MediaMarkt arbeitet an einem neuen Bezahlkonzept für seine Filialen. Kundinnen und Kunden sollen ihren Einkauf künftig direkt auf der Verkaufsfläche abschließen können, statt nach der Beratung noch eine klassische Kasse aufsuchen zu müssen. Das sogenannte „Pay-on-Shopfloor“-Modell ist Teil einer umfassenderen Strategie, mit der MediaMarktSaturn das Einkaufserlebnis stärker digitalisieren will.
Neben dem mobilen Bezahlen plant der Elektronikhändler weitere Neuerungen. Dazu gehören Beratungen per Videoanruf sowie der verstärkte Einsatz künstlicher Intelligenz. Für Kunden könnten sich dadurch Beratung, Produktauswahl und Bezahlvorgang spürbar verändern.
Was bedeutet „Pay-on-Shopfloor“?
Beim „Pay-on-Shopfloor“ wird der Kauf direkt dort abgeschlossen, wo auch die Beratung stattfindet. Ein Mitarbeiter könnte beispielsweise ein Smartphone, einen Fernseher oder ein Haushaltsgerät erklären und anschließend unmittelbar den Bezahlvorgang über ein mobiles Terminal durchführen.
Der zusätzliche Weg zur Kassenzone würde damit entfallen. MediaMarktSaturn verspricht sich von dem Konzept kürzere Wartezeiten und einen flüssigeren Übergang von der Beratung zum Kauf. Die klassische Kasse soll nach bisherigem Stand jedoch nicht sofort in sämtlichen Märkten vollständig verschwinden. Das neue Verfahren ist vielmehr als zusätzliche beziehungsweise schrittweise eingeführte Bezahlmöglichkeit zu verstehen.
Details zur eingesetzten Technik, zu den teilnehmenden Filialen und zum genauen Starttermin wurden bislang nicht vollständig veröffentlicht. Medienberichten zufolge soll die Einführung jedoch zeitnah erfolgen.
So könnte der Einkauf künftig ablaufen
Das neue Konzept dürfte vor allem bei beratungsintensiven Produkten Vorteile bringen. Wer sich etwa zu einem Fernseher, Notebook oder Smartphone beraten lässt, könnte das ausgewählte Gerät unmittelbar beim zuständigen Mitarbeiter bezahlen.
Ein möglicher Ablauf wäre:
- Kunden lassen sich auf der Verkaufsfläche beraten.
- Der Mitarbeiter prüft Verfügbarkeit, Preis und mögliche Zusatzleistungen.
- Der Kauf wird über ein mobiles System erfasst.
- Bezahlt wird direkt per Karte oder einem anderen unterstützten Zahlungsmittel.
- Die Ware kann anschließend mitgenommen oder zur Lieferung vorbereitet werden.
Welche Zahlungsarten tatsächlich unterstützt werden, ist noch nicht abschließend bekannt. Auch ist offen, ob das System zunächst nur in ausgewählten Märkten oder bestimmten Produktbereichen eingesetzt wird.
MediaMarkt plant zusätzlich eine Videoberatung
Neben dem neuen Bezahlverfahren will MediaMarktSaturn auch seine Beratung über digitale Kanäle ausbauen. Geplant sind Beratungen per Videoanruf, bei denen Mitarbeiter aus einer Filiale oder einem spezialisierten Beratungsbereich zugeschaltet werden.
Erste Tests sollen in ausgewählten Bereichen sogenannter Tech Villages stattfinden. Dabei handelt es sich um größere Flagship-Märkte des Unternehmens. Die dort eingesetzten Fachkräfte könnten künftig sowohl Kunden vor Ort als auch Interessenten über eine Videoverbindung beraten.
Für Kunden wäre eine solche Videoberatung vor allem dann praktisch, wenn im eigenen Markt gerade kein passender Spezialist verfügbar ist oder eine Beratung von zu Hause aus gewünscht wird.
Künstliche Intelligenz soll bei der Produktauswahl helfen
Auch künstliche Intelligenz spielt in den Zukunftsplänen von MediaMarktSaturn eine wichtige Rolle. Denkbar sind digitale Produktfinder, die anhand weniger Angaben passende Geräte vorschlagen. Kunden könnten beispielsweise eingeben, wie groß ein Fernseher sein soll, welches Budget zur Verfügung steht oder welche Funktionen bei einem Smartphone wichtig sind.
Die KI könnte anschließend geeignete Produkte vergleichen und die Auswahl eingrenzen. Sie soll die persönliche Beratung nicht zwingend ersetzen, sondern Mitarbeiter und Kunden bei der Produktsuche unterstützen.
