dose erforderlich Nein
Internetverbindung erforderlich Ja
Zusätzliche Kosten für enthaltene Live-Sender Nein, Prime-Mitgliedschaft vorausgesetzt
Werbung auf FAST-Kanälen Ja
Rundfunkbeitrag entfällt Nein

Wenn Ihr hauptsächlich öffentlich-rechtliche Programme schaut und zusätzlich gerne durch Spartenkanäle zappt, kann Prime Video deshalb überraschend viel abdecken.

Anders sieht es aus, wenn RTL, ProSieben, Sat.1 und andere klassische Privatsender einen großen Teil Eures Fernsehalltags ausmachen. Die großen privaten Programme gehören nicht automatisch zum beschriebenen Prime-Live-TV-Paket.

ProSieben und Sat.1 fehlen – aber es gibt eine kostenlose Ergänzung

Wer beispielsweise regelmäßig ProSieben oder Sat.1 schaut, muss deshalb nicht automatisch beim Kabelanschluss bleiben.

Eine mögliche Ergänzung ist Joyn. Der Anbieter bestätigt selbst, dass viele Live-TV-Sender kostenlos angeboten werden. Dazu zählen unter anderem ProSieben, SAT.1 und Kabel Eins. Das Live-TV-Angebot lässt sich laut Joyn sogar ohne Anmeldung nutzen; für bestimmte Mediathek-Funktionen ist dagegen eine Registrierung erforderlich.

Die Kombination aus Prime Video und einem kostenlosen Streaming-Angebot kann damit für manche Haushalte deutlich näher an das gewohnte lineare TV-Angebot herankommen.

Wer verschiedene Anbieter vergleichen möchte, findet bei Preis-King außerdem laufend weitere Ratgeber und Angebote rund um Streaming-Dienste.

Warum das Thema seit dem Ende des Nebenkostenprivilegs interessanter ist

Bis Mitte 2024 konnten die Kosten eines gemeinschaftlichen Kabelanschlusses in vielen Mietshäusern über die Betriebskosten auf die Bewohner umgelegt werden.

Seit dem 1. Juli 2024 ist diese Übergangsregelung beendet. Mieter können ihre Empfangsart grundsätzlich selbst wählen und müssen nicht mehr automatisch einen gemeinschaftlichen Kabel-TV-Anschluss über die Nebenkosten finanzieren. Die Verbraucherzentrale sieht genau darin einen der Vorteile der Neuregelung: Haushalte können sich seitdem bewusster zwischen Kabel, Antenne, Satellit und Internet-TV entscheiden.

Wer nach der Änderung einen eigenen Kabel-TV-Vertrag abgeschlossen hat, sollte deshalb einmal prüfen, ob dieser Vertrag im Alltag überhaupt noch benötigt wird.

Das bedeutet nicht, dass jeder Kabelanschluss automatisch überflüssig geworden ist. Wer sehr viele klassische Sender, bestimmte Pay-TV-Angebote oder weitere Funktionen seines Kabelanbieters nutzt, kann mit Kabel weiterhin besser bedient sein.

Wichtig: Den Rundfunkbeitrag spart Ihr damit nicht

Hier besteht leicht Verwechslungsgefahr.

Ein gekündigter Kabel-TV-Vertrag ist etwas völlig anderes als der gesetzliche Rundfunkbeitrag. Der Rundfunkbeitrag beträgt aktuell 18,36 Euro pro Monat und Wohnung und wird unabhängig davon erhoben, ob Ihr Kabel-TV, Prime Video, eine Antenne oder überhaupt keinen Fernseher nutzt.

Amazon Prime kann Euch also möglicherweise die Kosten eines zusätzlichen Fernsehvertrags ersparen. Den Rundfunkbeitrag ersetzt die Mitgliedschaft nicht.

Was lässt sich mit dem Wechsel tatsächlich sparen?

Das lässt sich nicht pauschal mit einem einzigen Betrag beantworten.

Die Verbraucherzentrale berichtet für klassische Kabel-Einzelnutzerverträge beispielsweise von Kosten, die je nach Modell und Anbieter zusätzlich anfallen können. Auch IPTV- und Streaming-TV-Pakete verursachen häufig monatliche Gebühren.

Wenn Ihr Prime bereits aus anderen Gründen bezahlt, ist deshalb eine einfache Rechnung sinnvoll: Welche TV-Leistungen nutzt Ihr aus Eurem aktuellen Vertrag wirklich – und welche davon bekommt Ihr schon über Prime Video oder kostenlose Streaming-Angebote?

