Unbegrenztes Datenvolumen in rund 100 Ländern für 10 Euro im Monat: Mit diesem ungewöhnlichen Versprechen sorgt der neue Mobilfunkanbieter Simsalasim kurz vor seinem geplanten Deutschlandstart für Aufmerksamkeit. Noch interessanter für Reisende: In etwa 50 Ländern sollen zusätzlich Telefonate und SMS enthalten sein.
Hinter Simsalasim steckt mit Lars Hinrichs kein Unbekannter. Der Unternehmer gründete einst OpenBC, aus dem später Xing wurde, und gehörte von 2013 bis 2025 dem Aufsichtsrat der Deutschen Telekom an. Nun will er mit einem weitgehend digitalen Mobilfunkkonzept und einer reinen eSIM-Lösung einen deutlich anderen Weg gehen.
Ein entscheidender Punkt steht allerdings noch offen: Was Simsalasim unter „Unlimited“ tatsächlich versteht und ob es beispielsweise Geschwindigkeitsbegrenzungen oder Fair-Use-Regeln gibt, ist bislang nicht abschließend bekannt.
10 Euro monatlich für Daten in rund 100 Ländern
Der Preis ist der Teil des Angebots, der zuerst ins Auge fällt. Nach den bislang bekannten Informationen soll der Simsalasim-Tarif lediglich 10 Euro pro Monat kosten.
Dafür sind nach aktuellem Stand vorgesehen:
- Unlimited-Daten in rund 100 Ländern
- Telefonate und SMS in etwa 50 Ländern
- Nutzung über eine eSIM
- ein eigener deutscher Mobilfunkanschluss
- Nutzung des o2-Telefónica-Netzes in Deutschland
- zur offiziellen Homepage
Gerade die internationale Nutzung würde Simsalasim deutlich von einem gewöhnlichen deutschen 10-Euro-Mobilfunktarif unterscheiden. Bei klassischen Verträgen gilt zwar innerhalb der EU grundsätzlich reguliertes EU-Roaming, außerhalb der Europäischen Union können Datenverbindungen aber weiterhin schnell teuer werden.
Genau dort könnte ein Tarif interessant werden, der viele Länder bereits in einer einzigen monatlichen Grundgebühr abdeckt.
Die Kombination aus 10 Euro, rund 100 Ländern und unbegrenzten Daten klingt entsprechend außergewöhnlich. Sie sollte aber erst endgültig bewertet werden, wenn Simsalasim die vollständigen Tarifbedingungen veröffentlicht hat.

Was bedeutet „Unlimited“ bei Simsalasim wirklich?
Das ist momentan die wichtigste offene Frage.
„Unlimited“ bedeutet im Mobilfunk nicht automatisch, dass Ihr rund um die Uhr mit maximal verfügbarer Geschwindigkeit unbegrenzt Daten übertragen könnt. Anbieter setzen den Begriff teilweise sehr unterschiedlich ein.
Denkbar wären beispielsweise Regeln zur maximalen Geschwindigkeit, eine Drosselung nach besonders hohem Verbrauch oder andere Fair-Use-Vorgaben.
Ob solche Einschränkungen bei Simsalasim vorgesehen sind, ist aktuell nicht abschließend geklärt.
Wie unterschiedlich solche Unlimited-Konzepte ausgestaltet sein können, zeigt beispielsweise die otelo Allnet-Flat Flex mit Unlimited on Demand. Dort könnt Ihr nach Verbrauch des enthaltenen Datenvolumens immer wieder kostenlos zusätzliches Datenvolumen aktivieren. Das funktioniert technisch anders als eine klassische dauerhaft ungedrosselte Unlimited-Flatrate.
Für Simsalasim wird deshalb entscheidend sein, ob die 10 Euro tatsächlich eine dauerhaft nutzbare Daten-Flatrate beinhalten und mit welcher Geschwindigkeit Ihr in den jeweiligen Ländern surfen könnt.