Ceconomy, die Muttergesellschaft von MediaMarktSaturn, hat die stärkere Nutzung künstlicher Intelligenz im Rahmen ihres Strategy Day 2026 als Bestandteil der weiteren Unternehmensentwicklung vorgestellt.
Was ändert sich für Kunden konkret?
Die wichtigste Änderung besteht darin, dass Beratung und Bezahlung künftig enger miteinander verbunden werden sollen. Für Kunden ergeben sich daraus mehrere mögliche Vorteile:
- kürzere Wege innerhalb des Marktes,
- weniger Wartezeit an zentralen Kassen,
- direkter Kaufabschluss nach der Beratung,
- bessere Erreichbarkeit spezialisierter Mitarbeiter,
- zusätzliche Unterstützung bei der Produktauswahl.
Ob der Einkauf dadurch tatsächlich schneller wird, hängt allerdings von der konkreten Umsetzung ab. Mobile Terminals müssen zuverlässig funktionieren, Mitarbeiter entsprechend geschult und Rückgaben, Gutscheine oder Finanzierungen in das System eingebunden werden.
Gerade bei größeren Anschaffungen lohnt es sich unabhängig vom Bezahlweg weiterhin, Preise und Konditionen zu vergleichen. Auf Preis-King findet Ihr regelmäßig aktuelle Elektronik- und Technikangebote. Wer gezielt nach einem neuen Mobiltelefon sucht, kann außerdem die laufenden Smartphone-Angebote prüfen.
Verschwinden die klassischen MediaMarkt-Kassen?
Von einer sofortigen und vollständigen Abschaffung aller Kassen kann derzeit nicht gesprochen werden. Das Konzept sieht zunächst vor, dass Einkäufe zusätzlich direkt auf der Verkaufsfläche bezahlt werden können.
Klassische Kassenzonen dürften zumindest vorerst weiterhin benötigt werden. Das gilt unter anderem für Kunden, die ohne Beratung einkaufen, mit Bargeld bezahlen möchten oder besondere Anliegen wie Retouren, Gutscheine und Finanzierungen klären müssen.
Die Formulierung „Einkaufen ohne Kasse“ beschreibt daher vor allem den möglichen Ablauf aus Sicht einzelner Kunden: Sie können ihren Kauf abschließen, ohne eine zentrale Kasse aufzusuchen. Sie bedeutet nicht automatisch, dass MediaMarkt sämtliche Kassen entfernt.
Welche Rolle spielt Saturn?
MediaMarkt und Saturn gehören beide zur MediaMarktSaturn Retail Group und damit zum Ceconomy-Konzern. Viele Aktionen und strategische Veränderungen betreffen deshalb beide Marken, auch wenn neue Funktionen zunächst unter dem Namen MediaMarkt angekündigt oder getestet werden.
Wie eng Saturn in die Einführung des mobilen Bezahlens eingebunden wird, ist derzeit noch nicht abschließend bekannt. Grundsätzlich verfolgt der Konzern jedoch eine gemeinsame Omnichannel-Strategie, bei der Filialgeschäft, Onlinehandel und digitale Services miteinander verbunden werden sollen.
Dass Aktionen bereits markenübergreifend organisiert werden, zeigt beispielsweise die gemeinsame MediaMarkt-und-Saturn-Aktion zur Fußball-WM 2026. Dort gelten vergleichbare Teilnahmebedingungen für Mitglieder von myMediaMarkt und mySaturn.
Vorsicht vor gefälschten MediaMarkt-Webseiten
Durch neue digitale Angebote und Bezahlmöglichkeiten können auch Betrüger versuchen, bekannte Markennamen für gefälschte Webseiten oder angebliche Services zu missbrauchen. Kunden sollten deshalb darauf achten, mobile Zahlungen nur über offizielle Geräte in der Filiale oder über eindeutig verifizierte Onlineangebote abzuschließen.
Preis-King hatte bereits vor dem betrügerischen Fake-Shop „media-markt-de.com“ gewarnt, der Namen, Anschrift und Erscheinungsbild des echten Händlers missbrauchte. Weitere Hinweise zu den Warnzeichen findet Ihr im Beitrag Warnung vor Betrug: Fake-Shop gibt sich als MediaMarkt aus.
Beim Technikkauf weiterhin Preise vergleichen
Ein schnellerer Bezahlvorgang ist bequem, sagt aber nichts darüber aus, ob ein Produkt gerade günstig angeboten wird. Besonders bei Fernsehern, Smartphones und Haushaltsgeräten können sich Preise innerhalb kurzer Zeit deutlich verändern.
Vor dem Kauf empfiehlt sich deshalb weiterhin ein Vergleich mit Onlinepreisen und zeitlich begrenzten Aktionen. Gerade bei groß beworbenen Rabatten sollte außerdem geprüft werden, ob sich das vermeintliche Angebot tatsächlich lohnt. Der Preis-King-Ratgeber Lohnen sich große Aktionsangebote wirklich? erklärt, worauf Ihr bei Vergleichspreisen, durchgestrichenen Preisen und kurzfristigen Rabatten achten solltet.
