Für Millionen Autofahrer wird die ADAC-Mitgliedschaft 2027 deutlich teurer. Je nach Tarif sollen Einzelmitglieder künftig zwischen 10 und 35 Euro mehr pro Jahr bezahlen. Doch es gibt eine überraschende Änderung: Die ursprünglich für Januar vorgesehene ADAC-Beitragserhöhung verschiebt sich. Und während der höhere Beitrag später kommt, sollen neue Leistungen trotzdem bereits zum Jahresbeginn starten.
Wer beim ADAC Mitglied ist, sollte jetzt einen Blick auf seinen Tarif werfen. Denn nicht nur die Höhe der neuen Beiträge ist interessant, sondern auch die Frage, ob Ihr für Leistungen bezahlt, die Ihr überhaupt benötigt.
ADAC erhöht die Beiträge: So viel müsst Ihr 2027 bezahlen
Sechs Jahre lang blieben die Mitgliedsbeiträge des ADAC unverändert. Damit ist 2027 Schluss. Bereits am 23. Mai 2026 beschloss die Hauptversammlung des Automobilclubs eine Beitragsanpassung, die insbesondere Mitglieder der teureren Tarife stärker belastet.
Nach den veröffentlichten Tarifangaben ergibt sich für Einzelmitglieder folgende Entwicklung:
| ADAC-Mitgliedschaft | Bisher pro Jahr | Geplant pro Jahr | Erhöhung |
|---|---|---|---|
| Basis | 54 € | 64 € | +10 € |
| Plus | 94 € | 114 € | +20 € |
| Premium | 139 € | 174 € | +35 € |
Damit steigt der Beitrag für eine ADAC Premium-Mitgliedschaft um rund 25 Prozent. Beim Basistarif beträgt die Erhöhung dagegen rund 18,5 Prozent und bei Plus etwa 21,3 Prozent.
Ein pauschaler Aufschlag von 25 Prozent auf sämtliche Mitgliedschaften ist also nicht vorgesehen.
Die Übersicht bezieht sich auf die regulären Einzelmitgliedschaften. Bei Familienmitgliedschaften können die Jahresbeiträge und absoluten Erhöhungen höher ausfallen. Maßgeblich sind die für Eure Mitgliedschaft offiziell mitgeteilten Konditionen.
Besonders bemerkenswert: Auch wenn 35 Euro auf ein ganzes Jahr verteilt zunächst überschaubar wirken, entspricht die Erhöhung beim Premiumtarif fast drei zusätzlichen Euro pro Monat. Für Haushalte mit mehreren kostenpflichtigen Mitgliedschaften kann sich entsprechend mehr summieren.
Warum der ADAC die Beitragserhöhung verschiebt
Ursprünglich sollten die neuen Beiträge ab dem 1. Januar 2027 gelten. Inzwischen nennt der ADAC einen anderen Zeitrahmen.
Nach der offiziellen Mitteilung vom 30. September 2026 rechnet der Automobilclub mit einer Umsetzung im Verlauf des ersten Halbjahres 2027. Ein konkreter neuer Stichtag wurde darin nicht genannt.
Hintergrund ist unter anderem eine noch ausstehende verbindliche steuerliche Auskunft, die für die rechtssichere Umsetzung der Beitragsanpassung benötigt wird. Hinzu kommen die notwendigen organisatorischen Vorbereitungen.
Das bedeutet für Mitglieder zunächst etwas mehr Zeit, bevor die neuen Beiträge wirksam werden.
Allerdings solltet Ihr die Verschiebung nicht mit einer vollständigen Absage verwechseln. Die Erhöhung wurde bereits beschlossen und bleibt geplant.
Wann müsst Ihr tatsächlich mehr bezahlen?
Nicht jeder ADAC-Mitgliedsbeitrag wird automatisch am 1. Januar fällig. Die persönliche Beitragsperiode hängt vom jeweiligen Mitgliedschaftsbeginn beziehungsweise der regulären Beitragsfälligkeit ab.
Entscheidend ist daher, wann die neuen Beiträge tatsächlich in Kraft treten und welche Regelungen für Eure nächste Jahresrechnung gelten.
Ein Beispiel: Wer seinen Mitgliedsbeitrag normalerweise erst im Sommer bezahlt, muss nicht allein wegen des Jahreswechsels im Januar mit einer neuen Rechnung rechnen.
