ING-Kunden aufgepasst: Diese E-Mail droht mit Kontosperrung

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Eine angebliche Sicherheitsnachricht der ING sorgt aktuell für eine neue Betrugswarnung. Wer eine bestimmte E-Mail erhält, soll innerhalb von 48 Stunden seine Identität bestätigen – sonst drohe eine vorübergehende Kontosperrung. Doch hinter der Aufforderung steckt keine echte Sicherheitsmaßnahme der Bank, sondern ein Phishing-Versuch, mit dem Kriminelle an sensible Kundendaten gelangen wollen.

Besonders tückisch: Die Betrüger stellen ihre Nachricht als notwendiges Sicherheitsupdate dar. Wir erklären Euch, woran Ihr die gefälschte ING-Mail erkennt, warum Ihr den enthaltenen Link keinesfalls öffnen solltet und was zu tun ist, wenn Ihr bereits darauf reagiert habt.

ING-Phishing: Angebliches Sicherheitsupdate innerhalb von 48 Stunden

Die am 19. Oktober 2026 bekannt gewordene Betrugsmasche richtet sich an Empfänger einer E-Mail, die vermeintlich von der ING beziehungsweise ING-DiBa stammt.

Bereits der Betreff soll Aufmerksamkeit erregen: „Warnung: neue wichtige Nachricht!!“

Im Nachrichtentext behaupten die Absender, dass eine Aktualisierung der digitalen Infrastruktur durchgeführt werde. Damit persönliche Informationen und Bankdaten geschützt bleiben, sei eine zusätzliche Identitätsprüfung notwendig.

Was zunächst nach einer gewöhnlichen Sicherheitsmaßnahme klingt, ist in Wirklichkeit der Einstieg in einen Betrugsversuch.

Die Empfänger sollen über eine Schaltfläche mit der Aufschrift „Sicherheit bestätigen“ ihre Identität überprüfen. Für diesen angeblich verpflichtenden Vorgang bleiben ihnen laut Nachricht lediglich 48 Stunden.

Andernfalls werde der Kontozugang vorübergehend gesperrt.

Wichtig: Diese Frist und die angedrohte Sperrung stammen von den Betrügern. Es handelt sich nicht um eine bestätigte Aufforderung der ING.

Warum die gefälschte ING-Mail besonders gefährlich ist

Die Betrüger kombinieren zwei Dinge, auf die viele Menschen reagieren: den Wunsch nach einem sicheren Bankkonto und die Angst, plötzlich keinen Zugriff mehr auf ihr Geld zu haben.

Gerade beim Online-Banking kann eine angekündigte Kontosperrung schnell Stress auslösen. Schließlich müssen Rechnungen bezahlt, Überweisungen erledigt oder Kontostände überprüft werden.

Genau diesen Druck machen sich die Kriminellen zunutze.

Die angebliche Sicherheitsaktualisierung soll seriös wirken. Gleichzeitig verhindert die kurze Frist, dass Empfänger die Nachricht in Ruhe hinterfragen.

Das eigentliche Ziel ist nicht die Sicherheit Eures Kontos, sondern der Zugriff auf Eure persönlichen Daten.

Über betrügerische Links können Empfänger auf gefälschte Internetseiten gelangen. Dort versuchen Kriminelle, Zugangsdaten und andere vertrauliche Informationen abzugreifen.

Mit solchen Daten können weitere Betrugsversuche vorbereitet oder Bankkonten angegriffen werden. Ob tatsächlich ein finanzieller Schaden entsteht, hängt unter anderem davon ab, welche Informationen preisgegeben und welche Aktionen anschließend bestätigt werden.

An diesen fünf Merkmalen erkennt Ihr die falsche ING-Nachricht

Es gibt mehrere Warnzeichen, die bei der aktuellen Betrugsmasche auffallen.

  • Auffälliger Betreff: Die Formulierung „Warnung: neue wichtige Nachricht!!“ soll Aufmerksamkeit und Dringlichkeit erzeugen.
  • Ungewöhnliche Absenderadresse: Die tatsächliche E-Mail-Adresse passt nicht zum erwarteten offiziellen Absender. Beachtet, dass auch angezeigte Absendernamen gefälscht werden können.
  • Unpersönliche Anrede: Statt einer individuellen Ansprache wird eine allgemeine Formulierung verwendet.
  • Künstlicher Zeitdruck: Ihr sollt innerhalb von 48 Stunden handeln, damit Euer Konto angeblich nicht gesperrt wird.
  • Identitätsprüfung über einen Link: Eine Schaltfläche fordert Euch auf, persönliche Angaben außerhalb des gewohnten Bankzugangs zu bestätigen.

