Das Jugendwort des Jahres 2025 steht fest. Der Langenscheidt-Verlag hat auf der Frankfurter Buchmesse bekannt gegeben, dass „das crazy“ die diesjährige Wahl gewonnen hat. Mit einem knappen Vorsprung setzte sich der Begriff gegen „checkst du“ und „goonen“ durch und repräsentiert damit offiziell die Jugendsprache des Jahres 2025.
Die Wahl verdeutlicht erneut, wie stark moderne Jugendsprache von englischen Einflüssen, Verkürzungen und pragmatischer Kommunikation geprägt ist. „Das crazy“ fungiert dabei weniger als klassisches Schlagwort, sondern vielmehr als sprachliches Werkzeug für Situationen, in denen Worte fehlen oder bewusst reduziert werden.
Abstimmungsergebnis und Zahlen zur Wahl 2025
Die Abstimmung zum Jugendwort des Jahres 2025 verlief denkbar knapp. 35,7 Prozent der Stimmen entfielen auf „das crazy“. Der Zweitplatzierte „goonen“ erreichte 35,5 Prozent, dicht gefolgt von „checkst du“. Diese enge Verteilung zeigt, dass es keinen klaren Favoriten gab, sondern mehrere Begriffe den Nerv der Zeit trafen.
Rund 82 Prozent aller gültigen Einreichungen stammten aus der Altersgruppe der Elf- bis 20-Jährigen und flossen in das finale Voting ein. Damit erfüllt die Wahl weiterhin ihren Anspruch, primär von jungen Menschen selbst getragen zu werden. Die hohe Beteiligung unterstreicht zudem die Relevanz des Wettbewerbs innerhalb der Zielgruppe.
Was „das crazy“ bedeutet und warum der Begriff gewonnen hat
„Das crazy“ wird laut Langenscheidt als Allzweckwaffe der Sprachlosigkeit beschrieben. Der Ausdruck kommt immer dann zum Einsatz, wenn keine passende Antwort einfällt, die Lust auf eine längere Reaktion fehlt oder man schlicht höflich bleiben möchte. Inhaltlich ist der Begriff vergleichbar mit einem neutralen „Okay“, „Aha, cool“ oder einer zustimmenden Minimalreaktion.
Gerade diese Offenheit macht „das crazy“ so vielseitig einsetzbar. Der Begriff erlaubt es, Gespräche aufrechtzuerhalten, ohne sich festlegen zu müssen. Er steht damit exemplarisch für einen Sprachgebrauch, der auf Effizienz, Ironie und situative Anpassung setzt.
Nikolas Hoenig, Head of Marketing von PONS Langenscheidt, ordnet das Ergebnis so ein:
„Die diesjährige Wahl zeigt erneut den ungebrochenen Einfluss der englischen Sprache und den Trend zum Verkürzen. ‚Das crazy‘ repräsentiert den Zeitgeist gekonnt – und genau das ist das Ziel der Wahl.“

Bedeutung der Top 3 Jugendwörter 2025
Die drei bestplatzierten Begriffe zeigen unterschiedliche Facetten jugendlicher Kommunikation. Jeder von ihnen erfüllt eine klar erkennbare sprachliche Funktion im Alltag.
„Checkst du“
Der Ausdruck dient dazu, sicherzugehen, dass das Gegenüber den Inhalt wirklich verstanden hat. Meist steht er am Satzende und signalisiert eine Mischung aus Nachfrage und Ungeduld. Im Kern handelt es sich um eine modernisierte Variante von „Verstehst du?“.
„Das crazy“
Als neutrales Reaktionswort hält der Begriff Gespräche am Laufen, ohne inhaltlich Stellung zu beziehen. Er wirkt höflich, distanziert und ironisch zugleich und passt damit ideal in digitale wie analoge Kommunikationssituationen.
„Goonen“
Ursprünglich bezeichnete der Begriff exzessive Selbstbefriedigung mit möglichem Suchtcharakter. Inzwischen wird er zunehmend allgemeiner verwendet und hat sich in Teilen von seiner ursprünglichen Bedeutung gelöst. Langenscheidt weist dennoch auf die problematischen Ursprünge hin.
Diese Begriffe standen in den Top Ten 2025
Neben den Top 3 wurden sieben weitere Begriffe nominiert, die unterschiedliche soziale und kulturelle Kontexte widerspiegeln.
„Digga(h)“
Ein universell einsetzbares Slangwort für Freund, Freundin oder schlicht eine andere Person. Es funktioniert als Anrede, Ausruf oder spontane Reaktion und ist fest im Alltag verankert.
„Lowkey“
Der Begriff bedeutet „ein bisschen“, „unauffällig“ oder „unterschwellig“. Er wird genutzt, um Gefühle oder Meinungen bewusst herunterzuspielen und nicht zu dramatisch wirken zu lassen.