Verlasst Euch deshalb nicht auf pauschale Stichtage, sondern kontrolliert Eure letzte Beitragsrechnung und die angekündigte Information des ADAC.
Warum verlangt der ADAC plötzlich so viel mehr Geld?
Der ADAC begründet die Preiserhöhung hauptsächlich mit gestiegenen Betriebskosten.
Besonders stark ins Gewicht fallen demnach:
- Höhere Personalkosten für Pannenhilfe und weitere Dienstleistungen
- Teurere Ersatzteile und Reparaturen
- Gestiegene Kosten für Abschlepp- und Werkstattleistungen
- Höhere Energie- und allgemeine Betriebskosten
- Der Ausbau zusätzlicher Serviceangebote
Laut ADAC haben sich die allgemeinen Lebenshaltungskosten seit der letzten Beitragsanpassung im Jahr 2020 bis 2026 um 24,4 Prozent erhöht.
Noch deutlicher sei die Kostenentwicklung bei der eigentlichen Pannenhilfe. Hier gibt der Automobilclub an, inzwischen durchschnittlich 27 Prozent mehr pro Einsatz ausgeben zu müssen.
Auch wirtschaftlich steht der Verein unter Druck: Das Geschäftsjahr 2025 schloss der ADAC nach eigenen Angaben mit einem negativen Jahresergebnis von 17 Millionen Euro ab.
Dabei ist der Verein weiterhin stark gefragt. Ende 2025 verzeichnete der ADAC rund 22,7 Millionen Mitglieder. Allein im vergangenen Jahr wurde bei rund 3,7 Millionen Pannen und Unfällen geholfen.
Die Zahlen zeigen, welche Größenordnung der Betrieb inzwischen erreicht hat. Sie erklären allerdings nicht automatisch, ob der gewählte Mitgliedsbeitrag für jeden Einzelnen ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet.
Denn genau diese Frage hängt von Eurem persönlichen Bedarf ab.
Neue ADAC-Leistungen sollen schon im Januar 2027 starten
Während sich die höheren Beiträge verschieben, hält der ADAC am geplanten Start neuer Leistungen fest.
So soll bereits ab Januar 2027 unter anderem eine Rechtsberatung rund um Verkehrsunfälle rund um die Uhr verfügbar sein. Mitglieder sollen damit auch nachts rechtliche Unterstützung erhalten können.
Darüber hinaus arbeitet der Automobilclub an erweiterten Angeboten und angepassten Leistungsgrenzen, beispielsweise bei Abschleppleistungen.
Wichtig ist dabei die Unterscheidung: Die Fahrradpannenhilfe und der ADAC-Schlüsselnotdienst sind keine vollständig neuen Erfindungen für 2027. Beide Angebote wurden bereits zuvor eingeführt beziehungsweise aufgebaut.
Bei allen zusätzlichen Leistungen solltet Ihr außerdem prüfen, für welche Mitgliedschaft sie gelten und welche Bedingungen oder Einschränkungen vorgesehen sind.
Die Leistungserweiterungen können die höheren Beiträge für manche Mitglieder attraktiver machen. Wer lediglich eine einfache Pannenhilfe benötigt, profitiert davon möglicherweise weniger.
Lohnt sich die ADAC-Mitgliedschaft 2027 überhaupt noch?
Das hängt vor allem davon ab, wie Ihr unterwegs seid.
Wer häufig mit dem Auto reist, im Ausland unterwegs ist oder großen Wert auf umfassende Hilfe im Pannenfall legt, kann weiterhin gute Gründe für eine ADAC-Mitgliedschaft haben.
Anders sieht die Rechnung möglicherweise aus, wenn Ihr nur wenige Kilometer pro Jahr zurücklegt und hauptsächlich innerhalb Deutschlands fahrt.
Basis, Plus oder Premium: Welcher Tarif passt zu Euch?
Die drei regulären Mitgliedschaften unterscheiden sich vor allem durch den Umfang des Schutzes.
ADAC Basis: Der günstigste Tarif konzentriert sich auf grundlegende Hilfeleistungen bei Pannen und Unfällen. Er kann für Mitglieder interessant sein, die überwiegend in Deutschland unterwegs sind.
ADAC Plus: Bietet zusätzliche Leistungen für weitergehende Mobilitätsprobleme und Reisen, etwa im Zusammenhang mit dem Fahrzeug- oder Krankenrücktransport unter den jeweiligen Voraussetzungen.