Simsalasim nutzt in Deutschland das o2-Netz
Mittlerweile gibt es auch mehr Klarheit beim deutschen Mobilfunknetz.
Simsalasim soll als virtueller Mobilfunknetzbetreiber – kurz MVNO – im Netz von o2 Telefónica arbeiten. Dabei wurde die Netzkennung 262-26 bekannt.
Damit betreibt Simsalasim kein eigenes flächendeckendes Funknetz, sondern greift für die eigentliche Mobilfunkversorgung auf bestehende Infrastruktur zurück.
Das ist im Mobilfunkmarkt nichts Ungewöhnliches. Zahlreiche bekannte Marken verfügen über kein eigenes Funknetz und kaufen entsprechende Netzleistungen bei Telekom, Vodafone, Telefónica oder anderen Netzbetreibern ein.
Interessant ist dabei, dass zunächst auch die Telekom als möglicher Partner vermutet worden war. Hintergrund ist unter anderem die frühere Tätigkeit von Lars Hinrichs im Telekom-Aufsichtsrat. Nach den mittlerweile bekannten Informationen soll Simsalasim in Deutschland jedoch Telefónica nutzen.
Eine eigene Mobilfunkvorwahl ist bereits vergeben
Simsalasim scheint zudem deutlich über das Konzept einer gewöhnlichen Reise-eSIM hinauszugehen.
Nach bisher bekannten Informationen wurde dem Unternehmen bereits die Vorwahl 015333 zugeteilt. Das ist deshalb interessant, weil viele Reise-eSIM-Anbieter lediglich Daten bereitstellen und keine eigene deutsche Mobilfunknummer anbieten.
Simsalasim plant dagegen offenbar einen vollwertigen Mobilfunktarif.
Dazu passt die Information, dass in ungefähr 50 Ländern auch Telefonate und SMS enthalten sein sollen. Für Euch könnte das einen großen Unterschied machen, wenn Ihr nicht ausschließlich mobile Daten benötigt, sondern unterwegs auch unter einer klassischen Rufnummer erreichbar bleiben wollt.
Warum der Tarif besonders für Reisende spannend wäre
Der eigentliche Vorteil des Konzepts zeigt sich auf Reisen.
Wer regelmäßig außerhalb der EU unterwegs ist, kennt meist mindestens eine der typischen Lösungen: Ihr kauft ein Roaming-Paket bei Eurem Mobilfunkanbieter, besorgt Euch vor Ort eine lokale SIM-Karte oder installiert eine separate Reise-eSIM.
Gerade Reise-eSIMs haben sich inzwischen zu einer praktischen Alternative entwickelt. Ihr könnt den zusätzlichen Mobilfunktarif digital installieren und müsst Eure eigentliche SIM-Karte nicht aus dem Smartphone entfernen.
Eine solche Lösung bietet beispielsweise auch die Telekom T-Travel Reise-eSIM. Diese richtet sich speziell an Reisende und bietet Datenpakete für zahlreiche Reiseziele, ohne dass dafür zwingend ein bestehender Telekom-Mobilfunkvertrag notwendig ist.
Auch Anbieter wie Nomad setzen auf dieses Prinzip. In unserem Ratgeber zur Nomad eSIM zeigen wir Euch, wie solche digitalen Reisetarife funktionieren und worauf Ihr bei ihrer Nutzung achten solltet.
Bei klassischen Reise-eSIMs handelt es sich allerdings häufig um zeitlich begrenzte Datenpakete und nicht um einen deutschen Mobilfunktarif mit eigener Rufnummer.
Genau hier könnte sich Simsalasim unterscheiden: Ein einziger laufender Tarif soll sowohl die normale Mobilfunknutzung als auch eine umfangreiche internationale Nutzung abdecken.
Sollte das tatsächlich für 10 Euro monatlich funktionieren, dürfte das insbesondere für Vielreisende, digitale Nomaden und Geschäftsreisende interessant sein.