„Rede“
Ein Ausdruck starker Zustimmung mit Nachdruck. Er wird gerufen, wenn jemand genau das ausspricht, was andere denken. Der Begriff funktioniert wie ein verbaler Applaus.
„Schere“
Aus der Gaming-Szene stammend, steht „Schere“ für das humorvolle Eingeständnis eines Fehlers. Vergleichbar mit dem Handheben im Fußball nach einem Foul.
„Sybau“
Eine Abkürzung für „Shut your bitch ass up“. Trotz der harten Bedeutung wird der Begriff häufig ironisch und mit Augenzwinkern verwendet.
„Tot“
Beschreibt eine Situation, die als langweilig, peinlich oder ungewollt uncool wahrgenommen wird. Besonders beliebt zur Bewertung sozialer Situationen.
„Tuff“
Ein positives Slangwort für „krass“ oder „cool“. Es wird genutzt, um Anerkennung für Aussehen, Fähigkeiten oder Aktionen auszudrücken.
Übersicht: Jugendwort 2025 nach Funktion
| Begriff | Sprachliche Funktion | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Das crazy | Neutrale Reaktion | Gespräche, Chats |
| Checkst du | Verständnis sichern | Diskussionen |
| Goonen | Beschreibung eines Verhaltens | Online-Kultur |
| Digga(h) | Anrede, Ausruf | Freundeskreis |
| Lowkey | Abschwächung | Social Media |
| Rede | Zustimmung | Gruppengespräche |
| Schere | Fehler eingestehen | Gaming, Sport |
| Sybau | Ironische Abwertung | Kommentarspalten |
| Tot | Situationsbewertung | Freizeit |
| Tuff | Anerkennung | Alltag |
Jugendwörter im historischen Vergleich
Seit 2008 kürt Langenscheidt jährlich das Jugendwort des Jahres. Viele Begriffe sind über ihren ursprünglichen Kontext hinaus in den allgemeinen Sprachgebrauch eingegangen.
| Jahr | Jugendwort | Bedeutung |
|---|---|---|
| 2024 | Aura | Ausstrahlung, Charisma |
| 2023 | goofy | albern, tollpatschig |
| 2022 | smash | mit jemandem etwas anfangen |
| 2021 | cringe | peinlich |
| 2020 | lost | ahnungslos |
| 2018 | Ehrenmann/-frau | guter Mensch |
| 2017 | I bims | Ich bin’s |
| 2015 | Smombie | Smartphone-Zombie |
Begriffe wie „cringe“ zeigen, dass Jugendwörter durchaus generationsübergreifend Bestand haben können.
Kritik, Einordnung und das Boomer-Wort des Jahres 2025
Parallel zur Jugendwort-Wahl hat sich eine ironische Gegenbewegung etabliert. Der TikToker Levi Penell rief erneut zur Wahl des Boomer-Worts des Jahres auf. Ziel ist es, typische Begriffe älterer Generationen humorvoll zu spiegeln.
2025 setzte sich „Baujahr“ als ironische Bezeichnung für das Geburtsjahr durch. Auf den weiteren Plätzen folgten „Mein lieber Herr Gesangsverein“ und „Schabernack“. Bereits 2024 hatte „Sportsfreund“ gewonnen. Diese Aktion zeigt, dass Sprachdebatten heute dialogischer geführt werden als früher.
„Wörter verbinden – oder spalten. Und jedes Jahr zeigen junge Menschen aufs Neue, wie sehr Sprache bewegt.“
Patricia Kunth, Projektleitung Jugendwort des Jahres, Langenscheidt
Ausblick: Jugendwort des Jahres 2026
Die nächste Runde lässt nicht lange auf sich warten. Der Langenscheidt-Verlag hat bereits angekündigt, ab dem 29. Mai 2026 wieder neue Vorschläge für das Jugendwort des Jahres 2026 zu sammeln. Der Sprachwandel bleibt damit ein fortlaufender Prozess, der jedes Jahr neue Facetten zeigt.
FAQ zum Jugendwort des Jahres 2025
Welches Wort hat 2025 gewonnen?
„Das crazy“ ist das Jugendwort des Jahres 2025.
Wie knapp war die Entscheidung?
Der Vorsprung betrug nur 0,2 Prozentpunkte gegenüber „goonen“.
Warum sind englische Begriffe erlaubt?
Jugendsprache ist international geprägt. Entscheidend ist die tatsächliche Nutzung, nicht die Herkunft.
Wer darf Vorschläge einreichen?
Alle jungen Menschen zwischen elf und 20 Jahren.
Wann startet die nächste Wahl?
Die Vorschlagsphase für 2026 beginnt am 29. Mai 2026.