ADAC Premium: Richtet sich an Mitglieder, die einen besonders umfangreichen Schutz wünschen. Ob sich die zusätzlichen Leistungen lohnen, hängt stark vom individuellen Reise- und Mobilitätsverhalten ab.
Wer beispielsweise seit Jahren Premium bezahlt, aber kaum verreist, sollte die tatsächlich genutzten Leistungen mit denen des günstigeren Plus- oder Basistarifs vergleichen.
Zwischen dem geplanten Basisbeitrag von 64 Euro und dem Premiumbeitrag von 174 Euro liegen immerhin 110 Euro pro Jahr.
Ein Tarifwechsel könnte damit deutlich mehr einsparen als allein die jährliche Beitragserhöhung ausmacht.
Günstigere Alternative: Reicht ein Kfz-Schutzbrief?
Bevor Ihr Eure ADAC-Mitgliedschaft verlängert, lohnt sich ein Blick in die Unterlagen Eurer Kfz-Versicherung.
Viele Versicherer bieten einen sogenannten Schutzbrief an. Dieser kann Leistungen wie Pannenhilfe, Abschleppen oder Unterstützung bei bestimmten Notfällen umfassen.
Die Zusatzkosten sind häufig vergleichsweise niedrig. Allerdings unterscheiden sich die Leistungen teilweise erheblich.
Der wichtigste Unterschied besteht darin, dass ein Kfz-Schutzbrief üblicherweise an das versicherte Fahrzeug gebunden ist.
Die ADAC-Mitgliedschaft ist dagegen grundsätzlich personenbezogen. Abhängig von den Bedingungen kann der Schutz also auch relevant sein, wenn Ihr mit einem geliehenen oder anderen Fahrzeug unterwegs seid.
Gerade für Familien mit mehreren Autos oder Menschen, die regelmäßig fremde Fahrzeuge nutzen, kann das ein entscheidender Vorteil sein.
Worauf Ihr beim Vergleich achten solltet
Ein niedriger Jahrespreis sagt wenig darüber aus, ob ein Schutzbrief tatsächlich eine gleichwertige Alternative darstellt.
Prüft insbesondere:
- Gilt die Pannenhilfe nur in Deutschland oder auch im Ausland?
- Welche Abschleppkosten beziehungsweise Entfernungen werden übernommen?
- Sind Mietwagen, Weiterreise und Übernachtung abgesichert?
- Welche Bedingungen gelten für einen Fahrzeugrücktransport?
- Ist ein Krankenrücktransport eingeschlossen oder separat versichert?
- Sind auch fremde Fahrzeuge und weitere Familienmitglieder geschützt?
Möglicherweise besitzt Ihr bereits einen Schutzbrief, ohne ihn bewusst abgeschlossen zu haben. Ein Blick auf Eure Versicherungsunterlagen kann deshalb bares Geld sparen und unnötige Doppelabsicherungen aufdecken.
Daneben kommen andere Automobilclubs wie ACE oder AvD infrage. Vergleicht dabei nicht nur die Jahresbeiträge, sondern vor allem die Leistungen und Ausschlüsse.
ADAC kündigen oder Tarif wechseln: Diese Fristen gelten
Wenn Ihr die angekündigte Preiserhöhung nicht akzeptieren möchtet, solltet Ihr Eure Mitgliedschaft rechtzeitig überprüfen.
Anders als bei manchen Versicherungs- oder Energieverträgen führt eine Beitragserhöhung bei einer Vereinsmitgliedschaft nicht automatisch zu einem gesetzlichen Sonderkündigungsrecht.
Für die reguläre ADAC-Mitgliedschaft gilt nach der Vereinssatzung grundsätzlich eine Kündigungsfrist von drei Monaten zum Ende der persönlichen Beitragsperiode.
Diese Beitragsperiode dauert zwölf Monate und beginnt mit der jeweiligen Beitragsfälligkeit.
Ihr könnt über das offizielle ADAC-Formular oder in Textform kündigen, beispielsweise per E-Mail. Lasst Euch den Eingang und das Beendigungsdatum bestätigen.
Noch interessanter für viele Mitglieder dürfte allerdings ein Tarifwechsel sein.