Wer ein Smartphone zusammen mit einem Mobilfunktarif sucht, findet in der MediaMarkt Tarifwelt regelmäßig Bundles aus Gerät, Vertrag und möglichen Aktionsvorteilen. Entscheidend ist dabei nicht nur die monatliche Grundgebühr, sondern der Gesamtpreis über die vollständige Vertragslaufzeit.
Fazit: Bequemer bezahlen, aber viele Details sind noch offen
Mit „Pay-on-Shopfloor“ will MediaMarkt den klassischen Ablauf aus Beratung, Kassensuche und Bezahlung verkürzen. Kunden sollen ihren Einkauf direkt bei einem Mitarbeiter auf der Verkaufsfläche abschließen können. Ergänzt werden soll das Konzept durch Videoberatung und KI-gestützte Produktempfehlungen.
Die Richtung ist klar: MediaMarktSaturn möchte Filialen und digitale Services enger miteinander verbinden. Noch fehlen jedoch wichtige Informationen zum Starttermin, zu den teilnehmenden Märkten, den unterstützten Zahlungsarten und zur Rolle der bisherigen Kassenzonen.
Für Kunden könnte der Einkauf dadurch komfortabler und schneller werden. Ein Preisvergleich bleibt trotzdem sinnvoll, denn ein moderner Bezahlvorgang macht aus einem Produkt nicht automatisch ein gutes Angebot.
FAQ
Kann man bei MediaMarkt künftig direkt beim Mitarbeiter bezahlen?
Das ist das Ziel des neuen „Pay-on-Shopfloor“-Konzepts. Der Kauf soll direkt auf der Verkaufsfläche abgeschlossen werden können. Wann das System in welchem Markt verfügbar ist, wurde noch nicht abschließend bekannt gegeben.
Schafft MediaMarkt seine Kassen vollständig ab?
Dafür gibt es derzeit keine Bestätigung. Das mobile Bezahlen soll zunächst eine zusätzliche Möglichkeit schaffen. Klassische Kassen dürften vorerst weiterhin bestehen bleiben.
Ist auch Barzahlung direkt auf der Verkaufsfläche möglich?
Dazu liegen bislang keine verlässlichen Angaben vor. Mobile Bezahlterminals sind typischerweise auf Karten und digitale Zahlungsmittel ausgelegt. Ob MediaMarkt auch eine Lösung für Bargeld plant, bleibt offen.
Was ist eine MediaMarkt-Videoberatung?
Dabei sollen Kunden per Videoanruf mit einem Mitarbeiter verbunden werden. Das Angebot soll zunächst in ausgewählten Bereichen größerer Flagship-Filialen getestet werden.
Wird das neue Bezahlverfahren auch bei Saturn eingeführt?
MediaMarkt und Saturn gehören zum selben Konzern. Eine konkrete flächendeckende Einführung bei Saturn wurde bislang jedoch nicht eindeutig bestätigt.
Ersetzt künstliche Intelligenz künftig die Mitarbeiter?
Nach den bisher bekannten Plänen soll KI vor allem bei der Produktsuche und Beratung unterstützen. Eine vollständige Ersetzung der persönlichen Beratung wurde nicht angekündigt.
Quelle: Lebensmittelzeitung

Christian Schröder
Gründer & Redakteur
Expertise: Deals, Gutscheine, Preisvergleiche, Verbraucher-News, Mobilfunk und Onlinehandel. Christian Schröder prüft Aktionsbedingungen, Vergleichspreise, Versandkosten und mögliche Folgekosten und bereitet relevante Informationen verständlich für Leser auf.
Christian Schröder ist seit 2016 bei Preis-King tätig und schreibt dort täglich über Angebote, Verbraucher-News, Produktrückrufe, Mobilfunk, Technik und aktuelle Entwicklungen im Onlinehandel. Zuvor betreute er bereits weitere Blogs und ist auch heute noch an verschiedenen redaktionellen Projekten beteiligt.
Durch seine Ausbildung zum Immobilienkaufmann verfügt er zusätzlich über Erfahrung in den Bereichen Verträge, Kosten, Finanzierung und wirtschaftliche Zusammenhänge. Bei Preis-King prüft und bewertet er unter anderem Aktionsbedingungen, Vergleichspreise, Versandkosten und mögliche Folgekosten.
Sein Ziel ist es, Informationen verständlich einzuordnen und Leser frühzeitig auf relevante Änderungen, Einschränkungen und mögliche Preisfallen hinzuweisen.