Simsalasim setzt komplett auf eSIM
Eine klassische Plastikkarte soll es bei Simsalasim offenbar nicht geben.
Der Anbieter plant eine reine eSIM-Lösung. Dadurch entfallen Produktion, Lagerung und Versand physischer SIM-Karten.
Für Euch bedeutet das im Idealfall eine deutlich schnellere Aktivierung. Eine eSIM wird digital auf einem kompatiblen Smartphone eingerichtet und kann anschließend wie eine normale SIM für die Mobilfunkverbindung genutzt werden.
Voraussetzung ist allerdings ein eSIM-fähiges Smartphone.
Bei aktuellen iPhones, Google-Pixel-Modellen und vielen neueren Samsung-Galaxy-Smartphones gehört die Unterstützung inzwischen zum Standard. Bei älteren oder besonders günstigen Geräten solltet Ihr die Kompatibilität vorher prüfen.
Der Verzicht auf eine physische SIM passt gleichzeitig zum stark digitalisierten Geschäftsmodell, das Simsalasim offenbar verfolgt.
Künstliche Intelligenz soll Kosten reduzieren
Nicht nur die SIM-Karte wird digital.
Nach aktuellen Berichten möchte das Unternehmen zahlreiche Abläufe mithilfe von künstlicher Intelligenz automatisieren und mit vergleichsweise wenig Personal auskommen.
Das könnte erklären, wie ein international nutzbarer Mobilfunktarif zu einem ungewöhnlich niedrigen monatlichen Preis angeboten werden soll.
Für Kunden wird allerdings mindestens genauso wichtig sein, wie gut der Support funktioniert, wenn tatsächlich einmal etwas schiefläuft.
Ein günstiger Tarif ist nur dann attraktiv, wenn Probleme mit Aktivierung, Abrechnung, Rufnummer, Roaming oder Netzverbindung zuverlässig gelöst werden können. Ob ein stark KI-basierter Kundenservice dabei Vorteile oder Nachteile bringt, lässt sich erst beurteilen, wenn der Anbieter regulär gestartet ist.
Simsalasim ist noch nicht regulär buchbar
Trotz der bereits veröffentlichten Details könnt Ihr den Tarif aktuell noch nicht einfach bestellen.
Auf der Simsalasim-Webseite wird darauf hingewiesen, dass der Dienst in Deutschland noch nicht live ist.
Interessenten können sich derzeit auf eine Warteliste setzen lassen. Dadurch entsteht zunächst noch kein regulärer Mobilfunkvertrag. Wer sich registriert, soll über den Deutschlandstart informiert werden.
Damit bleibt der 10-Euro-Tarif bis zum tatsächlichen Marktstart zunächst ein angekündigtes Angebot.
Diese Fragen muss Simsalasim noch beantworten
So spannend die bisher bekannten Eckdaten sind: Für einen echten Tarifvergleich fehlen noch einige entscheidende Informationen.
Besonders wichtig sind:
- Welche 100 Länder gehören konkret zur Datennutzung?
- In welchen rund 50 Ländern funktionieren Telefonie und SMS?
- Welche maximale Download- und Upload-Geschwindigkeit gilt?
- Gibt es nach hohem Datenverbrauch eine Drosselung?
- Existieren Fair-Use-Regeln für längere Aufenthalte im Ausland?
- Ist 5G enthalten?
- Ist Tethering beziehungsweise Hotspot-Nutzung erlaubt?
- Gibt es eine Mindestvertragslaufzeit?
- Fallen Anschluss- oder Aktivierungskosten an?
- Wie funktioniert die Rufnummernmitnahme?
- Welche Partnernetze werden im Ausland genutzt?
- Wie wird der Kundensupport organisiert?
Vor allem die Bedingungen hinter dem Begriff Unlimited werden darüber entscheiden, wie außergewöhnlich das Angebot am Ende wirklich ist.