Besonders verdächtig ist die Kombination dieser Merkmale.

Allerdings gilt auch: Nicht jede Phishing-Mail enthält Schreibfehler oder eine offensichtlich unseriöse Gestaltung. Manche betrügerischen Nachrichten sehen täuschend echt aus.

Verlasst Euch deshalb nicht allein auf das Design, ein Banklogo oder den angezeigten Absender.

ING stellt klar: Zugangsdaten gehören nicht in E-Mail-Links

Auf ihrer offiziellen Sicherheitsseite erklärt die ING, dass Kunden ihre Passwörter und persönlichen Zugangsdaten nicht über Links aus E-Mails eingeben sollen.

Auch bei angeblichen Sicherheitsproblemen gilt: Eine unerwartete Aufforderung zur Eingabe vertraulicher Bankdaten ist ein ernst zu nehmendes Warnsignal.

Die ING beschreibt auf ihrer Webseite ausdrücklich gefälschte E-Mails, in denen Kriminelle unter dem Vorwand einer Sicherheitsprüfung die Bestätigung von Kontodaten verlangen.

Wer sich unsicher ist, sollte die Nachricht deshalb nicht als Ausgangspunkt für die Anmeldung verwenden.

Öffnet stattdessen die ING-App direkt oder gebt die bekannte Internetadresse der Bank selbst im Browser ein.

Weitere Hinweise zur Erkennung verdächtiger Nachrichten findet Ihr auf der offiziellen ING-Seite zum Schutz vor Betrug.

Verdächtige ING-Mail erhalten? So reagiert Ihr richtig

Falls die betreffende Nachricht in Eurem Postfach auftaucht, besteht zunächst kein Grund zur Panik.

Solange Ihr keine vertraulichen Informationen weitergegeben oder gefährliche Aktionen bestätigt habt, bedeutet der bloße Empfang der E-Mail noch keinen erfolgreichen Kontobetrug.

So geht Ihr vor:

  1. Öffnet keine Links oder Anhänge aus der verdächtigen Nachricht.
  2. Antwortet nicht auf die E-Mail und übermittelt keine persönlichen Daten.
  3. Öffnet die ING-App selbstständig und überprüft, ob tatsächlich eine wichtige Mitteilung vorliegt.
  4. Kontaktiert bei Unsicherheit die Bank über ihre offiziellen Kontaktmöglichkeiten.
  5. Meldet die verdächtige Nachricht und entfernt sie anschließend aus Eurem Postfach.

Die ING nennt auf ihrer Hilfeseite [email protected] als Kontaktadresse, an die Ihr verdächtige Phishing-Mails als Anhang weiterleiten könnt.

Dabei solltet Ihr die ursprüngliche Nachricht weiterreichen, nicht auf den darin enthaltenen Absender antworten.

Auch andere Banken können Ziel ähnlicher Angriffe werden. Auf Preis-King haben wir bereits über Phishing per Bankpost und gefälschte QR-Codes berichtet. Dort versuchen Kriminelle, sensible Daten nicht über E-Mails, sondern über vermeintlich offizielle Briefe zu erbeuten.

Bereits auf den Link geklickt? Das solltet Ihr jetzt tun

Vielleicht habt Ihr die Nachricht erst für echt gehalten und bereits auf den enthaltenen Link geklickt.

Dann kommt es darauf an, was anschließend passiert ist.

Ihr habt den Link geöffnet, aber keine Daten eingegeben

Schließt die verdächtige Webseite und gebt dort nichts ein. Falls Ihr eine Datei heruntergeladen oder installiert habt, solltet Ihr das Gerät zusätzlich mit einer aktuellen Sicherheitssoftware überprüfen.

Kontrolliert außerdem Euer Online-Banking über die offizielle ING-App oder die selbst eingegebene Bankadresse.

Ihr habt Eure Zugangsdaten eingegeben

In diesem Fall solltet Ihr umgehend handeln.

Ändert Eure Zugangsdaten über den offiziellen Bankzugang, sofern dies noch sicher möglich ist. Informiert außerdem die ING über den möglichen Datenmissbrauch.

Die Bank bietet unter ING – Hilfe im Notfall konkrete Informationen zum Schutz oder zur Sperrung des Online-Banking-Zugangs.