Bezahlt Ihr Prime ohnehin, sind die enthaltenen Live-TV-Sender keine neue Ausgabe. Ein zusätzlicher TV-Vertrag dagegen schon.

Anders sieht die Rechnung aus, wenn Ihr Amazon Prime ausschließlich abschließen würdet, um fernzusehen. Dann müsst Ihr die 8,99 Euro monatlich beziehungsweise 89,90 Euro jährlich gegen alternative TV-Lösungen rechnen und auch die übrigen Prime-Vorteile berücksichtigen.

Amazon Prime kostenlos testen: Für manche sogar sechs Monate

Noch interessanter wird die Rechnung, wenn Ihr Prime zunächst kostenlos ausprobieren könnt.

Bei einer regulären Prime-Mitgliedschaft bietet Amazon berechtigten neuen Mitgliedern aktuell einen 30-tägigen Gratiszeitraum an. Während dieser Zeit könnt Ihr die Prime-Leistungen ausprobieren und vor dem Übergang in die kostenpflichtige Mitgliedschaft wieder kündigen.

Deutlich länger können junge Erwachsene testen. Amazon hat sein vergünstigtes Angebot inzwischen auf 18- bis 24-Jährige ausgeweitet. Berechtigte Nutzer können Prime aktuell sechs Monate kostenlos verwenden und zahlen anschließend 4,49 Euro monatlich oder 44,90 Euro jährlich. Ein Studentenstatus ist dafür nicht mehr zwingend erforderlich.

Preis-King hat die Bedingungen und die weiterhin im Netz kursierende Behauptung von zwölf kostenlosen Monaten ausführlich geprüft. In unserem aktuellen Ratgeber erfahrt Ihr, warum derzeit sechs Monate Prime kostenlos bestätigt sind und zwölf Monate nicht generell vorausgesetzt werden sollten: Amazon Prime für junge Erwachsene kostenlos testen – Fakten zur Gratisphase.

Gerade wenn Ihr zwischen 18 und 24 Jahre alt seid und prüfen wollt, ob Live-TV über Prime für Euch ausreicht, bietet diese längere Testphase genügend Zeit, um das Angebot im Alltag auszuprobieren.

Achtet nach der Gratisphase auf die Verlängerung

Ein kostenloser Test bedeutet nicht automatisch eine dauerhaft kostenlose Mitgliedschaft.

Wenn Ihr nach dem Test nicht weiterzahlen möchtet, solltet Ihr deshalb direkt in Eurem Amazon-Konto prüfen, wann der Gratiszeitraum endet und welche Konditionen anschließend für Euer Konto gelten.

Eine ausführliche Anleitung findet Ihr bei Preis-King im Ratgeber zum Amazon Prime kündigen und Beenden der Probemitgliedschaft.

Entscheidend sind im Zweifel immer die Bedingungen, die Euch Amazon während der Anmeldung beziehungsweise in Eurem Konto konkret anzeigt.

Lohnt sich Prime nur für das Fernsehen?

Nur wegen einiger öffentlich-rechtlicher Live-Sender würden wir Prime nicht automatisch als günstigste Lösung einordnen. Diese Sender lassen sich auch über andere Empfangswege nutzen.

Prime wird vor allem dann interessant, wenn Ihr mehrere Leistungen kombiniert: Live-TV, Prime Video, Versandvorteile, Prime-exklusive Angebote und weitere Prime-Dienste.

Wer häufig bei Amazon bestellt, sollte deshalb nicht nur den TV-Bereich betrachten. Umgekehrt gilt aber auch: Nur weil Prime kostenlosen Premiumversand bietet, muss die Mitgliedschaft nicht für jeden Haushalt wirtschaftlich sein.

Wenn der Versand für Euch der Hauptgrund ist, lohnt ein Blick auf unseren Ratgeber zum Amazon-Mindestbestellwert und kostenlosen Versand ohne Prime. So könnt Ihr besser beurteilen, ob Ihr die Mitgliedschaft tatsächlich benötigt oder auch ohne Abo auskommt.

Was Ihr vor einer Kabel-Kündigung prüfen solltet

Kündigt einen bestehenden Vertrag nicht allein deshalb, weil Prime Video bei Euch Live-TV anzeigt.

Prüft zunächst mehrere Tage lang, ob Eure wichtigsten Sender tatsächlich verfügbar sind. Testet außerdem die Stabilität des Streams am Abend, wenn Eure Internetverbindung stärker ausgelastet sein kann.