Für wen könnte Simsalasim besonders interessant werden?
Sollten sich die bislang genannten Konditionen bestätigen, dürfte der Tarif mehrere Zielgruppen ansprechen.
Besonders spannend könnte Simsalasim für Euch sein, wenn Ihr regelmäßig außerhalb Deutschlands unterwegs seid und nicht bei jeder Reise einen neuen Datentarif organisieren möchtet.
Auch für Geschäftsreisende oder Menschen mit häufig wechselnden Aufenthaltsorten wäre eine eSIM mit internationaler Datennutzung komfortabel.
Weniger entscheidend wäre der große Länderumfang dagegen für Nutzer, die ihr Smartphone nahezu ausschließlich in Deutschland verwenden. Für sie sind Geschwindigkeit, Netzabdeckung und Vertragsbedingungen wahrscheinlich wichtiger als die weltweite Nutzung.
Wer generell nach neuen Handytarifen, Aktionen und Mobilfunkangeboten sucht, findet bei Preis-King regelmäßig weitere Handy- und Mobilfunkangebote.
Und genau deshalb solltet Ihr den Simsalasim-Tarif erst dann mit bestehenden Angeboten vergleichen, wenn alle Bedingungen veröffentlicht wurden.
Fazit: 10 Euro klingen stark – jetzt müssen die Tarifdetails folgen
Simsalasim gehört schon vor dem eigentlichen Start zu den ungewöhnlicheren neuen Mobilfunkangeboten. Ein Tarif für 10 Euro im Monat mit Unlimited-Daten in rund 100 Ländern und Telefonie sowie SMS in etwa 50 Ländern wäre gerade für Reisende ausgesprochen interessant.
Dazu kommen eine reine eSIM-Nutzung, eine eigene deutsche Rufnummer und das o2-Telefónica-Netz als technische Basis in Deutschland.
Noch fehlt allerdings der wichtigste Teil für eine abschließende Bewertung: die vollständigen Tarifbedingungen. Vor allem Geschwindigkeit, Fair-Use-Regeln, die konkrete Länderliste und mögliche Einschränkungen bei „Unlimited“ müssen klar sein.
Bis dahin gilt daher: spannendes Konzept, außergewöhnlicher Preis – aber noch kein Grund, den bestehenden Mobilfunkvertrag vorschnell zu kündigen.
Was meint Ihr: Würdet Ihr für 10 Euro monatlich zu Simsalasim wechseln, wenn Unlimited-Daten in rund 100 Ländern tatsächlich ohne große Einschränkungen enthalten sind? Schreibt uns Eure Einschätzung gerne in die Kommentare.

Christian Schröder
Gründer & Redakteur
Expertise: Deals, Gutscheine, Preisvergleiche, Verbraucher-News, Mobilfunk und Onlinehandel. Christian Schröder prüft Aktionsbedingungen, Vergleichspreise, Versandkosten und mögliche Folgekosten und bereitet relevante Informationen verständlich für Leser auf.
Christian Schröder ist seit 2016 bei Preis-King tätig und schreibt dort täglich über Angebote, Verbraucher-News, Produktrückrufe, Mobilfunk, Technik und aktuelle Entwicklungen im Onlinehandel. Zuvor betreute er bereits weitere Blogs und ist auch heute noch an verschiedenen redaktionellen Projekten beteiligt.
Durch seine Ausbildung zum Immobilienkaufmann verfügt er zusätzlich über Erfahrung in den Bereichen Verträge, Kosten, Finanzierung und wirtschaftliche Zusammenhänge. Bei Preis-King prüft und bewertet er unter anderem Aktionsbedingungen, Vergleichspreise, Versandkosten und mögliche Folgekosten.
Sein Ziel ist es, Informationen verständlich einzuordnen und Leser frühzeitig auf relevante Änderungen, Einschränkungen und mögliche Preisfallen hinzuweisen.