Nach ADAC-Angaben kann der Plus- oder Premiumanteil grundsätzlich bis einen Monat vor Ende der Beitragsperiode geändert beziehungsweise gekündigt werden. Dafür müsst Ihr nicht die komplette Mitgliedschaft beenden.
Prüft vor einer Änderung, welche bisherigen Leistungen Ihr dadurch verliert und ab wann der neue Tarif gilt.
Wer weiterhin Pannenhilfe möchte, aber auf umfangreiche Zusatzleistungen verzichten kann, findet hier möglicherweise die sinnvollste Sparmöglichkeit.
Was Ihr vor der ADAC-Beitragserhöhung prüfen solltet
Statt vorschnell zu kündigen, empfiehlt sich ein einfacher Kostencheck.
Schaut zuerst nach, welchen ADAC-Tarif Ihr derzeit besitzt und wann Eure nächste Beitragsrechnung fällig wird.
Anschließend vergleicht Ihr die Leistungen Eurer Mitgliedschaft mit bestehenden Versicherungen. Möglicherweise sind wichtige Risiken bereits anderweitig abgesichert.
Wer regelmäßig ins Ausland fährt, sollte besonders auf die Bedingungen für Fahrzeug- und Krankenrücktransporte achten. Eine einfache Pannenhilfe allein ersetzt nicht zwangsläufig einen umfassenden Reiseschutz.
Und wenn Ihr mit der bisherigen ADAC-Mitgliedschaft zufrieden seid, muss eine Erhöhung um 10 oder 20 Euro pro Jahr nicht automatisch ein Grund zum Wechsel sein.
Entscheidend ist, ob Ihr die Leistungen wirklich benötigt und ob Ihr für vergleichbaren Schutz anderswo weniger bezahlt.
Fazit: ADAC wird teurer – aber Ihr müsst nicht vorschnell handeln
Die ADAC-Beitragserhöhung 2027 ist beschlossen, wird nach aktuellem Stand allerdings später umgesetzt als ursprünglich geplant. Einzelmitglieder müssen sich je nach Tarif auf 10 bis 35 Euro zusätzliche Jahreskosten einstellen.
Positiv für Mitglieder: Neue Leistungen sollen teilweise schon im Januar starten, während sich der höhere Beitrag noch verzögert.
Trotzdem ist die Ankündigung eine gute Gelegenheit, bestehende Mitgliedschaften kritisch zu überprüfen. Nicht jeder braucht den teuersten Tarif, und gerade bei vorhandenen Kfz-Schutzbriefen kann sich ein genauer Vergleich lohnen.
Wie sieht es bei Euch aus? Seid Ihr seit Jahren ADAC-Mitglied oder denkt Ihr angesichts der neuen Preise über einen Wechsel nach? Schreibt uns Eure Erfahrungen und Eure Meinung zur Beitragserhöhung in die Kommentare.
Stand: 19. Oktober 2026. Die genannten künftigen Tarifpreise stehen unter dem Vorbehalt der endgültigen Umsetzung und offiziellen Mitteilung.
Quellen: ADAC – Offizielle Informationen zur Beitragsanpassung · ADAC – Mitgliedschaft kündigen und Kündigungsfristen

Christian Schröder
Gründer & Redakteur
Expertise: Deals, Gutscheine, Preisvergleiche, Verbraucher-News, Mobilfunk und Onlinehandel. Christian Schröder prüft Aktionsbedingungen, Vergleichspreise, Versandkosten und mögliche Folgekosten und bereitet relevante Informationen verständlich für Leser auf.
Christian Schröder ist seit 2016 bei Preis-King tätig und schreibt dort täglich über Angebote, Verbraucher-News, Produktrückrufe, Mobilfunk, Technik und aktuelle Entwicklungen im Onlinehandel. Zuvor betreute er bereits weitere Blogs und ist auch heute noch an verschiedenen redaktionellen Projekten beteiligt.
Durch seine Ausbildung zum Immobilienkaufmann verfügt er zusätzlich über Erfahrung in den Bereichen Verträge, Kosten, Finanzierung und wirtschaftliche Zusammenhänge. Bei Preis-King prüft und bewertet er unter anderem Aktionsbedingungen, Vergleichspreise, Versandkosten und mögliche Folgekosten.
Sein Ziel ist es, Informationen verständlich einzuordnen und Leser frühzeitig auf relevante Änderungen, Einschränkungen und mögliche Preisfallen hinzuweisen.