Schaut Euch danach Euren bestehenden Vertrag genau an. Besonders bei kombinierten Internet-, Telefon- und TV-Angeboten solltet Ihr klären, ob sich die TV-Komponente separat beenden lässt und ob sich dadurch Preise oder Vertragsbedingungen anderer Leistungen verändern.

Auch zusätzliche Funktionen können eine Rolle spielen. Wer beispielsweise Aufnahmen, Timeshift, bestimmte Privatsender, Pay-TV oder eine große klassische Programmliste verwendet, bekommt mit den enthaltenen Prime-Sendern nicht automatisch einen vollständigen Ersatz.

Für Haushalte, die dagegen fast ausschließlich ARD, ZDF, die dritten Programme und einige Themenkanäle schauen, ist die Prüfung deutlich interessanter.

Amazon hat Prime TV eingestellt – warum Live-TV trotzdem bleibt

Seit August 2026 gibt es noch einen Punkt, der leicht missverstanden werden kann.

Amazon hatte einen eigenen linearen Sender mit dem Namen Prime TV. Dieser einzelne Sender wurde zum 1. August 2026 eingestellt.

Der gesamte Live-TV-Bereich von Prime Video wurde aber nicht abgeschaltet. Amazon hat ausdrücklich klargestellt, dass das Live-Programm von ARD, ZDF und den dritten Programmen sowie die mehr als 500 FAST-Kanäle weiterhin verfügbar bleiben.

Wer irgendwo liest, „Prime TV wurde eingestellt“, sollte deshalb zwischen dem einzelnen Amazon-Sender Prime TV und der umfangreicheren Funktion Live TV in Prime Video unterscheiden.

Fazit: Für viele Prime-Kunden lohnt sich ein Blick in den Live-TV-Bereich

Prime Video kann einen klassischen Kabel-TV-Anschluss nicht in jedem Haushalt vollständig ersetzen. Dafür fehlen im enthaltenen Angebot unter anderem wichtige private Sender und einige Komfortfunktionen klassischer TV-Pakete.

Wer Prime aber ohnehin bezahlt und hauptsächlich ARD, ZDF, die dritten Programme und thematische Streaming-Sender schaut, sollte seinen bestehenden TV-Vertrag überprüfen. Mehr als 500 FAST-Kanäle machen das Angebot deutlich größer, als viele Prime-Nutzer vermutlich erwarten.

Interessant ist die Kombination aus Prime und kostenlosen Angeboten wie Joyn. Damit lässt sich auch ein Teil der bei Prime fehlenden Privatsender abdecken.

Und wer Amazon Prime noch nicht nutzt, kann je nach Berechtigung zunächst 30 Tage beziehungsweise als 18- bis 24-Jähriger sechs Monate kostenlos testen, bevor reguläre Kosten entstehen.

Habt Ihr Euren Kabelanschluss bereits durch Streaming ersetzt oder gibt es Sender und Funktionen, auf die Ihr beim klassischen Fernsehen noch nicht verzichten möchtet? Schreibt uns gerne Eure Erfahrungen in die Kommentare.

Christian Schröder

Christian Schröder

Gründer & Redakteur

Expertise: Deals, Gutscheine, Preisvergleiche, Verbraucher-News, Mobilfunk und Onlinehandel. Christian Schröder prüft Aktionsbedingungen, Vergleichspreise, Versandkosten und mögliche Folgekosten und bereitet relevante Informationen verständlich für Leser auf.

Christian Schröder ist seit 2016 bei Preis-King tätig und schreibt dort täglich über Angebote, Verbraucher-News, Produktrückrufe, Mobilfunk, Technik und aktuelle Entwicklungen im Onlinehandel. Zuvor betreute er bereits weitere Blogs und ist auch heute noch an verschiedenen redaktionellen Projekten beteiligt.

Durch seine Ausbildung zum Immobilienkaufmann verfügt er zusätzlich über Erfahrung in den Bereichen Verträge, Kosten, Finanzierung und wirtschaftliche Zusammenhänge. Bei Preis-King prüft und bewertet er unter anderem Aktionsbedingungen, Vergleichspreise, Versandkosten und mögliche Folgekosten.

Sein Ziel ist es, Informationen verständlich einzuordnen und Leser frühzeitig auf relevante Änderungen, Einschränkungen und mögliche Preisfallen hinzuweisen.

Zuletzt aktualisiert: 27.09.2026
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