Die ING nennt für dringende Fragen außerdem die Telefonnummer 069 / 34 22 24. Nutzt ausschließlich Kontaktmöglichkeiten, die Ihr unabhängig von der verdächtigen Nachricht überprüft habt.

Ihr habt eine Banking-Freigabe bestätigt oder entdeckt unbekannte Abbuchungen

Dann ist schnelles Handeln besonders wichtig.

Kontaktiert die Bank sofort, lasst bei Bedarf den Zugang sperren und meldet sämtliche verdächtigen Kontobewegungen.

Dokumentiert die betreffenden Vorgänge möglichst genau und erstattet bei einem tatsächlichen Betrugsfall gegebenenfalls Anzeige bei der Polizei.

Ganz wichtig: Bestätigt in Eurer Banking-App keine Anmeldung oder Überweisung, die Ihr nicht selbst ausgelöst habt.

Geld durch Phishing verloren: Müssen Banken den Schaden ersetzen?

Wer Opfer eines Phishing-Angriffs wird, stellt sich häufig eine weitere Frage: Was passiert, wenn bereits Geld vom Konto verschwunden ist?

Hier gibt es eine wichtige rechtliche Entwicklung.

Am 15. Oktober 2026 hat der Europäische Gerichtshof in der Rechtssache C-70/25 entschieden, dass Banken nicht autorisierte Zahlungsvorgänge grundsätzlich unverzüglich erstatten müssen. Eine mögliche grobe Fahrlässigkeit des Kunden rechtfertigt nicht automatisch, diese erste Erstattung zurückzuhalten.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Betroffene ihr Geld unter allen Umständen dauerhaft behalten dürfen. Unter bestimmten rechtlichen Voraussetzungen kann die Bank später Ersatz vom Kunden verlangen.

Die Entscheidung ist besonders relevant, wenn Kriminelle Zugangsdaten missbrauchen und dadurch nicht autorisierte Zahlungen auslösen.

Welche Ansprüche im konkreten Einzelfall bestehen, hängt von den Umständen ab.

Die Hintergründe und die möglichen Folgen erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber zum EuGH-Urteil zur Erstattung nach Phishing-Betrug.

Fazit: Lasst Euch von der 48-Stunden-Drohung nicht unter Druck setzen

Die aktuelle ING-Phishing-Mail zeigt, wie Betrüger das Thema Kontosicherheit für ihre Zwecke missbrauchen. Mit einem vermeintlichen Sicherheitsupdate, einer knappen Frist und der Drohung einer Kontosperrung sollen Empfänger zu einer unüberlegten Reaktion gebracht werden.

Dabei gilt eine einfache Regel: Bankdaten niemals über einen unerwarteten E-Mail-Link bestätigen. Prüft vermeintlich dringende Banknachrichten grundsätzlich über die offizielle App oder einen selbst aufgerufenen Bankzugang.

Habt Ihr bereits eine solche Nachricht im Namen der ING erhalten? Oder sind Euch ähnliche Betrugsversuche anderer Banken aufgefallen? Schreibt Eure Erfahrungen in die Kommentare und helft anderen Lesern, solche Phishing-Mails rechtzeitig zu erkennen.

Christian Schröder

Christian Schröder

Gründer & Redakteur

Expertise: Deals, Gutscheine, Preisvergleiche, Verbraucher-News, Mobilfunk und Onlinehandel. Christian Schröder prüft Aktionsbedingungen, Vergleichspreise, Versandkosten und mögliche Folgekosten und bereitet relevante Informationen verständlich für Leser auf.

Christian Schröder ist seit 2016 bei Preis-King tätig und schreibt dort täglich über Angebote, Verbraucher-News, Produktrückrufe, Mobilfunk, Technik und aktuelle Entwicklungen im Onlinehandel. Zuvor betreute er bereits weitere Blogs und ist auch heute noch an verschiedenen redaktionellen Projekten beteiligt.

Durch seine Ausbildung zum Immobilienkaufmann verfügt er zusätzlich über Erfahrung in den Bereichen Verträge, Kosten, Finanzierung und wirtschaftliche Zusammenhänge. Bei Preis-King prüft und bewertet er unter anderem Aktionsbedingungen, Vergleichspreise, Versandkosten und mögliche Folgekosten.

Sein Ziel ist es, Informationen verständlich einzuordnen und Leser frühzeitig auf relevante Änderungen, Einschränkungen und mögliche Preisfallen hinzuweisen.

Zuletzt aktualisiert: 19.10.2026
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